Am Samstagmorgen den 08.04.2017 marschierten die Exkursionsteilnehmer am hinteren Windrad los, um unsere vorgesehenen Ziele, den ehemaligen Schießplatz der US-Streitkräfte und den Steinbruch an der Moret zu erreichen. Zunächst erläuterte Herr Menzel den Zustand der Freiflächen um die Windräder, dann folgten wir der Geburtstagsallee und inspizierten den Zustand der einzelnen Lindenbäume. Auffällig ist neben dem Unterschied des Größenwachstums der Linden auch ihr unterschiedlicher Blattaustrieb, die auf unterschiedliches Samengut, Boden- und Lichtverhältnisse zurückzuführen sind.

Danach erreichten wir die große Freifläche des ehemaligen Schießstandes, dessen Installationen abgeräumt und die Umzäunung niedergelegt sind. Wir waren nun gespannt auf die Erläuterungen von Herrn Menzel, was mit der ringsum von Hochwald umschlossenen weiten Fläche geschehen soll. Das Gelände gehört dem Bund, und daher bestimmt auch der Bund die vorgesehenen Maßnahmen auf der Brachfläche. Vorgesehen ist hiernach nicht eine konventionelle Wiederaufforstung sondern die Anlage einer Heidefläche in den zentralen Bereichen der Brache und eine Bepflanzung der Böschungen zu den Waldrändern hin mit 30 Baumgruppen verschiedener Baumarten. Diese Neuanpflanzungen sind schon weit fortgeschritten. Um eine Trockenrasenlandschaft im zentralen Bereich zu erreichen, ist ein Drainagegraben zur Entwässerung der inneren Flächen angelegt worden. Außerdem muss die geplante Heidefläche jährlich intensiv gemulscht werden, um den Aufwuchs unerwünschter eingewehter Waldbaumsamen zu unterdrücken. Dieses Projekt ist aufwendig und auch nicht standortgerecht im Vergleich zu der Alternative, die Brachfläche mitten im Wald der Natur zu überlassen und zu beobachten, wie die Bewaldung von selbst voranschreitet. Förster Menzel zeigte uns, wie dicht schon die Böschungsbereiche von den Waldrändern her mit den Schösslingen angewehter Waldbaumsamen besetzt sind.

Foto: Klaus SeiwaldFoto: Klaus SeiwaldNun marschierten die Exkursionsteilnehmer zum OHI-Steinbruch an der Moret und waren erstaunt, wie weit sich die Abbaufläche mittlerweile vergrößert hat. Die OHI baut zur Zeit intensiv den anstehenden Granodiorit ab , der hauptsächlich für den Straßenunterbau eingesetzt wird. Der Steinbruch befindet sich mitten im Wald und wird sich noch weiter ausdehnen. Die Erweiterungsfläche im Wald ist schon umzäunt und lässt erkennen, wie der Waldflächenverbrauch weiter voranschreitet.

Die Exkursionsteilnehmer folgten hoch interessiert den sachkundigen und anschaulichen Ausführungen von Förster Menzel und kamen nach vier Stunden des Rundgangs zu dem Schluss, im nächsten Jahr wieder zum Schießstand zu gehen, um den Fortschritt der Vegetation in dem Gelände zu begutachten. Leider war die Teilnehmerzahl an der Exkursion trotz des angenehmen Wetters und des interessanten Exkursionszieles gering, und es bleibt zu hoffen, dass das nächste Mal mehr Teilnehmer bei der Führung durch Förster Menzel anwesend sind.

Dr. Schug