Reise- und Exkursionsberichte

Exkursion in den Steinbruch Roßberg am Samstag, 19.09.2015

Zum wiederholten Mal in diesem Jahr führte Dr. Rudolf Schug vom Kulturhistorischen Verein eine Exkursion in den Steinbruch im Roßberg.

Es ist erstaunlich, wie groß doch das Interesse der Roßdörfer Bürger und der Besucher aus den umliegenden Ortschaften an dem Roßberg und dem darin befindlichen Steinbruch der OHI nach wie vor ist. Offensichtlich besitzt der Roßberg eine magische Anziehungskraft gerade auch, weil er seine Geheimnisse im Innern des Berges verbirgt und als Betriebsgelände der OHI nicht begangen werden kann. Der Andrang der Besucher reißt nicht ab, um endlich einmal einen Blick in den von außen nicht sichtbaren tiefen Krater werfen zu können. Trotz des sehr regnerischen Wetters am Vormittag versammelten sich auch dieses Mal mehr als 60 Besucher bei der Einfahrt zum Steinbruch, um an der Führung in den Steinbruch teilzunehmen.

Unterwegs erläuterte Dr. Schug die geologischen Ursachen für die Entstehung des Roßberg-Vulkans und der Basalt-Lagerstätte im Vulkanschlot, die fast 120-jährige Betriebsgeschichte der OHI am Roßberg und die Arbeitswelt der Steinbrucharbeiter in den früheren Zeiten. Die Teilnehmer stellten interessierte Fragen zum Berg, zum Basaltgestein, den Arbeitsmethoden und den Arbeitsbedingungen im Steinbruch bis zum heutigen modernen Betriebsablauf.

Wegen der weiter bestehenden Nachfrage an einer Teilnahme an einer Roßberg-Exkursion mit einer Limitierung auf 50 Personen wird diese Veranstaltung des KHV auch im nächsten Jahr wieder angeboten.

R.S.

Foto: Rudi SchugFoto: Rudi SchugAm Samstag, den 05. September 2015 versammelten sich auf Einladung des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf 40 Teilnehmer am Parkplatz bei der Kubig-Brücke zur diesjährigen Waldexkursion, die von Förster Menzel geführt wurde. Er betreut ein Forstrevier von 1700 Hektar mit einer Ausdehnung im Messeler Hügelland bis nach Urberach. Darin befinden sich auf Grund der häufig variierenden Bodenbeschaffenheit der Waldabteilungen abwechslungsreiche Baumgesellschaften, wobei im Roßdörfer Revier Wert darauf gelegt wird, dass ein standortgerechter Mischwald aufwächst. Das Resultat ist die Zertifizierung des Roßdörfer Waldes nach den Umweltstandards des FSC (Forest Stewardship Council) und des FFH (Flora Fauna Habitat). Zunächst marschierten wir über die Geburtstagsallee, deren Lindenbäume sich seit der Anpflanzung prächtig entwickelt haben, und bogen dann in die Gertrudenschneise ein. Die angrenzende Waldabteilung ist durch den Wiebke-Sturm vor 25 Jahren geworfen worden und durch Wiederaufforstung mit einem Erlen-Birkenmischwald wieder so dicht besetzt, dass darin ein Mann 3 Jahre lang in einer selbstgebauten Waldhütte unbemerkt lebte.

Danach ging es weiter zu den Bauplätzen der Windräder im Bereich des Tannenkopfs. Das Hauptinteresse der zahlreichen Exkursions-Teilnehmer galt natürlich dem Zustand des Waldes im Bereich der Baustelle. Hier mussten wir feststellen, dass enorme Hochwaldflächen gerodet worden sind und die Zuwegungen zu den Windrad-Standorten verstärkt und erweitert wurden, um insbesondere die langen Rotorblätter und schweren Bauteile an die Baustelle transportieren und lagern zu können. Herr Menzel wies darauf hin, dass die gerodeten Flächen auch nach der Errichtung der Windräder von Bewuchs freigehalten bleiben müssen, so dass der Eingriff in den Wald ein dauerhafter Zustand bleiben wird. Selbst etliche Lindenbäume in der Geburtstagsallee mussten zur Erweiterung der Hauptschneise im Bereich der Baustelle umgesetzt werden. Auch einige Hügelgräber in dem Gebiet wurden durch die Bauarbeiten durchschnitten. Hier fanden vor dem Baubeginn archäologische Sicherungsarbeiten statt.

Danach wanderten wir über die Roßdörfer Grenzschneise zur Gundernhäuser Sandkaute, die wie Förster Menzel erläuterte, durch Rodung vor Zuwucherung freigehalten wird und als Biotop hergerichtet werden soll. Klaus Schollenberger berichtete über die Ausbeutung der Gundernhäuser und der benachbarten Roßdörfer Sandkaute, aus denen Mitte des vorigen Jahrhunderts der Sand für die Errichtung der Häuser in Roßdorf und Gundernhausen beschafft wurde.

Trotz zweier Regenschauer haben die Teilnehmer eine informative Exkursion erlebt, wozu Herr Menzel durch seine anschaulichen Erklärungen wesentlich beigetragen hat.

R.S.

Eine Gruppe von 16 Interessenten traf sich am 17.07.2015 zu einer vom Kulturhistorischen Verein initiierten Besichtigung der Einrichtungen des ESOC in Darmstadt, dem europäischen Raumfahrtzentrum. Das ESOC ist aufgrund seiner hoch entwickelten Technik und seines Spezialisten-Teams in der Lage, eine Vielzahl von Satelliten zu steuern und deren Arbeit zu überwachen. Dazu gehören die Erforschung des Sonnensystems, Erderkundungen aus dem Weltall und Wetterbeobachtungen, um nur einige zu nennen. Die Führung vermittelte einen Einblick in das von 20 Ländern getragene Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtsbehörde und dessen Aufgaben. Einer der Schwerpunkte des Interesses war die Rosetta-Mission mit der erstmaligen Landung eines Forschungsroboters auf einem Kometen im November 2014. Nachdem der Kontakt zu dieser Sonde zumindest zeitweise wieder hergestellt ist, hofft man auf umfangreiches Datenmaterial mit Informationen über die Entstehung und Entwicklung unseres Sonnensystems. Ein Prototyp des Fluggeräts war in Originalgröße auf dem Freigelände zu sehen.

Ebenfalls zu sehen war ein verkleinertes Modell der Internationalen Raumstation ISS im Treppenhaus eines der ESOC-Gebäude. Ein kurzer Film informierte über die Aktivitäten des ESOC, angefangen von den ersten Raumflügen in den 70er Jahren bis hin zur Gegenwart. Der Hauptkontrollraum, das Zentrum aller Steuerungsaktivitäten, befindet sich in einem Hochsicherheitstrakt und kann nur von außen durch ein Glasfenster besichtigt werden. Man bekam einen Eindruck über die Vielfältigkeit der Aufgaben dieser Institution. Zum Schluss bedankten sich die Anwesenden bei dem sehr kompetenten Gästeführer, der Fragen der Teilnehmer geduldig und sachkundig beantwortete.

FJS

Exkursion zum RoßbergDer Roßberg besitzt eine magische Anziehungskraft, gerade auch, weil er seine Geheimnisse im Innern des Berges verbirgt und als Betriebsgelände der Odenwälder Hartstein Industrie nicht begangen werden kann. Nur so ist zu erklären, dass der Andrang von Besuchern von nah und fern nicht abreißt, um endlich einmal einen Blick in den von außen nicht sichtbaren tiefen Vulkankrater werfen zu können, den der Steinbruchbetrieb in fast 120 Jahren geschaffen hat.

So versammelten sich fast 70 Teilnehmer auf Einladung des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf und unternahmen unter der Führung von Dr. Rudolf Schug die Expedition in den Roßberg. Auf dem Weg erläuterte Dr. Schug die geologischen Ursachen für die Entstehung des Roßberg-Vulkans und der Basaltlagerstätte im Vulkanschlot, die Betriebsgeschichte der OHI im Roßberg und die Arbeitswelt der Steinbrucharbeiter in früheren Zeiten. Die Teilnehmer stellten viele interessierte Fragen zum Berg, dem Basaltgestein, den Arbeitsmethoden und Arbeitsbedingungen im Steinbruch bis zum heutigen modernen Betriebsablauf im Steinbruch.

Das Darmstädter Echo veröffentlichte am Montag, den 01. Juni 2015 einen ausführlichen Zeitungsbericht über die Steinbruchbegehung (Reportage Dominique Pfeifer), so dass hier weitere Beschreibungen der Exkursion überflüssig sind. Nur zwei Berichtigungen des Zeitungsartikels seien erlaubt: Es muss richtig heißen falsche Akazien für die gleichartig aussehenden Robinien , die zunehmend den Roßberg überwuchern, und Sprenglöcher im Basalt werden zwar mit Pressluft gebohrt aber gesprengt wird mit Sprengstoff.

Da die Teilnahme zur Roßberg -Führung nur unter Voranmeldung und Limitierung der Teilnehmerzahl möglich war, andererseits sich aber noch eine stattliche Anzahl von Interessenten bis zum Exkursionstag gemeldet hatten, deren Teilnahme leider nicht mehr möglich war, wird hiermit angekündigt, dass wegen des nach wie vor sehr großen Interesses eine weitere Exkursion in den Roßberg-Steinbruch am Samstag, den 19. September um 14.00 Uhr vom Kulturhistorischen Verein Roßdorf geplant wird und rechtzeitig angekündigt wird.

R. Schug

Fahrt zur Monet-Ausstellung im Städel in Frankfurt am 23.April 2015

Als am Anfang letzter Woche bekannt wurde, dass die Lokführer streiken würden, riefen einige besorgte Teilnehmer an, ob wir denn zum Museum fahren könnten. Mit der Privat-Bahn VIAS war das eigentlich kein Problem. Als dann unterwegs die Ansage kam, dass wegen Böschungsbränden bei Arheilgen die Fahrt auf unbestimmte Zeit unterbrochen werden muss, waren wir wegen der zeitlichen Begrenzung unserer Eintrittskarten doch beunruhigt, erreichten aber dennoch unser Ziel in letzter Minute.

Die Ausstellung „Monet und die Geburt des Impressionismus" widmet sich der frühen Entwicklung des Impressionismus. Durch den starken Wandel von Bildinhalt und Form entstand dieser völlig neue Stil in der Malerei. Neue Sehgewohnheiten, die durch das Spiel von Farbe und Licht ausgedrückt werden und zur Auflösung der Formen führte, zeigen körperlose Figuren, vage Erscheinungen von Gebäuden und Landschaften, die man erst aus einiger Entfernung vom Bild erahnen kann. Es geht nicht mehr um die konkrete Darstellung und Abbildung von Personen und Gegenständen, sondern um die Erfassung von Atmosphäre und Stimmungen. Die Impressionisten interessierten sich für das Verhältnis von Mensch und Natur, neue Freizeitgestaltung, Einfluss des technischen Fortschritts auf das Leben - Themen, die bis dahin unbearbeitet und für die Gesellschaft revolutionär waren.

Im Blickpunkt der ca. 100 gezeigten Meisterwerke aus internationalen Sammlungen, die nur in Frankfurt zu sehen sind, stehen Claude Monet als Schlüsselfigur des frühen Impressionismus und die anderen Maler, die seiner künstlerischen Richtung gefolgt sind, wie Renoir, Manet, Morisot, Degas, Sisley, und Pissarro, mit hervorragenden Beispielen. Die verschiedenen Entwicklungsstufen von Monet von 1860 bis 1880 waren vielen von uns nicht bekannt.

Nach mehr als 3 Stunden intensiver Studie der Ausstellung kehrten wir am frühen Abend nach Roßdorf zurück.

Dieter Kollmannsperger

Foto: Klaus SeiwaldFoto: Klaus SeiwaldOder mit anderen Worten: Wie man mit endogenen und exogenen Schäden an Büchern, Graphiken und Karten umgeht, welche Materialien, Werkzeuge und Geräte benutzt werden und wie man bestimmte Papierschäden nach einer von Studenten entwickelten Idee mit einer selbstgebauten Anlage beseitigen kann.

Die erste Gruppe, die sich am 4.2.2015 zum Besuch der Restaurierwerkstatt der Universitäts- und Landesbibliothek einfand, hatte eigentlich trotz des Interesses auch die Vorstellung von einer etwas trockenen Veranstaltung mitgebracht. Die lebendige Führung durch Frau Schellhaas und teilweise durch Herrn Linnartz begeisterte aber die Teilnehmer, denen Frau Schellhaas, die Leiterin der Werkstatt, schließlich viel mehr Zeit opferte, als eigentlich geplant war, weil ihr selbst die Veranstaltung mit der lebendigen Gruppe Freude machte.

Die nächste – ausgebuchte – Führung findet am 5.3.2015 statt.

Unser Verein hat die Möglichkeit, im ersten Halbjahr 2016 weitere Führungen zu veranstalten.

URi

Sechs Klassen der Lichtenberg-Schule aus Ober-Ramstadt besuchten die Menhiranlage

Foto: Günter PoserFoto: Günter PoserInnerhalb einer Themenwoche besuchten die 5. Klassen der Lichtenbergschule vom 13. bis 15. Oktober 2014 die Roßdorfer Menhiranlage, an der Gisela Poser ihnen in jeweils einer guten halben Stunde auch anhand einiger Bilder etwas zu den Steinen, ihrer Herkunft und der sich wandelnden Lebensweise seit Beginn der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren erzählte.

Mit einem langen Kletterseil als Zahlenstrahl, an dem bunte Markierungen bei bedeutenden Ereignissen oder Epochen der Geschichte und Vorgeschichte bis zurück zur Jungsteinzeit angebracht waren, versuchte sie, den Kindern eine Vorstellung von der Länge der vergangenen Zeit zu vermitteln.

Einen handgreiflichen Eindruck aus der Jungsteinzeit, der die Menhiranlage zugerechnet wird, bekamen die Kinder, als sie die Schneide eines Steinbeils aus dem Roßdorfer Museum anfassen durften.

Es war sehr erfreulich, wie sehr die Kinder bei der Sache waren und wie viele und z.T. überraschende Fragen sie gestellt haben.

Wir danken den Lehrerinnen und Lehrern der sechs Klassen, darunter insbesondere Frau Pfeifer, Stufenleiterin an der Lichtenbergschule, die den Besuch der Menhiranlage angeregt hatte, dass sie sich die Mühe dieser Ausflüge gemacht haben, um immerhin an die 150 Kinder an dieses besondere Denkmal einer entscheidenden Vorgeschichtsepoche heranzuführen und ihr Interesse an geschichtlichen Bezügen zu wecken.

Gisela Poser, Ursula Richter

Bericht von der Exkursion am 14. und 15.10.2014

Bei strahlendem Wetter fuhren wir in Roßdorf los und so blieb es bis zur Rückfahrt. In Köln besichtigten wir zuerst die Kirche St. Gereon, die romanische Kirche mit der großen Kuppel.10 freistehende Pfeiler mit Strebebögen umklammern den turmartigen Bau und stützen die hohe Sternkuppel mit dem zehneckigen Zeltdach. St. Gereon ist durch die ungewöhnliche Kuppel eine der ungewöhnlichsten romanischen Kirchen des Abendlandes.

Anschließend wollten wir eigentlich zum Dom, da aber dort Messe war, gingen wir erst zu Groß St. Martin. Die dreischiffige Basilika mit ihrem kleeblattförmigen Ostchor und dem quadratischen Vierungsturm mit 4 Ecktürmchen ist eines der markanten Wahrzeichen des linksrheinischen Stadtpanoramas.

Nach einer Mittagspause in den Restaurants um den Heumarkt besuchten wir die Kirche Maria im Kapitol. Auf dem Grund der heutigen Kirche befand sich zur Römerzeit ein Tempel der kapitolinischen Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva. Der West- und Mittelbau mit den Treppentürmen stammen aus dem 10 Jh., der übrige Bau mit Langhaus und Kleeblattchor wurde im 11 Jh. errichtet. Der Chor wurde zum Vorbild für mehrere Kirchen sowohl in Köln als auch im Nordwesten des Reiches. Eindrucksvoll ist auch der Kreuzgang vor der Kirche.

Anschließend besichtigten wir den Dom. Er wurde sehr viel später als die 12 romanischen Kirchen in Köln errichtet. Anlass für die Grundsteinlegung zum Dom war die Schenkung des Dreikönigsschreins durch Kaiser Barbarossa.. Für die Pilgerströme musste ein großer und repräsentativer Dom gebaut werden. Vorbild waren die gotischen Kirchen Frankreichs, speziell die Kathedrale von Amiens. Aber der Dom musste fünfschiffig sein und höher als die französischen Kathedralen. Der Grundstein wurde 1248 gelegt, der Chor wurde 1322 geweiht, danach wurde am Langhaus gebaut, bis 1559 alle Arbeiten eingestellt wurden und der Dom erst in Zeiten der deutschen Romantik 1880 fertiggestellt wurde.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt nach Aachen. Die Führung begann mit der Besichtigung der Dom-Schatzkammer. Erläutert wurde ausführlich das Lotharkreuz, die goldene Büste Karls des Großen, die aber erst von Karl dem IV in Auftrag gegeben wurde, um den Glanz des großen Kaisers auf seine Herrschaft erstrahlen zu lassen. Gleiches gilt für den Karlsschrein im Dom, der mit der derselben Zielsetz-ung in Auftrag gegeben wurde. Er wollte Karl heilig sprechen lassen. Das erfolgte dann aber durch einen von ihm eingesetzten Gegenpapst. Diese Heiligsprechung wurde von der offiziellen Kirche aber nie nachvollzogen. Im Dom wurde darauf hingewiesen, dass Napoleon Karl den Großen sehr verehrte und sich als Nachfolger sah. Das hielt ihn aber nicht davon ab, den Karlsschrein, viele andere wertvolle Gegenstände und 24 Säulen des Doms nach Paris zu entführen und im Louvre auszustellen. 1815 wurden die meisten Gegenstände wieder nach Aachen gebracht, aber 4 Säulen waren im Louvre als Stützpfeiler verbaut, konnten also nicht entfernt werden, 2 Säulen zerbrachen auf dem Transport, sodass sich heute im Dom nur noch 18 Säulen befinden.

Nach einer gemütlichen Mittagspause in der Sonne folgte am Nachmittag eine sehr kurzweilige und interessante Altstadtführung, die auch mit vielen Histörchen zu den einzelnen Bauwerken gespickt war und wie im Fluge verging. Ausgangspunkt war die Wandelhalle des Heilbades - Aachen war schon zur Römerzeit ein Bad mit großen Bauten. Karl der Große wählte Aachen zu seinem Hauptsitz, weil er häufig die heißen Quellen besuchte. Die Baugeschichte von Aachen veranschaulichte die Stadtführerin anhand besonderer Baudenkmäler, wobei das Rathaus, das auf der karolingischen Königshalle basiert, uns besonders nahe gebracht wurde. Aachen verfiel, nachdem ab 1531 die Krönung der deutschen Könige nach Frankfurt verlegt wurde. Erst im 19. Jh. wurde Aachen wieder mondänes Bad. Heute ist Aachen eine europäische Stadt im Grenzraum Deutschland, Holland und Belgien. Die jährlichen Vergabe des Karlspreises und das internationale Reitturnier sind besondere Attraktionen.

Am frühen Abend ging es dann zurück nach Roßdorf. Die Teilnehmer empfanden die Fahrt als gelungene Exkursion des Kulturhistorischen Vereins.

D. Kollmannsperger

Einkehr auf der Gaberl AlmEinkehr auf der Gaberl AlmDer Kulturhistorische Verein (KHV) hatte seine 3 tägige Exkursion mit 20 Teilnehmern am 10.09.2014, die Kunst, Kultur und Technik vereinigen sollte, in Roßdorf gestartet. Unsere Ankunft im Hotel in Kochel am See war sehr gut vorbereitet und man hat uns unsere Zimmer für die nächsten 4 Tage mit dem herrlichen Blick auf den Kochelsee zugeteilt.

Am nächsten Morgen hat uns Frau Macher, die auch in Murnau vor 2 Jahren, im Land der „Blauen Reiter" eine außerordentlich kompetente Reisebegleiterin war, abgeholt. Der Weg führte uns über die Kesselbergstrasse zum Walchensee nach Urfeld. Hier stand der Besuch des Lovis Corinth Museums an. Die Wege des in Tapiau geborenen Künstlers führten über die Akademien Königsberg, Antwerpen, Paris und Berlin, bis er sich dem Kreis um der Sezession München, anschloss. Neben Max Liebermann und Max Slevogt galt Corinth bis 1911 als führender Vertreter des deutschen Impressionismus. Danach fand allmählich die Wendung zum Expressionismus statt. Die Werke seiner Spätzeit, die hauptsächlich auf seinem Anwesen am Walchensee entstanden, zeichnen sich durch seinen freien Pinselduktus und die zunehmende Auflösung des Gegenständlichen aus. Die kompetente Führung der Ausstellung fand im Dialog zwischen Herrn Oriwol, Eigentümer der Ausstellung und Frau Macher statt.

Leider konnte die Auffahrt zum 1730 Meter hohen Herzogenstand wegen schlechter Sicht und Regen an diesem Tag nicht durchgeführt werden. Den Namen erhielt der Berg 1535 von den Bayernherzögen Wilhelm und Ludwig. So haben wir das Alpenpanorama und den Blick auf Kochel- und Walchensee nicht genießen können. Durch die Flexibilität der jungen Pächterin, des wunderschön am Ufer des Walchensee gelegenen Cafe Bucherer, sofort 20 Personen zu bewirten, haben wir den Ersatz zum Herzogenstand, durch eine zünftige Brotzeit genossen. Hieran schloss sich die Weiterfahrt nach Mittenwald an, um das Geigenbaumuseum und eine Wechselausstellung des Landschaft - und historische Technik Malers Michael Zeno Diener zu besuchen. Leider wurde das angedachte anschließende Shopping durch den einsetzenden wolkenbruchartigen Regen vermasselt.

Am nächsten Tag stand die Besichtigung des Walchensee Wasserkraftwerks an. Die Entstehung des Wasserkraftwerks und die Zusammenhänge der Steuerung mit dem Zulauf der Isar in den Walchensee und weiter in den Sylvensteinspeicher wurden sehr eindrucksvoll und kompetent von dem Mitarbeiter der Firma EON erklärt.

Bevor wir die Besichtigung des Freilichtmuseum Glentleiten begannen hat uns das Schiff in gemütlicher Fahrt am Südrand über den Kochelsee abgeholt und in Schlehdorf abgesetzt.

In Anbetracht des sehr feuchten Wetters verzichteten wir auf den Fußmarsch zum Berggasthof Kreut Alm und benutzten unseren Bus. Je schlechter das Wetter, umso besser die Stimmung in der Gruppe was auch maßgebend durch die charmante Bedienung und die Wortspielerei und Bemerkungen, die von einigen Teilnehmern unserer Gruppe ausgegangen sind. Freilichtmuseum Glentleiten muss man sich vorstellen, wie den Hessenpark Neu Anspach, jedoch dem speziellen Leben und der Umgebung angepasst. Mit Frau Rauch, unserer Begleiterin, haben wir einige Themen im Vorfeld, die besichtigt werden sollen, besprochen. Eine Führung zu allen Themen hätte einen Tag in Anspruch genommen. So haben wir trotzdem fast drei Stunden mit Frau Rauch in charmanter Begleitung sehr detailliert das häusliche Leben im Haus mit und ohne dem Viehzeug erfahren.

Unser nächstes Vorhaben war der Besuch des großen Ahornbodens und der Engalm. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns und hat seinen Auslass der Feuchtigkeit der Wolken über uns etwas reduziert. Entlang der Isar und dem Sylvenstein Speicher ging die Fahrt über Vorderriss in das Rißbachtal. Wir folgten dem Rißbach zum Großen Ahornboden bis zur Eng Alm. Die Bergahornbäume die zwischen 400 – 600 Jahre alt sind sterben so langsam ab. Dank der Spenden konnten in den letzten Jahren einige Jungahornbäume gepflanzt werden. Eine 300 Jahre Almkappelle wurde besichtigt bevor man die Herstellung des berühmten Enger–Bergkäse erfahren konnte, von dem jährlich 1600 Laibe hergestellt werden. Viele Preise, Gold und Silber wurden bei der Almkäseolympiade in Galtür erzielt. Einige nutzten das Kaufangebot als Mitbringsel, was uns bis zur Ankunft in Roßdorf mit einem angenehmen Geruch im Bus begleitete.

Einen Einkehrschwung in die kleine gemütliche Garberl Alm mit vorheriger Anmeldung (ein halbes Jahr) sollte unser Tagesabschluss sein, bevor wir wieder die Mautstelle passierten. Unser charmanter, gut aussehender Fahrer Tom, ein Äthiopier, hatte schon bei der Einfahrt einen „Dialog" mit der ausgesprochen hübschen Dame in dem Mauthäuschen, was diese bei der Ausfahrt veranlasste unseren Tom persönlich mit Foto zu verabschieden. KHV Roßdorf unterwegs in Völker verbindender Mission.

Vor dem Beginn unserer Heimreise stand die Besichtigung Bad Tölz auf unserem Reiseplan. Mit unserer Stadtführerin Julia Friedel hatten wir wieder einmal eine gute Wahl getroffen. Beginnend mit Aufstieg zum Kalvarienberg und der Kirche genossen wir einen herrlichen Blick auf Bad Tölz. Der Weg führte uns durch die Marktstraße zur Leonhardikappelle und in den Park zum Thomas Mann Haus. Abgesehen von den Erklärungen über Thomas Mann und der heutigen Nutzung des Anwesens gab es zu unser Überraschung eine kleine Brotzeit von Julia. Vor Antritt der Rückreise nahmen wir noch in einem Gasthaus eine Stärkung zu uns die „frisch zubereitet" wurde und „etwas Zeit" in Anspruch nahm.

Die Heimfahrt verlief ohne Staus und dank der umsichtigen Fahrweise unseres lieb gewonnenen „Toms". Ein großer Dank gilt den Teilnehmern der Reise die trotz dem nicht immer wohl gesonnenen Wetters einen wesentlichen Beitrag zu der Harmonie und Ablauf der Reise beigetragen haben. Sie waren eine prima Truppe. Den Ausrichtern hat es gut getan, so angenehme Tage organisiert zu haben. Nicht alle, jeweils am gemeinsamen Abendessen, vorgetragene Eindrücke und persönliche Wortspielereien, können in diesem Bericht wiedergegeben werden. Aber er zeigt, dass die gute Laune ständig vorhanden war.

Als Überraschung erwartete uns in der Montagsausgabe des Darmstädter Echos das Bild von Kochel am See in der Sonne, wie wir es uns gewünscht hätten.

h.g.r.

Naturkundliche Exkursion des KHV am 24. Mai 2014 in den OHI-Steinbruch Roßberg

Roßbergexkursion 2014Rechtzeitig zum Beginn der Führung in den Steinbruch heiterte sich das Wetter auf, über hundert Teilnehmer aus Roßdorf und den umliegenden Orten fanden sich ein und nahmen die Gelegenheit wahr, einen Blick in das Innere des Roßbergs mit dem riesigen und tiefen Krater des Basaltabbaus und der Ostwand mit ihren Basaltsäulen zu werfen. Dies ist ansonsten nicht möglich, da das Betreten des Betriebsgeländes der OHI nicht erlaubt ist.

Dr. Rudolf Schug gab an verschiedenen Stationen des Weges in den Basalt-Steinbruch Erläuterungen über das ursprüngliche Aussehen des Vulkanberges und seine Veränderung durch den Basaltabbau, die Entstehung der Basaltlagerstätte im Berg aus erstarrter Lava im Schlot eines Vulkans des Tertiär, über die Ausbildung der Basaltsäulen und die Eigenschaften des Roßberg-Basalts, der ein hervorragender Baustoff ist. Die geologischen Ursachen der Entstehung des Roßberg-Vulkans im Tertiär fanden das besondere Interesse der Exkursionsteilnehmer, da diese Vorgänge bis heute fortwirken, wie das ungewöhnlich starke Erdbeben in unserer Umgebung vor einer Woche in aller Deutlichkeit zeigt. Denn der Einbruch des Oberrheintal-Grabens mit tiefgreifenden Störungsrissen im kristallinen Odenwald in West-Ost-Richtung ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen.

Die über 116-jährige Betriebsgeschichte des OHI-Steinbruchs Roßberg und die harten Arbeitsbedingungen der Steinbrecher im Bruch waren eine weiteres Thema der Schilderungen von Dr. Schug insbesondere im Vergleich mit den heutigen Arbeitsabläufen im voll mechanisierten Steinbruchbetrieb. Wo früher Hundertschaften von Arbeitern tätig waren, bringen heute durchschnittlich 10 Arbeitskräfte mit dem modernen Maschinenpark dieselbe Produktionsleistung auf.

R.S.

Porta NigraBei strahlendem Sonnenschein fuhren wir in Roßdorf los, das gute Wetter begleitete uns den ganzen Tag. Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Unsere Führung begann an der Porta Nigra, dem größten römischen Monument nördlich der Alpen. Dieses Osttor der römischen Stadt ist das einzige der vier großen römischen Stadttore, das nicht verfiel und als Baumaterial verwendet wurde, weil es schon früh als Kirche genutzt wurde. Im frühen Mittelalter wurde es dann zur großen Kirche ausgebaut, dabei wurde der südliche Turm abgerissen und als Baumaterial für den Ausbau der Kirche verwendet. So präsentiert sich die Porta Nigra heute ohne den südlichen Turm, aber mit dem romanischen Anbau, der sich harmonisch in den römischen Bau einfügt, so dass man erst nach dem Hinweis auf die Entstehung diesen Teil als nicht römisch erkennt.
Anschließend führte uns die Stadtführerin am Dreikönigshaus vorbei zum Hauptmarkt, der zwar keine römischen Bauten aber ein gelungenes Ensemble des Mittelalters bietet. Anschließend ging es zum Dom, dem ältesten Kirchenbau nördlich der Alpen. Der Kern geht auf die Zeit des römischen Kaisers Konstantin zurück bzw. seiner Mutter, die den Heiligen Rock nach Trier brachte und dafür eine passende Kirche bauen ließ. Direkt angebaut wurde im 13. Jh. die Liebfrauenkirche, die erste weitgehend runde Hallenkirche in Deutschland.

Anschließend führte uns der Weg zur Konstatin-Basilika, dem Thronsaal der späten römischen Kaiser im 3. JH. Dieser gewaltige Bau verdankt seine Erhaltung der Nutzung als Kirche bzw. als Markthalle im Mittelalter. Der Konstantin-Palast war eingefügt in eine Reihe großer Prachtbauten, die aber alle der Nutzung als Baumaterial anheimfielen. Der Konstantin-Palast ist einer der größten erhaltenen römischen Bauten überhaupt. Nach der ausführlichen und sehr engagierten Stadtführung konnten wir uns direkt am Landesmuseum in einem Restaurant ausruhen. Danach führte uns die gleiche Dame durch die ständige Ausstellung des rheinischen Landesmuseums. Schwerpunkt waren die großen römischen Monumente und Grabanlagen mit dem berühmten Weinschiff und dem vor einigen Jahren gefundenen größten römischen Goldschatz, der bei Bauarbeiten zufällig gefunden wurde.

Gegen 17 Uhr nahmen wir unsere Zimmer in unser Hotel am Rande der Altstadt. Wir hatten nach dem Abendessen genügend Zeit für einen Bummel durch das abendliche Trier.

Am nächsten Morgen führte uns unsere Stadtführerin durch die sog. Kaiserthermen, einen gewaltigen Bau aus dem 2.Jh., der aber nie fertiggestellt wurde und im 4.Jh. zur Kavalleriekaserne umgebaut wurde. Die Ausmaße der Anlage sind gewaltig und demonstrieren die Bedeutung, die das römische Badewesen im 2.Jh hatte. Für die Bürger wurden etwa zur gleichen Zeit die Barbara-Thermen gebaut.

Anschließend hatten wir genügend Zeit zum Shoppen und Bummeln durch die Stadt. Gegen Mittag fuhren wir dann nach Saarburg, einer kleinen Stadt mit Burg, steilen Weinbergen an den Hängen der Saar und einem großen Wasserfall mitten in der Stadt. Dieser Wasserfall des Leuk-Baches trieb bis ins letzte Jahrhundert Mühlen und später Turbinen an. Den letzten Teil unserer Tour bildete die Fahrt durch das enge Tal der unteren Saar bis Mettlach mit seinem barocken Kloster, heute Sitz der Verwaltung von Villeroy & Boch und zur Cloef mit dem imposanten Ausblick auf die Saarschleife. Unsere eindrucksvolle Fahrt endete gegen 19 Uhr in Roßdorf.

d.k.