Veranstaltungsberichte

Klaviermatinée im Roßdörfer Museum am 2.9.2018

Ein gelungener Auftritt mit Studierenden der Klavierklasse Friederike Richter von der Darmstädter Akademie für Tonkunst und Gästen sorgte für großes Interesse im Roßdörfer Museum. Der Kulturhistorische Verein verwirklichte damit seine Absicht, auch jüngeren Künstlern, die sich noch in der Ausbildung befinden, Gelegenheit zu geben, sich öffentlich einem sachkundigen Publikum zu präsentieren. Zu hören waren sieben Studenten der Akademie, fortgeschrittene Schüler der Klavierpädagogin Friederike Richter, dazu auch eine Sopranistin aus der Klasse Elizabeth Richards sowie ein Cellist, der bei Christoph von Erffa in Ausbildung steht. Das Programm der Matinée stand unter dem Motto „Im Fokus: Johannes Brahms“ und umfasste eine Rhapsodie, Lieder, Balladen, Walzer für vier Hände, zwei Sätze aus einer Sonate für Klavier und Violoncello sowie die Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Händel. Friederike Richter, die als Dozentin ihr umfangreiches Können und Erfahrung mit Erfolg an die jüngere Generation weitergibt, moderierte das Konzert und gab zu allen Stücken ausführliche Hintergrundinformationen.

Die Zuhörer erlebten eine Darbietung junger Künstler/innen auf hohem Niveau. Höhepunkt waren die Händel-Variationen am Ende des Konzerts. Mit langanhaltendem Beifall wurden die Künstler verabschiedet, und es wurde vielfach der Wunsch geäußert, derartige Konzerte in Zukunft zu wiederholen.

FJS

Thomas Scheytt spielte am 21.07.2018 in Roßdorf im Handwerksmuseum auf

„Was ist denn heute los, so voll war es ja noch nie“  …. diese erstaunten Worte musste die Veranstalterin und Museumsleiterin Barbara Hechler  vom Handwerksmuseum Roßdorf unter der Ägide des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf e.V. an diesem Abend des öfteren hören.

Die objektive Antwort ließ auch nicht lange auf sich warten: das Konzert war ausverkauft und etliche Stühle mußten noch in alle nur möglichen freien Ecken gestellt werden. Bemerkenswert auch zu erwähnen, dass es nicht nur Roßdörfer waren, die herbeiströmten, sondern auch Besucher aus Darmstadt und Umgebung und weiterem Umkreis.

Da taucht doch sofort die Frage auf, woran das liegen könnte: an der fleißigen Werbung von Barbara Hechler oder war es das besondere Musikgenre, das erstmalig mit Blues, Boogie Woogie und eigenen Kompostionen des Freiburger Pianisten Thomas Scheytt im Roßdorfer Veranstaltungsprogramm angekündigt war?

Das Programm „Piano Solo“ des zweifachen Blues Award Gewinners Thomas Scheytt kam bereits bei den ersten Klängen des Gastes aus Freiburg begeisternd an. Wenn Scheytt loslegt, präsentiert er eine Leidenschaftlichkeit, die nicht nur in seinem Gesichtsausdruck und der Tastenakrobatik seiner Finger, sondern sich auch im vibrierenden Körper und tanzenden Beinen wiederspiegelt - im Sturm erobert er mit Blues und Boogie Woogie seine Zuhörer.

Egal, ob Scheytt die Boogie Woogie Klassiker oder Eigenkompositionen wie „Flower Street Express oder „Fifty Dollar Boogie “ spielt, mit phantasievollen Improvisationen begeistert er ohne Effekthascherei.

Thomas Scheytt hat den Blues verinnerlicht und kann damit seine Zuhörer durch sein tiefes Einfühlungsvermögen ebenso verzaubern wie mit Boogie  Woogie, die er mit atemberaubenden Tempi spielt und somit sein Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißt.

Dieses Konzert ist aber nicht nur ein musikalischer Ohrenschmaus. Scheytt versteht es auch, sein Publikum mit einer informativen und witzigen Moderation in seinen Bann zu ziehen.
So vermittelt er Wissen über verschiedene Musikrichtungen, gibt Hinweise zum Ragtime, aber auch Auskunft über Persönliches aus seiner Biografie, das in manchen Eigenkompositionen Spuren hinterlassen hat. So lassen seine Erinnerungen an die Zeit als Kirchenorganist in der Interpretation einer Sonnenaufgangs-Empfindung in “Out of the dark“ die Zuhörer nachempfinden, was Orgel-und Bluesklänge  verbindet.

In einem sehr ausgewogenen Wechsel von Boogie Woogie und Blues vermag er sein Publikum immer wieder zu Szenenapplaus zu animieren oder mit leisen und besinnlichen Tönen wie mit seiner eigenen Version von Ray Charles “Georgia on my mind“ die Zuhörer in nachdenklicher Stille zunächst verharren zu lassen, um  dann aber in jubelndem Applaus zu enden.
Man weiß nicht, wer hier wen animiert: ob die unbändige Spielfreude von Thomas Scheytt auf das Publikum überspringt, oder die echte Begeisterung des Publikums den Pianisten zu virtuosen Höchstleistungen treibt.

Es war ein Konzerterlebnis, das man nicht so bald vergessen wird, zumal der Pianist zum Abschluss seine Zuhörer aufforderte, mit ihm zusammen den Gospel “Put your hand in the hand“ zu singen und zwar „möglichst lautstark“ sodass er in Freiburg berichten kann: so schön wie in Roßdorf hat es bisher nirgendwo geklungen!

Eine eigene Version von “You’ve got a friend in me“ sollte als weitere Zugabe ein Dank an die begeisterten Zuhörer sein. Mit Standingovations verabschiedete ein fröhlich gestimmtes Publikum den Pianisten, der strahlend ob solcher Begeisterungsstürme die Heimreise nach Freiburg antratt.

m.w.

Kammerkonzert im ehemaligen Roßdörfer Bahnhof am 17.Juni 2018

Im Rahmen des Kultursommers Südhessen hatte der Kulturhistorische Verein das Ensemble Tedesco aus Hannover eingeladen. Dieses 1992 gegründete Ensemble tritt nicht nur wie hier als Streichquartett, sondern auch in anderen Formationen, z. B. als Klaviertrio oder auch mit Bläserbegleitung auf und gastiert in ganz Europa und auch in anderen Teilen der Welt. Saskia Rohde und Florian Bartl, Violine, Franziska Bouterwek, Viola, und Sabine Angela Lauer, Violoncello sind ein gut eingespieltes Team, das eindrucksvoll die verschiedenen Facetten der Kompositionen vermitteln konnte.

Zu Beginn hörte man das Streichquartett op.20/2 von Joseph Haydn, ein Werk aus der Frühphase des Komponisten. Eindrucksvoll gelang der sonore Klang in den langsamen Sätzen und auch die technisch brillante Wiedergabe des abschließenden Allegro. Das im Anschluss daran gespielte Streichquartett von Ludwig van Beethoven in e-moll entstand im Zusammenhang mit der Bekanntschaft Beethovens mit dem russischen Grafen Rasumowski und enthält Teile von russischen Volksmelodien. Die Ausführung verlangt ein beachtliches technisches Niveau, das von dem Ensemble mit Perfektion bewältigt wurde.

Höhepunkt des Abends nach der Pause wurde das Streichquartett op. 67 von Johannes Brahms. Auf einen atemberaubend schnellen Eingangssatz folgte ein idyllisches Andante mit einer langen Kantilene der ersten Violine. Eine eher seltene Dominanz der Bratsche war in dem nachfolgenden, mit Agitato beschriebenen Satz zu hören. Das Finale ist ein tänzerisches Allegretto con variazioni, ein ungewöhnlicher Einfall des sonst so ernsten Komponisten.

Mit lang andauernden Applaus bedankten sich die Zuhörer für das schöne Konzert.

FJS

Das Darmstädter Echo berichtete am 11.06.2018 mit einem Bild des Museumsgartens über die Aktion gARTen 2018.

gARTen 2018

Sogar die Erwachsenen mussten oft lachen, als am 11.03.2018 beim Puppentheater im Alten Bahnhof Kartoffelfritz sich auf den Weg zur Insel Bili-Bili machte.

Vor ausverkauftem Haus faszinierte Eva Böhm mit ihren Puppen Kinder und Enkelkinder. Auf der Suche nach dem Kartoffelkönig begegnete Kartoffelfritz manch skurriler Figur, teilweise mit wunderbarem hessischen Akzent und schaffte es letztendlich sein Ziel zu erreichen.

Der Kulturhistorische Verein bemüht sich, auch im Jahr 2019 das Puppentheater Pusteblume aus Darmstadt für eine Aufführung zu gewinnen, zumal Eva Böhm bald ihre "Puppenkarriere" beenden will.

ej

Das Darmstädter Echo berichtete am 05.03.2018 über den Vortrag von René Bennert über seinen explosiven Job beim Kampfmittelräumdienst. [Link]

Irith Gabriely und Irina Loskova am 26.1.2018 im Museum

Das Duo begeisterte Publikum mit Klezmer, Piano und Anekdoten. Unerwartet beschwingt und fröhlich verlief das Konzert mit dem Duo Irith Gabriely und Irina Loskova am Vorabend des Holocaust-Gedenktages im Alten Bahnhof.

Mit interessanten Kompositionen jüdischer Klassikmusik - stimmungsvoll am Klavier begleitet von der russischstämmigen Pianistin Loskova - versetzte die israelische Klarinettenspielerin die Zuhörer in die Welt der Rabbis und der jüdischen Gemeinschaft.

Das vollbesetzte Haus erlebte u.a. Musikstücke von Paganini, Benny Goodman, Josef Horowitz sowie traditionelle Klezmerstücke. Das Ganze wurde aufgelockert, bereichert mit jüdischen Anekdoten und Witzen. Sowohl der Applaus, die Zugaben als auch der Verkauf der CDs zeigte die Begeisterung, mit der das Publikum den Abend aufgenommen hatte. Nicht mit Blumen, sondern mit Roßdörfer Weinen wurden das Duo Richtung Kassel verabschiedet, wo sie für den Hessischen Rundfunk ein Konzert aufnehmen. ej

Das Darmstädter Echo berichtete am 30.01.2018 über den Auftritt. Zum Bericht

Bildergalerie

   

Alle Fotos: Klaus Seiwald

Stationen einer einjährigen Weltreise: „Australien“

Vortrag von Sabine und Michael Menzel im Museum Roßdorf am 24.11.17

Beim inzwischen fünften Lichtbildervortrag über ihre einjährige Weltreise berichteten Sabine und Michael Menzel über ihre Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Kontinent Australien. Obwohl die Reise schon einige Zeit zurückliegt und die meisten Zuhörer im Publikum die vorigen Vorträge besucht hatten, erwarteten 76 Besucher einen nach wie vor spannenden, anschaulichen und lebhaften Bericht über die durchmessenen Weiten des australischen Kontinents. Hervoragende Bilder von den endlosen Weiten im Outback, dramatischen Schluchten, Bergen, Tropenwälder, Tier- und Pflanzenwelt, einsamen Wanderungen, traumhaften Meeresstränden begeisterten die Zuschauer, aber ebenso die Eindrücke von den Großstädten im Südosten Australiens mit den interessanten Kommentaren von Michael Menzel über die Lebensweise der Australier, ihre Mentalität, die soziale Infrastruktur im Vergleich zu Deutschland. Die lebhafte und anschauliche Darstellung zu den Bildern brachten die Reiseindrücke wieder in die Gegenwart zurück und fesselten wie bei den früheren Vorträgen das Publikum.

R. Schug

Vortrag von Dr. Michael Wuttke am 21.10.2017

Wir Roßdorfer leben neben einem Vulkan, nämlich dem Roßberg. Er ist zwar seit Millionen Jahren erloschen, aber die Vorstellung, er könnte wieder einmal aktiv werden, schwebt immer in unserer Vorstellung. Wir werden auch durch wiederkehrende Erdbeben immer wieder daran erinnert, dass die Erde in unserer Umgebung geologische Störzonen aufweist, durch die Magma auf der Tiefe aufsteigen kann, wie dies in der Tertiärzeit beim Roßberg und der Grube Messel geschehen ist. Ursache ist die Absenkung des Oberrheintal-Grabens. Sie schreitet nach wie vor voran und wirkt auf die Randzonen ein, in deren Bereich auch Roßdorf liegt.

An dem Thema besteht offensichtlich großes Interesse, denn zu dem Vortrag erschienen 65 Teilnehmer im Museum, um dem Vortrag des Dipl.-Geologen Dr. Wuttke zu folgen. In sehr anschaulicher Weise und mit hervorragenden Bildern stellte Dr. Wuttke die geologischen Wirkungsmechanismen dar, die zum Aufsteigen von Magma durch die Erdkruste führen. Konkret erläuterte Dr. Wuttke die aktuellen geologischen Forschungsergebnisse zu der nachgewiesenen Maar-Explosion der Grube Messel und beschrieb den wahrscheinlichen Ablauf des Vulkanausbruchs Roßberg. Als gesichert ist anzusehen, dass am Ende der aktiven vulkanischen Phase des Roßberg-Vulkans ein Lava-See im Krater stand und langsam auskühlte, sodass die Basaltlagerstätte mit Säulenstruktur im Vulkanschlot entstand. Interessant war auch die vergleichende Betrachtung mit dem Vulkanismus im ostafrikanischen Grabenbruch und die vulkanischen Ereignisse im Gebiet des Vesuv.

Insgesamt erlebten die Besucher einen äußerst informativen Vortrag mit anschließender lebhafter Diskussion.

R. Schug

Das Darmstädter Echo berichtete in seiner Ausgabe vom 23.10.2017.

Mit Humor und feiner Ironie durch den Alltag

Vor vollem Haus präsentierte die Künstlerin Gundula Schneidewind am 14.10.2017 ihr neues Kabarett-Programm. Beginnend mit dem Lied "Kleiner Scheißer" unterhielt sie das Publikum mit Liedern und Sketchen. So wunderte sich die "Bäuerin Martha aus Ostwestfalen" über die moderne Technik, die nun sogar schon die Haustiere beglückt oder über den Staubsaugerroboter, der eigenmächtig zum Nachbarhof ausreißt und sich danach gar einen Urlaub gönnt.

Höhepunkte waren die therapeutische Betrachtung eines Klappstuhls, die Küsterin und Putzfee, die einen Ikebana-Kurs belebt sowie die spontane Endlosgeschichte, die das Multitalent aus Gundernhausen mit Hilfe von Stichwörtern aus dem Publikum kreierte.

Mit guter Beobachtungsgabe und feiner Ironie beschreibt Gundula Schneidewind die Welt um uns herum, sparte nicht mit Kritik und brachte den Saal zum Schmunzeln und Nachdenken.

ej

Das Darmstädter Echo berichtete am 17.10.2017 unter dem Titel "Aus dem Alltag gefischt".

Ein konzertanter Tangoabend am 3.09.2017

Mi tango queridoZum wiederholten Male traten die beiden Jenaer Musiker Bettina Born und Wolfram Born auf Einladung des Kulturhistorischen Vereins im vollbesetzten Roßdorfer Museum auf.

Beide Künstler sind Absolventen der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar und konzertieren seit vielen Jahren sehr erfolgreich in ganz Deutschland und weiteren europäischen Ländern. In einem leidenschaftlichen Zwiegespräch zwischen Akkordeon und Klavier spannten sie den Bogen des traditionellen argentinischen Tangos bis zur großen Dramatik der Kompositionen von Astor Piazolla und Osvaldo Pugliese. Dazu gab es Kostproben weiterer südamerikanischer Komponisten wie Horacio Salgan, Geraldo Rodriguez, Pablo Jose Vasquez und auch eigene Kompositionen der beiden Künstler, die sich gut in den Rahmen des Programmes einfügten. Bettina Born trat sowohl als Akkordeonistin, als Sängerin und auch als Moderatorin auf und vermittelte mit geschickten Erläuterungen den Zuhörern das musikalische Stimmungsbild der dargebotenen Kompositionen.

Wolfram und Bettina Born spielten mit hoher Virtuosität und begeisterten die Zuhörer, die sich mit langanhaltendem Beifall für den gelungenen Abend bedankten.
FJS