Der Kulturhistorische Verein veranstaltete  vom 07.07. bis zum 11.07.2012 eine Bildungsreise in das "Blaue Land" am Staffelsee im oberbayerischen Alpenvorland. Die Stadt Murnau ist als Wirkungsstätte u.a. der Malerin Gabriele Münter (1877-1962) und ihres Lebenspartners, des Malers Wassily Kandinsky (1866-1944) bekannt. Im Folgenden ein Reisebericht des Vereinsvorsitzenden Gerold Resch, der die Reise mit organisiert hat.


Das Blaue Land am StaffelseeDas Blaue Land am StaffelseeNachdem die Idee zum Besuch des Blauen Landes geboren war, brauchte es kaum Werbung in der Öffentlichkeit; die Mund-zu-Mund-Information über das Vorhaben funktionierte perfekt. Nach einer Vorbereitung von ca. 6 Monaten und einer Vortour der Ausrichter waren die Ziele klar. Das geplante Besichtigungsprogramm fand bei einer Vorbesprechung das Einverständnis der 21 Mitreisenden.

Sehr früh am 07.07.12 starteten wir unsere Fahrt nach Murnau. Pünktlich um 13:00 Uhr lernten wir unsere Reisebegleiterin für die nächsten Tage, Frau Macher, kennen. Frau Macher, eine ausgewiesene Kunsthistorikerin mit Fachwissen, Kompetenz und Charme, führte uns durch Murnau auf den Spuren von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky, die mit Franz Marc und Alexej Jawlensky als die Künstler des „Blauen Reiter“ bekannt wurden. Die Geschichte der Entwicklung von Murnau kam bei dieser Führung ebenfalls nicht zu kurz, und wir bekamen einen Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde.

 

Der frühe Start in den Tag war bei einigen Mitreisenden nicht zu übersehen. Gegen 16.00 Uhr steuerten wir unser Hotel an. Das Angebot hier ging über ein Schwimmbad im Freien und eine Saunalandschaft bis zu verschiedenen Wellnesseinrichtungen. Der Wettergott und die Temperaturen meinten es gut mit uns, so dass sich einige im Freibad einfanden, das in eine Parklandschaft mit Blick auf die Alpen und die Murnauer Berge eingebettet war. Den ersten Tag rundeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen ab.

Nach dem Genuss eines Frühstückbuffets, das keine Wünsche offen ließ, starteten wir zum Schlossmuseum nach Murnau. Ein Trachtenumzug mit ca. 300 Personen bot eine nicht geplante Überraschung.

Frau Macher führte uns durch die Ausstellung und erweckte die Bilder von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky für uns zum Leben. Die Besichtung der Barockkirche St. Michael folgte auf dem Weg zu Gabriele Münters Grab. Nicht nur die gefühlte Ruhe, die von diesem Ort ausging, sondern auch der herrliche Blick auf das Zugspitzmassiv beeindruckten uns mächtig. Auf dem anschließenden Weg zum Staffelsee testeten wir die Küche des Gasthauses „Auszeit“ unangemeldet mit 20 Personen. Die Küche hat den Test bestanden. Pünktlich legte unser Schiff ab, und wir konnten 1,5 Stunden gemütliche Fahrt bei herrlichem Wetter, vorbei an den Murnauer Bergen, auf dem Staffelsee genießen.

Ein Unwetter hatte drei Tage vor unserer Ankunft Murnau heimgesucht, so dass die geplante Wanderung ins Murnauer Moos gefährdet war. Unser Wanderführer, Herr Bergmeister, entschloss sich jedoch kurzfristig, eine abgekürzte Tour mit uns zu gehen. Er, im Hauptberuf ein praktizierender Bio-Landwirt mit eigenem Bauernhof, vermittelte uns mit viel Sachverstand die Entstehung des Moors und seine Nutzung. Eine Besichtigung des Kirchleins Ähndl mit anschließendem Besuch des Biergartens zum Ähndl beendete diesen Gang durch das Murnauer Moos.

Nachmittags besichtigten wir die Ausstellung in der Kaulbach-Villa in Ohlstadt. Wir lernten einen völlig anderen Stil und die Zielsetzung des Malers Friedrich August von Kaulbach gegenüber Münter und Kandinsky kennen. Die Gemälde und Zeichnungen beinhalten Porträts, Landschaften, Stillleben und Karikaturen aus Tanz und Musik, Mythologie, Religion, Krieg und Tod. Nach so viel Kultur hatten wir uns eine Stärkung verdient. Dank der Vortour und dem Wissen der Ausrichter gelang es uns, in einem urigen Lokal „Zum Heimgarten“ innerhalb kürzester Zeit à la Carte 21 leckere Essen mit Sonderwünschen zu bekommen. Ein durchsichtiges kleines Getränk bildete den stimmungsvollen Abschluss.

Am nächsten Tag stand der Besuch des Franz-Marc-Museums als Tagesziel auf dem Programm. In dem neu gestalteten Anbau haben sich Planer und Architekten mit der späteren Verwendung und dem Inhalt der kommenden Ausstellungen perfekt auseinandergesetzt. Das ursprüngliche Haus ist dadurch nie in den Hintergrund getreten. Auch in dieser Ausstellung wurde uns sehr eindrucksvoll die Entwicklung der Künstler in ihren jeweiligen Lebensphasen vermittelt, die sich einerseits in dunkler, depressiv wirkender Farbgestaltung und andererseits in Hochgefühlen ausdrückten.

Nun mussten wir uns leider von der Kunsthistorikerin verabschieden. Es geschah in einer sehr herzlichen Art und unterstützt mit einem wunderschönen Blumenstrauß von der Gruppe.

Vom Kochelsee führte uns der Weg zum Gestüt Schwaiganger. Für Pferdefreunde gab es eine eindrucksvolle Führung über das Anwesen. Das Gestüt ist unter anderem international für seine Zuchtergebnisse bekannt. Den Abend vor unserer Abreise genossen wir in dem herrlichen Ambiente des Biergartens zum Ähndl neben dem Kirchlein bis zum Sonnenuntergang.

Auf unserer Rückreise stand noch die Besichtigung des Klosters Benediktbeuren auf dem Programm. Wir wurden in die Vergangenheit des Klosters und seine bewegte Geschichte geführt. Auch für die Zukunft sieht es keinen rosigen Zeiten entgegen, wurde uns mitgeteilt. Als das volle Geläut der Klosterkirche zur mächtigen Kulisse anschwoll, hatten wir schon die Vermutung, dies geschehe anlässlich unseres angemeldeten Besuches. Leider nicht, eine große internationale Pilgergruppe war der Anlass. Nach dem Klosterbräustübel und dem Besuch des Kräutergartens überreichte die Gruppe den Ausrichtern Hanne und Gerold Resch in netter Form, von Elke Kirschenstein moderiert, ein Dankeschön für die schöne Reise in das BLAUE LAND. Die Ausrichter waren überrascht und sehr gerührt. Vielen Dank an alle, die zu dieser interessanten und harmonischen Reise beigetragen haben. Sie wäre ohne die umsichtige Fahrweise unseres Busfahrers nicht zu einem so erfolgreichen Ende gekommen. Herzlichen Dank.