Veranstaltungsberichte

Ortsgeschichte von Roßdorf - 100 Jahre Ende des 1. Weltkriegs (28.07.1914 – 11.11.1918)

Aus diesem Anlass hatte unser Vereinsmitglied Klaus Schollenberger eine Ausstellung zusammengestellt, die bis zu ihrem Ende am 4. November 2018 großes Interesse fand. Ebenso konnte er bei seinem Einführungsvortrag am 5. Oktober 2018 viele Zuhörer begrüßen. Die Klasse R10b besuchte die Ausstellung mit ihrem Lehrer Ansgar Schäfer in einer Sonderführung. Ein Bericht wird im RAZ veröffentlicht.

Der 1. Weltkrieg begann nach der Ermordung von Erzherzog Ferdinand von Österreich-Ungarn mit der Kriegserklärung an Serbien. In kurzer Zeit entwickelte sich daraus ein Weltkrieg, der ca.17 Millionen Menschen das Leben kostete, davon allein ca. 9 Millionen Soldaten. Genaue Kenntnisse über den Krieg auf Roßdorf bezogen verdanken wir der monatlichen Zeitschrift der ev. Kirche Roßdorf „Heimatklänge“. Sie erschien erstmals 1906 und stellt einen unschätzbaren Wert dar, weil Briefe von Soldaten anonym und auch Berichte veröffentlicht wurden. Die Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt besitzt die Jahrgänge von 1906 bis1922, die auch die Brandnacht von Darmstadt überlebten.

2 Briefe von Soldaten aus den Jahren 1914 und 1915 wurden von Brigitte Pokinskyj vorgelesen. Der Sohn des Roßdorfer Heimatdichters Friedrich Löffler wurde 1917 eingezogen und fiel 2 Monate vor Kriegsende. Seine Enkelin, die 93-jährige Hilde Reimann, las ein Gedicht vor, das er nach der Todesnachricht geschrieben hatte.

Es ließen 117 Roßdorfer Soldaten ihr Leben, meist sehr junge Menschen. Der Krieg endete mit der Abdankung des Kaisers und der Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11.11.1918.

Die Auswirkungen waren gravierend. Deutschland wurde Republik, und im Land begannen Zeiten des Mangels und der Not. In Roßdorf wurden Flächen zur Verfügung gestellt, wo Selbstversorgung möglich wurde. Charly Braun verlas dazu einen Bericht aus den „ Heimatklängen“ von 1922.

In Roßdorf erinnern mehrere Gedenksteine und ein Denkmal an die mit Namen aufgeführten Gefallenen des 1. Weltkriegs.

Die vielen Informationen, die von Klaus Schollenberger zusammengetragen wurden ergeben ein wertvolles Zeugnis dieser schlimmen Zeit.

B. Pokinskyj

Tucholsky - Abend voller Witz und Musik am Samstag, den 20.10.2018

Regen Zuspruch fand der Pianist und Rezitator Johannes Kirchberg aus Hamburg, als er vor vollem Hause sein Tucholsky-Programm darbot.

"Wirf den Banker wohin du willst, er fällt immer auf dein Geld!" Mit diesen und ähnlichen sarkastischen Bemerkungen fiel Kurt Tucholsky den damaligen Herrschern negativ auf, weshalb ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt worden war. Gespickt mit politischen Bemerkungen von damals, die auch in die heutige Zeit passen, bot der Schauspieler und Sänger sehr unterschiedliche Lieder und Chansons, die teils von Hanns Eisler, teils von ihm komponiert worden waren. Johannes Kirchberg bot ein zweistündiges Programm, dem er aufgrund des großen Applauses noch drei Zugaben anhängte.

ej

Das Darmstädter Echo berichtete am 08.10.2018 über den Vortrag und die Ausstellung 100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs von Klaus Schollenberger.

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Veranstaltung am 28.09.2018

Sri Lanka - kritisch betrachtet - Spenden für Kindergarten

Unerwartet guten Zuspruch erhielt der interessante Vortrag einer Familien- und Bildungsreise nach Sri Lanka.

Neben schönen Fotos und Erzählungen erhielten die Zuschauer und -hörer Einblicke in die veränderte Situation in dem Entwicklungsland.

Kritisch wurde vor allem die Korruption und die wachsende Abhängigkeit von Chinas Krediten hervorgehoben. Der Tsunami von Weihnachten 2004 war ebenso Thema wie die Impressionen von Land und Leute sowie dem besuchten Nationalpark. Applaus gab es besonders für die Ankündigung, dass die Hälfte der Eintrittsgelder an ein Kindergarten-Projekt im Süden Sri Lankas geht, das von der ev. Kirchengemeinde Otzberg betreut wird.

ej

Konzert Duo Fado Instrumental am 14.09.2018 im Museum

Foto: Klaus SeiwaldFoto: Klaus SeiwaldDie Liebhaber der portugiesischen Fado-Musik erlebten zum wiederholten Mal ein wundervolles Konzert des Duos Jan Dijker (portugiesische Gitarre) und Oliver Jaeger (spanische Gitarre und Bandoneon). Den beiden Musikern gelang es, das Publikum vor vollem Haus im Museum mit ihrer instrumental vorgetragenen Fado-Musik in ihren Bann zu ziehen und in einer akustischen Traumreise in den Süden zu entführen. Das Duo interpretierte mit eigenen Stilelementen eine moderne Fado-Musik bekannter portugiesischer Komponisten und spielte Eigenkompositionen.

Hierbei entfaltete der besondere sphärische Klang der portugiesischen Gitarre mit dem akzentuierten Rhythmus des Bandoneons neben der spanischen Gitarre betörende Klangbilder, wobei das sehr gut miteinander harmonierende Duo mit virtuoser Beherrschung ihrer Instrumente die Seele des Fado ausbreitete und das Publikum verzauberte.

Oliver Jaeger führte mit humorvollen Erläuterungen vor den einzelnen aufgeführten Musikstücken in die Entstehung der Kompositionen und in die Welt der sentimentalen, schwermütigen Fado-Musik in humorvoller Weise ein, bevor die Zuhörer in den Bann der Melodien gezogen wurden.

Das Publikum dankte den Musikern am Schluss des Konzerts und einer Zugabe mit kräftigem Applaus.

R. Schug

Klaviermatinée im Roßdörfer Museum am 2.9.2018

Ein gelungener Auftritt mit Studierenden der Klavierklasse Friederike Richter von der Darmstädter Akademie für Tonkunst und Gästen sorgte für großes Interesse im Roßdörfer Museum. Der Kulturhistorische Verein verwirklichte damit seine Absicht, auch jüngeren Künstlern, die sich noch in der Ausbildung befinden, Gelegenheit zu geben, sich öffentlich einem sachkundigen Publikum zu präsentieren. Zu hören waren sieben Studenten der Akademie, fortgeschrittene Schüler der Klavierpädagogin Friederike Richter, dazu auch eine Sopranistin aus der Klasse Elizabeth Richards sowie ein Cellist, der bei Christoph von Erffa in Ausbildung steht. Das Programm der Matinée stand unter dem Motto „Im Fokus: Johannes Brahms“ und umfasste eine Rhapsodie, Lieder, Balladen, Walzer für vier Hände, zwei Sätze aus einer Sonate für Klavier und Violoncello sowie die Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Händel. Friederike Richter, die als Dozentin ihr umfangreiches Können und Erfahrung mit Erfolg an die jüngere Generation weitergibt, moderierte das Konzert und gab zu allen Stücken ausführliche Hintergrundinformationen.

Die Zuhörer erlebten eine Darbietung junger Künstler/innen auf hohem Niveau. Höhepunkt waren die Händel-Variationen am Ende des Konzerts. Mit langanhaltendem Beifall wurden die Künstler verabschiedet, und es wurde vielfach der Wunsch geäußert, derartige Konzerte in Zukunft zu wiederholen.

FJS

Thomas Scheytt spielte am 21.07.2018 in Roßdorf im Handwerksmuseum auf

„Was ist denn heute los, so voll war es ja noch nie“  …. diese erstaunten Worte musste die Veranstalterin und Museumsleiterin Barbara Hechler  vom Handwerksmuseum Roßdorf unter der Ägide des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf e.V. an diesem Abend des öfteren hören.

Die objektive Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten: das Konzert war ausverkauft und etliche Stühle mußten noch in alle nur möglichen freien Ecken gestellt werden. Bemerkenswert auch zu erwähnen, dass es nicht nur Roßdörfer waren, die herbeiströmten, sondern auch Besucher aus Darmstadt und Umgebung und weiterem Umkreis.

Da taucht doch sofort die Frage auf, woran das liegen könnte: an der fleißigen Werbung von Barbara Hechler oder war es das besondere Musikgenre, das erstmalig mit Blues, Boogie Woogie und eigenen Kompostionen des Freiburger Pianisten Thomas Scheytt im Roßdorfer Veranstaltungsprogramm angekündigt war?

Das Programm „Piano Solo“ des zweifachen Blues Award Gewinners Thomas Scheytt kam bereits bei den ersten Klängen des Gastes aus Freiburg begeisternd an. Wenn Scheytt loslegt, präsentiert er eine Leidenschaftlichkeit, die nicht nur in seinem Gesichtsausdruck und der Tastenakrobatik seiner Finger, sondern sich auch im vibrierenden Körper und tanzenden Beinen wiederspiegelt - im Sturm erobert er mit Blues und Boogie Woogie seine Zuhörer.

Egal, ob Scheytt die Boogie Woogie Klassiker oder Eigenkompositionen wie „Flower Street Express oder „Fifty Dollar Boogie “ spielt, mit phantasievollen Improvisationen begeistert er ohne Effekthascherei.

Thomas Scheytt hat den Blues verinnerlicht und kann damit seine Zuhörer durch sein tiefes Einfühlungsvermögen ebenso verzaubern wie mit Boogie  Woogie, die er mit atemberaubenden Tempi spielt und somit sein Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißt.

Dieses Konzert ist aber nicht nur ein musikalischer Ohrenschmaus. Scheytt versteht es auch, sein Publikum mit einer informativen und witzigen Moderation in seinen Bann zu ziehen.
So vermittelt er Wissen über verschiedene Musikrichtungen, gibt Hinweise zum Ragtime, aber auch Auskunft über Persönliches aus seiner Biografie, das in manchen Eigenkompositionen Spuren hinterlassen hat. So lassen seine Erinnerungen an die Zeit als Kirchenorganist in der Interpretation einer Sonnenaufgangs-Empfindung in “Out of the dark“ die Zuhörer nachempfinden, was Orgel-und Bluesklänge  verbindet.

In einem sehr ausgewogenen Wechsel von Boogie Woogie und Blues vermag er sein Publikum immer wieder zu Szenenapplaus zu animieren oder mit leisen und besinnlichen Tönen wie mit seiner eigenen Version von Ray Charles “Georgia on my mind“ die Zuhörer in nachdenklicher Stille zunächst verharren zu lassen, um  dann aber in jubelndem Applaus zu enden.
Man weiß nicht, wer hier wen animiert: ob die unbändige Spielfreude von Thomas Scheytt auf das Publikum überspringt, oder die echte Begeisterung des Publikums den Pianisten zu virtuosen Höchstleistungen treibt.

Es war ein Konzerterlebnis, das man nicht so bald vergessen wird, zumal der Pianist zum Abschluss seine Zuhörer aufforderte, mit ihm zusammen den Gospel “Put your hand in the hand“ zu singen und zwar „möglichst lautstark“ sodass er in Freiburg berichten kann: so schön wie in Roßdorf hat es bisher nirgendwo geklungen!

Eine eigene Version von “You’ve got a friend in me“ sollte als weitere Zugabe ein Dank an die begeisterten Zuhörer sein. Mit Standingovations verabschiedete ein fröhlich gestimmtes Publikum den Pianisten, der strahlend ob solcher Begeisterungsstürme die Heimreise nach Freiburg antratt.

m.w.

Kammerkonzert im ehemaligen Roßdörfer Bahnhof am 17.Juni 2018

Im Rahmen des Kultursommers Südhessen hatte der Kulturhistorische Verein das Ensemble Tedesco aus Hannover eingeladen. Dieses 1992 gegründete Ensemble tritt nicht nur wie hier als Streichquartett, sondern auch in anderen Formationen, z. B. als Klaviertrio oder auch mit Bläserbegleitung auf und gastiert in ganz Europa und auch in anderen Teilen der Welt. Saskia Rohde und Florian Bartl, Violine, Franziska Bouterwek, Viola, und Sabine Angela Lauer, Violoncello sind ein gut eingespieltes Team, das eindrucksvoll die verschiedenen Facetten der Kompositionen vermitteln konnte.

Zu Beginn hörte man das Streichquartett op.20/2 von Joseph Haydn, ein Werk aus der Frühphase des Komponisten. Eindrucksvoll gelang der sonore Klang in den langsamen Sätzen und auch die technisch brillante Wiedergabe des abschließenden Allegro. Das im Anschluss daran gespielte Streichquartett von Ludwig van Beethoven in e-moll entstand im Zusammenhang mit der Bekanntschaft Beethovens mit dem russischen Grafen Rasumowski und enthält Teile von russischen Volksmelodien. Die Ausführung verlangt ein beachtliches technisches Niveau, das von dem Ensemble mit Perfektion bewältigt wurde.

Höhepunkt des Abends nach der Pause wurde das Streichquartett op. 67 von Johannes Brahms. Auf einen atemberaubend schnellen Eingangssatz folgte ein idyllisches Andante mit einer langen Kantilene der ersten Violine. Eine eher seltene Dominanz der Bratsche war in dem nachfolgenden, mit Agitato beschriebenen Satz zu hören. Das Finale ist ein tänzerisches Allegretto con variazioni, ein ungewöhnlicher Einfall des sonst so ernsten Komponisten.

Mit lang andauernden Applaus bedankten sich die Zuhörer für das schöne Konzert.

FJS

Das Darmstädter Echo berichtete am 11.06.2018 mit einem Bild des Museumsgartens über die Aktion gARTen 2018.

gARTen 2018

Sogar die Erwachsenen mussten oft lachen, als am 11.03.2018 beim Puppentheater im Alten Bahnhof Kartoffelfritz sich auf den Weg zur Insel Bili-Bili machte.

Vor ausverkauftem Haus faszinierte Eva Böhm mit ihren Puppen Kinder und Enkelkinder. Auf der Suche nach dem Kartoffelkönig begegnete Kartoffelfritz manch skurriler Figur, teilweise mit wunderbarem hessischen Akzent und schaffte es letztendlich sein Ziel zu erreichen.

Der Kulturhistorische Verein bemüht sich, auch im Jahr 2019 das Puppentheater Pusteblume aus Darmstadt für eine Aufführung zu gewinnen, zumal Eva Böhm bald ihre "Puppenkarriere" beenden will.

ej

Das Darmstädter Echo berichtete am 05.03.2018 über den Vortrag von René Bennert über seinen explosiven Job beim Kampfmittelräumdienst. [Link]