Bericht von der Exkursion am 14. und 15.10.2014

Bei strahlendem Wetter fuhren wir in Roßdorf los und so blieb es bis zur Rückfahrt. In Köln besichtigten wir zuerst die Kirche St. Gereon, die romanische Kirche mit der großen Kuppel.10 freistehende Pfeiler mit Strebebögen umklammern den turmartigen Bau und stützen die hohe Sternkuppel mit dem zehneckigen Zeltdach. St. Gereon ist durch die ungewöhnliche Kuppel eine der ungewöhnlichsten romanischen Kirchen des Abendlandes.

Anschließend wollten wir eigentlich zum Dom, da aber dort Messe war, gingen wir erst zu Groß St. Martin. Die dreischiffige Basilika mit ihrem kleeblattförmigen Ostchor und dem quadratischen Vierungsturm mit 4 Ecktürmchen ist eines der markanten Wahrzeichen des linksrheinischen Stadtpanoramas.

Nach einer Mittagspause in den Restaurants um den Heumarkt besuchten wir die Kirche Maria im Kapitol. Auf dem Grund der heutigen Kirche befand sich zur Römerzeit ein Tempel der kapitolinischen Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva. Der West- und Mittelbau mit den Treppentürmen stammen aus dem 10 Jh., der übrige Bau mit Langhaus und Kleeblattchor wurde im 11 Jh. errichtet. Der Chor wurde zum Vorbild für mehrere Kirchen sowohl in Köln als auch im Nordwesten des Reiches. Eindrucksvoll ist auch der Kreuzgang vor der Kirche.

Anschließend besichtigten wir den Dom. Er wurde sehr viel später als die 12 romanischen Kirchen in Köln errichtet. Anlass für die Grundsteinlegung zum Dom war die Schenkung des Dreikönigsschreins durch Kaiser Barbarossa.. Für die Pilgerströme musste ein großer und repräsentativer Dom gebaut werden. Vorbild waren die gotischen Kirchen Frankreichs, speziell die Kathedrale von Amiens. Aber der Dom musste fünfschiffig sein und höher als die französischen Kathedralen. Der Grundstein wurde 1248 gelegt, der Chor wurde 1322 geweiht, danach wurde am Langhaus gebaut, bis 1559 alle Arbeiten eingestellt wurden und der Dom erst in Zeiten der deutschen Romantik 1880 fertiggestellt wurde.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt nach Aachen. Die Führung begann mit der Besichtigung der Dom-Schatzkammer. Erläutert wurde ausführlich das Lotharkreuz, die goldene Büste Karls des Großen, die aber erst von Karl dem IV in Auftrag gegeben wurde, um den Glanz des großen Kaisers auf seine Herrschaft erstrahlen zu lassen. Gleiches gilt für den Karlsschrein im Dom, der mit der derselben Zielsetz-ung in Auftrag gegeben wurde. Er wollte Karl heilig sprechen lassen. Das erfolgte dann aber durch einen von ihm eingesetzten Gegenpapst. Diese Heiligsprechung wurde von der offiziellen Kirche aber nie nachvollzogen. Im Dom wurde darauf hingewiesen, dass Napoleon Karl den Großen sehr verehrte und sich als Nachfolger sah. Das hielt ihn aber nicht davon ab, den Karlsschrein, viele andere wertvolle Gegenstände und 24 Säulen des Doms nach Paris zu entführen und im Louvre auszustellen. 1815 wurden die meisten Gegenstände wieder nach Aachen gebracht, aber 4 Säulen waren im Louvre als Stützpfeiler verbaut, konnten also nicht entfernt werden, 2 Säulen zerbrachen auf dem Transport, sodass sich heute im Dom nur noch 18 Säulen befinden.

Nach einer gemütlichen Mittagspause in der Sonne folgte am Nachmittag eine sehr kurzweilige und interessante Altstadtführung, die auch mit vielen Histörchen zu den einzelnen Bauwerken gespickt war und wie im Fluge verging. Ausgangspunkt war die Wandelhalle des Heilbades - Aachen war schon zur Römerzeit ein Bad mit großen Bauten. Karl der Große wählte Aachen zu seinem Hauptsitz, weil er häufig die heißen Quellen besuchte. Die Baugeschichte von Aachen veranschaulichte die Stadtführerin anhand besonderer Baudenkmäler, wobei das Rathaus, das auf der karolingischen Königshalle basiert, uns besonders nahe gebracht wurde. Aachen verfiel, nachdem ab 1531 die Krönung der deutschen Könige nach Frankfurt verlegt wurde. Erst im 19. Jh. wurde Aachen wieder mondänes Bad. Heute ist Aachen eine europäische Stadt im Grenzraum Deutschland, Holland und Belgien. Die jährlichen Vergabe des Karlspreises und das internationale Reitturnier sind besondere Attraktionen.

Am frühen Abend ging es dann zurück nach Roßdorf. Die Teilnehmer empfanden die Fahrt als gelungene Exkursion des Kulturhistorischen Vereins.

D. Kollmannsperger