Kammerkonzert im ehemaligen Roßdörfer Bahnhof am 17.Juni 2018

Im Rahmen des Kultursommers Südhessen hatte der Kulturhistorische Verein das Ensemble Tedesco aus Hannover eingeladen. Dieses 1992 gegründete Ensemble tritt nicht nur wie hier als Streichquartett, sondern auch in anderen Formationen, z. B. als Klaviertrio oder auch mit Bläserbegleitung auf und gastiert in ganz Europa und auch in anderen Teilen der Welt. Saskia Rohde und Florian Bartl, Violine, Franziska Bouterwek, Viola, und Sabine Angela Lauer, Violoncello sind ein gut eingespieltes Team, das eindrucksvoll die verschiedenen Facetten der Kompositionen vermitteln konnte.

Zu Beginn hörte man das Streichquartett op.20/2 von Joseph Haydn, ein Werk aus der Frühphase des Komponisten. Eindrucksvoll gelang der sonore Klang in den langsamen Sätzen und auch die technisch brillante Wiedergabe des abschließenden Allegro. Das im Anschluss daran gespielte Streichquartett von Ludwig van Beethoven in e-moll entstand im Zusammenhang mit der Bekanntschaft Beethovens mit dem russischen Grafen Rasumowski und enthält Teile von russischen Volksmelodien. Die Ausführung verlangt ein beachtliches technisches Niveau, das von dem Ensemble mit Perfektion bewältigt wurde.

Höhepunkt des Abends nach der Pause wurde das Streichquartett op. 67 von Johannes Brahms. Auf einen atemberaubend schnellen Eingangssatz folgte ein idyllisches Andante mit einer langen Kantilene der ersten Violine. Eine eher seltene Dominanz der Bratsche war in dem nachfolgenden, mit Agitato beschriebenen Satz zu hören. Das Finale ist ein tänzerisches Allegretto con variazioni, ein ungewöhnlicher Einfall des sonst so ernsten Komponisten.

Mit lang andauernden Applaus bedankten sich die Zuhörer für das schöne Konzert.

FJS