WürzburgDie Geschichte von Würzburg ist eng mit dem Main verbunden. Schon um 1000 v. Chr. bauten die Kelten eine Fliehburg auf dem Marienberg. Im 6. Jahrhundert n. Chr. fand die Landnahme des gesamten Mainraums durch die Franken statt. Ab 650 war Würzburg Herzogsitz des fränkischen Königsgeschlechts der Merowinger. 685-689 christianisierte der irische Mönch Kilian mit 2 weiteren Mönchen die Gegend, wurden aber 689 ermordet. Seit 741 ist Würzburg Bistum. Die 3 Mönche wurden damals heiliggesprochen. Seit dieser Zeit war Würzburg Ziel vieler Wallfahrten zum heiligen Kilian.

Bekanntester Bürger von Würzburg ist Tilmann Riemenschneider, der in der Gegend viele Altäre und vor allem Holzstatuen schnitzte. Die Kirchen und adligen Paläste waren voll von seinen Werken, die aber schon bald nach seinem Tod in Vergessenheit gerieten und erst im 19. Jh. wieder entdeckt wurden.

Das Wetter meinte es gut mit uns, es war angenehm warm. Unsere Gruppe wurde von 2 Stadtführern durch die Altstadt geführt. Es begann mit einem kurzen Spaziergang am Main mit einem schönen Blick auf die Silhouette der Stadt bis zur steinernen Rundbogenbrücke, eine der ältesten Steinbrücken in Deutschland. In der Barockzeit wurde sie mit 12 großen Statuen bestückt. Anschließend ging es durch die Altstadt, die im Krieg fast völlig zerstört wurde. Höhepunkt war die Besichtigung des Kiliandoms. Er stammt aus dem 11 Jh., wurde aber im Laufe der späteren Zeit dem jeweiligen Geschmack angepasst. Vor den Eingang wurde ein barockes Eingangsgebäude gebaut und das Innere barockisiert.

Nach der Mittagspause gingen wir zur Residenz, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde zwischen 1720 und 1760 erbaut. Der damalige Fürstbischof Franz von Schönborn beauftragte den damals noch unbekannten Architekten Balthasar von Neumann mit dem Bau des Schlosses im Stil von Versailles. Für das weltberühmte, von Neumann stützenfrei überwölbte Treppenhaus schuf der Venezianer Tiepolo das Deckenfresko mit den vier Erdteilen. Die Führerin durch das Schloss war eine Irin, die die Einzelheiten sehr launig vermittelte.

Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Rückweg nach Roßdorf.

Dieter Kollmannsperger