Am 27.5.2018 fand die 55. Kurztagung des Breuberg-Bundes in diesem Jahr in Roßdorf statt. Nach der Eröffnung und Begrüßung um 9.30 Uhr im Südhessischen Handwerkermuseum im Alten Bahnhof durch den 1. Vorsitzenden des Breuberg-Bundes Winfried Wackerfuß hieß Bürgermeisterin Christel Sprößler die Gäste herzlich willkommen und wünschte der Tagung einen guten Verlauf. Im Anschluss daran begrüßte der 2. Vorsitzende des Kulturhistorischen Vereins Dieter Kollmannsperger die Versammlung und gab einen prägnanten Überblick über die Entwicklung des Südhessischen Handwerksmuseums.

Der Veranstalter dieser Kurztagung in Roßdorf war der Breuberg-Bund, eine Vereinigung zur Erforschung von Kultur und Geschichte des Odenwaldes, mit Sitz in Breuberg im unteren Mümlingtal am Nordrand des Odenwaldes. Gegründet wurde er 1947 im Rittersaal der Burg Breuberg und zählt heute mit etwa 900 Mitgliedern zu den größten historischen Vereinigungen in Hessen. Sein Arbeitsgebiet ist auf den gesamten Odenwald und seine Randgebiete zwischen Rhein, Main, Neckar und Tauber, also neben den hessischen auch auf die badischen und bayerischen Gebietsteile, ausgerichtet.

Bereits seit 1959 hält der Breuberg-Bund jährlich eine Kurztagung an wechselnden Orten des Odenwaldes und seinen Randgebieten ab. Im Vergleich zu den 3-tägigen Herbsttagungen dieser Vereinigung jeweils am letzten Septemberwochenende mit Vorträgen und Referaten zu Geschichte, Kultur und Landeskunde des Odenwaldes finden die Kurztagungen jeweils am Sonntag nach Pfingsten statt. Mit diesen 1-tägigen Veranstaltungen soll den Teilnehmern Gelegenheit gegeben werden, Einblick zu nehmen in die besonderen historischen, kunstgeschichtlichen und topographischen Gegebenheiten sowie in die jüngeren Entwicklungen des Tagungsortes. Die letzten drei Kurztagungen wurden in Seeheim-Jugenheim, in Obernburg am Main und in Schriesheim an der badischen Bergstraße abgehalten.

Unter den aktiven Mitgliedern des Breuberg-Bundes finden sich vor allem Historiker, Archäologen, Volkskundler und Kunsthistoriker als Referenten bei den Tagungen oder als Mitarbeiter der Publikationen sowie als sachkundige Führer bei Exkursionen und Fahrten. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Vierteljahreszeitschrift „Der Odenwald“, die seit 1953 erscheint. Mittlerweile sind es 254 Ausgaben mit zusammen fast 10.000 Seiten mit ca. 3000 Abbildungen, seit einigen Jahren auch in Farbe. In der vor kurzem erschienenen jüngsten Ausgabe findet sich übrigens ein Aufsatz mit dem Thema „Jauchetrichter, Hühnertränke und Spucknapf – Kurioses und Alltagsgeschirr in der Keramiksammlung des Südhessischen Handwerksmuseums Roßdorf“ aus der Feder von Frau Ursula Richter.

Zu der Zeitschrift „Der Odenwald“ kommen noch Sonderausgaben, wie z. B. über die Herren von Hirschhorn, die Wildenburg bei Amorbach oder die Schenken von Erbach und vor allem seit 1972 größere Buchveröffentlichungen über den Odenwald, unter denen die Buchreihe „Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften“ mit bisher 8 Bänden eine besondere Bedeutung einnimmt.

Nach der Begrüßung am letzten Sonntag führten neben Frau Richter noch Frau Pokinskij durch die Sammlungen des Museums. Der anschließende Ortsrundgang lag wieder in den Händen von Frau Richter sowie Herrn Schollenberger.

Nach der Mittagspause trafen sich die Tagungsteilnehmer um 14.00 Uhr am Roßberg, wo Dr. Rudolf Schug zu dem Thema „Roßdorfs feurige Vergangenheit – Vom Vulkan zum Basaltsteinbruch“ die Führung übernommen hatte.

Die zweite Nachmittagsveranstaltung lag in den Händen von Frau Gisela Poser, die die Tagungsteilnehmer vom Bessunger Forsthaus aus zu dem jungsteinzeitlichen Steinkreis am Ruthsenbach bei den Scheftheimer Wiesen zwischen Roßdorf und Darmstadt führte und dort umfassende Erläuterungen zu dieser besonderen Anlage gab.

Weitere Informationen im Internet unter www.breubergbund.de.