„Am schönsten hat‘s die Forstpartie, denn der Wald, der wächst auch ohne sie.“

Am Samstagnachmittag fand sich bei schönstem Altweibersommerwetter ein relativ kleiner Kreis von Teilnehmern am Ludwigsteich ein, um mit unserem Revierförster Menzel in den spätsommerlichen Wald zu ziehen. Die Führung geriet daher zu einem Privatissimum über den Roßdörfer Wald hinter dem Ludwigsteich und seine Besonderheiten.

Zunächst führte uns der Weg vom Ludwigsteich aus entlang dem Waldrand und den angrenzenden Wiesen des kleinen Bruchs. Hier erfuhren wir Details über den Aufbau des Waldes im Randgebiet zu den Wiesen mit ausgewachsenen alten Hochwaldbäumen, darunter stattliche Huteichen und Buchen , die dem nachwachsenden Unterbau und den aufgekeimten Jungpflanzen Schutz geben und ein typisches Bild des Familienlebens der Bäume in verschiedenen Generationen zeigen.

Danach ging es in die Waldabteilungen in Richtung des kleinen Hirschkopfs. Hier hatte 1990 der Orkan Wiebke gewütet und große Wurfflächen im Forst hinterlassen. Es ist äußerst eindrucksvoll zu sehen, wie sich der Wald seit diesem Ereignis regeneriert hat. Und hierbei kann man auch unter den fachkundigen Hinweisen von Herrn Menzel nachvollziehen, wie durch eine behutsame Wiederaufforstung mit standortgerechten Baumarten anstelle der ehemaligen geworfenen Fichtenbestände ein abwechslungsreiche Baumgesellschaft geschaffen wird.

Das Ideal von Herrn Menzel ist der Wald, der sich selbst überlassen ist (siehe den obigen Spruch). Dies ist natürlich ein Ziel, das mit dem Anspruch einer forstwirtschaftlichen Nutzung des Waldes nur schwer zur vereinbaren ist. Durch die forstliche Arbeit ist es jedoch gelungen, dass im Roßdörfer Forstrevier Waldgebiete wegen ihres naturnahen wertvollen Baumbestandes die Zertifizierung als Flora-Fauna Habitat erhalten haben. Hierin befinden sich altehrwürdige, unter FFH-Schutz gestellte Bäume, die nicht gefällt werden dürfen.

Förster Menzel erläuterte seine Arbeit in dem seit der letzten Forstreform erweiterten Forstrevier, das seit 2005 auch die Betreuung des Messeler Reviers einschließt und eine erhebliche Ausweitung der forstlichen Aufsicht bedeutet. Allein die Fahrwege im großen Revier addieren sich im Monat auf über 1000 km.

Auf unserem Weg durch den Wald entdeckten wir mit Hilfe von Herrn Menzel interessante Baum-und Pflanzenraritäten wie z.B. die Elsbeere und die Tollkirsche und eine enorm große Esche, die stolz in den Himmel ragt.

Wieder am Ludwigsteich angekommen bedankte sich die Gruppe für die interessante Führung bei Herrn Revierförster Menzel, der temperamentvoll, kenntnisreich und anschaulich den Exkursionsteilnehmern „seinen“ Wald präsentiert hat.

R. Schug