Foto: Rudi SchugFoto: Rudi SchugAm Samstag, den 05. September 2015 versammelten sich auf Einladung des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf 40 Teilnehmer am Parkplatz bei der Kubig-Brücke zur diesjährigen Waldexkursion, die von Förster Menzel geführt wurde. Er betreut ein Forstrevier von 1700 Hektar mit einer Ausdehnung im Messeler Hügelland bis nach Urberach. Darin befinden sich auf Grund der häufig variierenden Bodenbeschaffenheit der Waldabteilungen abwechslungsreiche Baumgesellschaften, wobei im Roßdörfer Revier Wert darauf gelegt wird, dass ein standortgerechter Mischwald aufwächst. Das Resultat ist die Zertifizierung des Roßdörfer Waldes nach den Umweltstandards des FSC (Forest Stewardship Council) und des FFH (Flora Fauna Habitat). Zunächst marschierten wir über die Geburtstagsallee, deren Lindenbäume sich seit der Anpflanzung prächtig entwickelt haben, und bogen dann in die Gertrudenschneise ein. Die angrenzende Waldabteilung ist durch den Wiebke-Sturm vor 25 Jahren geworfen worden und durch Wiederaufforstung mit einem Erlen-Birkenmischwald wieder so dicht besetzt, dass darin ein Mann 3 Jahre lang in einer selbstgebauten Waldhütte unbemerkt lebte.

Danach ging es weiter zu den Bauplätzen der Windräder im Bereich des Tannenkopfs. Das Hauptinteresse der zahlreichen Exkursions-Teilnehmer galt natürlich dem Zustand des Waldes im Bereich der Baustelle. Hier mussten wir feststellen, dass enorme Hochwaldflächen gerodet worden sind und die Zuwegungen zu den Windrad-Standorten verstärkt und erweitert wurden, um insbesondere die langen Rotorblätter und schweren Bauteile an die Baustelle transportieren und lagern zu können. Herr Menzel wies darauf hin, dass die gerodeten Flächen auch nach der Errichtung der Windräder von Bewuchs freigehalten bleiben müssen, so dass der Eingriff in den Wald ein dauerhafter Zustand bleiben wird. Selbst etliche Lindenbäume in der Geburtstagsallee mussten zur Erweiterung der Hauptschneise im Bereich der Baustelle umgesetzt werden. Auch einige Hügelgräber in dem Gebiet wurden durch die Bauarbeiten durchschnitten. Hier fanden vor dem Baubeginn archäologische Sicherungsarbeiten statt.

Danach wanderten wir über die Roßdörfer Grenzschneise zur Gundernhäuser Sandkaute, die wie Förster Menzel erläuterte, durch Rodung vor Zuwucherung freigehalten wird und als Biotop hergerichtet werden soll. Klaus Schollenberger berichtete über die Ausbeutung der Gundernhäuser und der benachbarten Roßdörfer Sandkaute, aus denen Mitte des vorigen Jahrhunderts der Sand für die Errichtung der Häuser in Roßdorf und Gundernhausen beschafft wurde.

Trotz zweier Regenschauer haben die Teilnehmer eine informative Exkursion erlebt, wozu Herr Menzel durch seine anschaulichen Erklärungen wesentlich beigetragen hat.

R.S.