Einkehr auf der Gaberl AlmEinkehr auf der Gaberl AlmDer Kulturhistorische Verein (KHV) hatte seine 3 tägige Exkursion mit 20 Teilnehmern am 10.09.2014, die Kunst, Kultur und Technik vereinigen sollte, in Roßdorf gestartet. Unsere Ankunft im Hotel in Kochel am See war sehr gut vorbereitet und man hat uns unsere Zimmer für die nächsten 4 Tage mit dem herrlichen Blick auf den Kochelsee zugeteilt.

Am nächsten Morgen hat uns Frau Macher, die auch in Murnau vor 2 Jahren, im Land der „Blauen Reiter" eine außerordentlich kompetente Reisebegleiterin war, abgeholt. Der Weg führte uns über die Kesselbergstrasse zum Walchensee nach Urfeld. Hier stand der Besuch des Lovis Corinth Museums an. Die Wege des in Tapiau geborenen Künstlers führten über die Akademien Königsberg, Antwerpen, Paris und Berlin, bis er sich dem Kreis um der Sezession München, anschloss. Neben Max Liebermann und Max Slevogt galt Corinth bis 1911 als führender Vertreter des deutschen Impressionismus. Danach fand allmählich die Wendung zum Expressionismus statt. Die Werke seiner Spätzeit, die hauptsächlich auf seinem Anwesen am Walchensee entstanden, zeichnen sich durch seinen freien Pinselduktus und die zunehmende Auflösung des Gegenständlichen aus. Die kompetente Führung der Ausstellung fand im Dialog zwischen Herrn Oriwol, Eigentümer der Ausstellung und Frau Macher statt.

Leider konnte die Auffahrt zum 1730 Meter hohen Herzogenstand wegen schlechter Sicht und Regen an diesem Tag nicht durchgeführt werden. Den Namen erhielt der Berg 1535 von den Bayernherzögen Wilhelm und Ludwig. So haben wir das Alpenpanorama und den Blick auf Kochel- und Walchensee nicht genießen können. Durch die Flexibilität der jungen Pächterin, des wunderschön am Ufer des Walchensee gelegenen Cafe Bucherer, sofort 20 Personen zu bewirten, haben wir den Ersatz zum Herzogenstand, durch eine zünftige Brotzeit genossen. Hieran schloss sich die Weiterfahrt nach Mittenwald an, um das Geigenbaumuseum und eine Wechselausstellung des Landschaft - und historische Technik Malers Michael Zeno Diener zu besuchen. Leider wurde das angedachte anschließende Shopping durch den einsetzenden wolkenbruchartigen Regen vermasselt.

Am nächsten Tag stand die Besichtigung des Walchensee Wasserkraftwerks an. Die Entstehung des Wasserkraftwerks und die Zusammenhänge der Steuerung mit dem Zulauf der Isar in den Walchensee und weiter in den Sylvensteinspeicher wurden sehr eindrucksvoll und kompetent von dem Mitarbeiter der Firma EON erklärt.

Bevor wir die Besichtigung des Freilichtmuseum Glentleiten begannen hat uns das Schiff in gemütlicher Fahrt am Südrand über den Kochelsee abgeholt und in Schlehdorf abgesetzt.

In Anbetracht des sehr feuchten Wetters verzichteten wir auf den Fußmarsch zum Berggasthof Kreut Alm und benutzten unseren Bus. Je schlechter das Wetter, umso besser die Stimmung in der Gruppe was auch maßgebend durch die charmante Bedienung und die Wortspielerei und Bemerkungen, die von einigen Teilnehmern unserer Gruppe ausgegangen sind. Freilichtmuseum Glentleiten muss man sich vorstellen, wie den Hessenpark Neu Anspach, jedoch dem speziellen Leben und der Umgebung angepasst. Mit Frau Rauch, unserer Begleiterin, haben wir einige Themen im Vorfeld, die besichtigt werden sollen, besprochen. Eine Führung zu allen Themen hätte einen Tag in Anspruch genommen. So haben wir trotzdem fast drei Stunden mit Frau Rauch in charmanter Begleitung sehr detailliert das häusliche Leben im Haus mit und ohne dem Viehzeug erfahren.

Unser nächstes Vorhaben war der Besuch des großen Ahornbodens und der Engalm. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns und hat seinen Auslass der Feuchtigkeit der Wolken über uns etwas reduziert. Entlang der Isar und dem Sylvenstein Speicher ging die Fahrt über Vorderriss in das Rißbachtal. Wir folgten dem Rißbach zum Großen Ahornboden bis zur Eng Alm. Die Bergahornbäume die zwischen 400 – 600 Jahre alt sind sterben so langsam ab. Dank der Spenden konnten in den letzten Jahren einige Jungahornbäume gepflanzt werden. Eine 300 Jahre Almkappelle wurde besichtigt bevor man die Herstellung des berühmten Enger–Bergkäse erfahren konnte, von dem jährlich 1600 Laibe hergestellt werden. Viele Preise, Gold und Silber wurden bei der Almkäseolympiade in Galtür erzielt. Einige nutzten das Kaufangebot als Mitbringsel, was uns bis zur Ankunft in Roßdorf mit einem angenehmen Geruch im Bus begleitete.

Einen Einkehrschwung in die kleine gemütliche Garberl Alm mit vorheriger Anmeldung (ein halbes Jahr) sollte unser Tagesabschluss sein, bevor wir wieder die Mautstelle passierten. Unser charmanter, gut aussehender Fahrer Tom, ein Äthiopier, hatte schon bei der Einfahrt einen „Dialog" mit der ausgesprochen hübschen Dame in dem Mauthäuschen, was diese bei der Ausfahrt veranlasste unseren Tom persönlich mit Foto zu verabschieden. KHV Roßdorf unterwegs in Völker verbindender Mission.

Vor dem Beginn unserer Heimreise stand die Besichtigung Bad Tölz auf unserem Reiseplan. Mit unserer Stadtführerin Julia Friedel hatten wir wieder einmal eine gute Wahl getroffen. Beginnend mit Aufstieg zum Kalvarienberg und der Kirche genossen wir einen herrlichen Blick auf Bad Tölz. Der Weg führte uns durch die Marktstraße zur Leonhardikappelle und in den Park zum Thomas Mann Haus. Abgesehen von den Erklärungen über Thomas Mann und der heutigen Nutzung des Anwesens gab es zu unser Überraschung eine kleine Brotzeit von Julia. Vor Antritt der Rückreise nahmen wir noch in einem Gasthaus eine Stärkung zu uns die „frisch zubereitet" wurde und „etwas Zeit" in Anspruch nahm.

Die Heimfahrt verlief ohne Staus und dank der umsichtigen Fahrweise unseres lieb gewonnenen „Toms". Ein großer Dank gilt den Teilnehmern der Reise die trotz dem nicht immer wohl gesonnenen Wetters einen wesentlichen Beitrag zu der Harmonie und Ablauf der Reise beigetragen haben. Sie waren eine prima Truppe. Den Ausrichtern hat es gut getan, so angenehme Tage organisiert zu haben. Nicht alle, jeweils am gemeinsamen Abendessen, vorgetragene Eindrücke und persönliche Wortspielereien, können in diesem Bericht wiedergegeben werden. Aber er zeigt, dass die gute Laune ständig vorhanden war.

Als Überraschung erwartete uns in der Montagsausgabe des Darmstädter Echos das Bild von Kochel am See in der Sonne, wie wir es uns gewünscht hätten.

h.g.r.