Exkursion nach Mannheim zur Ausstellung „Benedikt und die Welt der frühen Klöster“
am 06. Oktober 2012

Benedikt19 Teilnehmer fuhren um 10:00 Uhr vom Schwimmbadplatz mit dem Bus nach Mannheim und trafen pünktlich im Reiss-Engelhorn-Museum ein.

Dort empfing uns unser Führer, ein Doktorand der Uni Heidelberg, und führte uns durch die einzelnen Schwerpunkte der Ausstellung. Benedikt wurde in der Zeit des Untergangs des weströmischen Reichs geboren. In dieser Zeit wechselten die Herrscher und ihre Völker in Italien mehrmals. Die Menschen suchten deshalb nach einer geistlichen Autorität, die als Gegenpol zur Völkerwanderung mit seinen Umwälzungen den Menschen Halt bot.

Benedikt, geboren als Sohn wohlhabender Eltern, brach sein Jura-Studium ab und lebte 3 Jahre als Eremit in den Bergen, bevor er sich mit Mönchen umgab und als Abt von Monte Cassino den Benediktiner Orden gründete, dem er strenge Regeln verordnete. Er selbst gründete 12 Klöster in der Umgebung von Monte Cassino.

Papst Gregor der Große unterstützte den Orden 50 Jahre später und schrieb eine Biographie über Benedikt. Dadurch wurde der Orden in die gesamte damalige christliche Welt mit entsprechenden Klostergründungen verbreitet. Am bekanntesten in Deutschland ist der Benediktiner Bonifatius, der das Kloster Fulda gründete und in Hessen, Thüringen, Sachsen und Friesland missionierte.

Die meisten Exponate der Ausstellung stammen aus dem Kloster St. Blasien im Schwarzwald. Die Klosterschätze wurden 1803 vor den Soldaten Napoleons nach Kärnten ins Benediktiner-Kloster St. Paul gebracht, wo sie noch heute lagern. Die meisten gezeigten Handschriften stammen aus dem 8. bis 12. Jahrhundert, u. a. einen der ersten althochdeutschen Schriften. Besondere Aufmerksamkeit findet das Adelheidkreuz  mit einer Reliquie sowie die Planzeichnung des Kloster St. Gallen, mit allen Nebengebäuden, die für eine Benediktiner-Abtei erforderlich waren. Dieser Plan wurde im Kloster auf der Reichenau entworfen, damals im 8. Jahrhundert das führende Kloster nördlich der Alpen.

Für später entstandene Orden, vor allem Cluny, als Gegenbewegung zu den Benediktinern mit seiner sehr viel größeren Prachtentfaltung wird das Modell des Klosters Cluny gezeigt, das aber in der französischen Revolution zerstört wurde.

Der Führer fesselte seine Zuhörer durch großes Fachwissen und den engagierten Vortrag, so dass die Zeit schnell verging.
Anschließend konnten die Teilnehmer die Innenstadt ansehen oder in einem der vielen Restaurants essen. Pünktlich um 16:00 Uhr kehrten wir wieder nach Roßdorf zurück.

Dieter Kollmannsperger