Ausstellung: Fekete – und seine Künstlerfreunde

Foto: Horst BathonFoto: Horst BathonAm 19. Juli um 11.00 Uhr wurde die neue Ausstellung „Fekete – und seine Künstlerfreunde“ im Museum Roßdorf eröffnet. Noch wenige Minuten vor Beginn der Vernissage waren erst wenige Besucher da. Doch dann strömte es, und es fanden sich rasch über 50 Kunstinteressierte ein, um zu sehen und zu hören.

Zu hören war Dr. Roland Held mit seiner ausführlichen Eröffnungsrede, in der er die Frage stellte „Wie kommt man nur dazu, sich einen anderen Maler ins Atelier zu holen!“ Er fing mit Pablo Picasso an, der schon in seinen frühen Jahren Kunst von anderen Künstlern kaufte.

Held fragte sich wie kommt Esteban Fekete dazu, sich einen anderen Maler ins Atelier zu holen. Denn einige der Arbeiten, die in der jetzigen Ausstellung erstmals gemeinsam präsentiert sind, hingen tatsächlich, teils angepinnt, teils mit Klammern an Schnüren, in dem Kellerraum auf dem Stetteritz, wo Fekete seine Druckwerkstatt hatte, Seite an Seite mit vielen Plakaten zu eigenen und fremden Ausstellungen und ihnen offenbar gleichwertig, weil ebenfalls ungerahmt, ungeschützt dem Licht, den Temperaturschwankungen, Staub und Spinnweben ausgesetzt. Ob Fekete nach dem Erwerb gelegentlich noch einen Blick darauf warf, ist nicht zu beantworten. Seines war das Talent eines Künstlers, nicht das eines Archivars.

Picasso hat immer dazugekauft, wenn auch nicht unbedingt systematisch, eher gelegenheitsorientiert und geschmacklich sehr breit aufgestellt, was seine Sammlung letztendlich publik machte. Bei Fekete sind Zukäufe eher zu bezweifeln. Die „Sammlung Fekete“ ist ebenfalls breit aufgestellt, weil sie das ganze Spektrum dessen umfasst, was Künstlerfreunde, Schüler und Verehrer seines Werkes, wie Bruno Müller-Linow, Barbara Beisinghoff, Eich Stahl, Szalay Lajòs, Alfred Pohl, Karl-Heinz Hansen-Bahia, Barbara Steinbach u.a. ihm über Jahrzehnte in die Hand drückten oder postalisch zuschickten, oft als Geburtstag- oder Neujahrsgruß. Meistens Graphisches, ob gezeichnet oder gedruckt, was bei einem bekannten Farbholzschneider ja passend ist.

Sehr schön war, dass einer von Feketes Künstlerfreunden anwesend war, Erich Stahl. Er erzählte uns wie er Esteban Fekete kennengelernt hat und wie der erste Fekete-Holzschnitt in seinen Besitz kam. Er bekam ihn von Fekete höchst persönlich geschenkt.

Erich Stahls Markenzeichen ist den Kupferstich immer wieder zu kombinieren mit anderen Drucktechniken. Bildhaftes, Text und Kalligraphie verschmelzen bei ihm tendenziell zur Einheit, was mehrere ausgestellte Blätter und ein Künstlerbuch eindrücklich zeigten.

Esteban Fekete tritt bei dieser Ausstellung in den Hintergrund; es sind nur sechs Tuschzeichnungen und 2 Holzschnitte von ihm zu sehen. Aber ich denke, Esteban Fekete würde diese Ausstellung gefallen.

U.B.