Veranstaltungsberichte

Freitag, den 9. Oktober, der Vortragsraum im Museum füllt sich rasch mit rund fünfzig erwartungsvollen Zuhörern. Die Vorsitzende des KHV führt den Referenten des Abends, Dr. Horst Bathon, ein und teilt mit, dass die „Naturdenkmale des Landkreises Darmstadt-Dieburg“ bereits von 1983 bis 1986 von ihm und Georg Wittenberger erstmals erfasst, aufgesucht, bewertet und der Öffentlichkeit als Buch zugänglich gemacht wurden. Annähernd dreißig Jahre später war es nun an der Zeit, die Naturdenkmale des Landkreises erneut aufzusuchen.

Einleitend zeigte der Referent, dass durch den steigenden Flächenverbrauch für Wohn-, Industrie- und Straßenbau, Energiegewinnung u.a.m. viele Biotope vernichtet werden und damit viele Pflanzen und Tiere vom Aussterben bedroht sind. Daher ist ein behördlicher Schutz gerade der bedrohten Lebensräume vonnöten. Zu deren Erhalt wurden und werden verschieden große Gebiete unter Schutz gestellt als Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate oder auch als Naturdenkmale. Letztere sind Einzelschöpfungen der Natur, wie sehr alte Bäume und Felsgruppen aber auch Gebiete bis zu 5 ha Grundfläche.

Die meisten der 50 aktuellen Naturdenkmale im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden in Wort und Bild vorgestellt, so die annähernd 800-jährige Centlinde auf dem Heiligenberg, die etwa 580 Jahre alte Pyramiden-Eiche („Schöne Eiche“) im Harreshausener Feld, Mutter aller Pyramideneichen, oder die „Magnetfelsen“ in der Nähe der Ruine Frankenstein. Flächige Naturdenkmale sind die verschiedenen Flugsanddünen mit ihrer Pflanzenwelt aus den Steppen Osteuropas im Westen des Landkreises und die tief in den Löß eingeschnittenen Hohlen im Osten. Das flache Wiesental („Fuchswiese“) bei Stettbach wurde wegen der vom Aussterben bedrohnten beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, die hier noch in Anzahl vorkommen, als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.

Die Zuhörer dankten dem Referenten mit heftigem Applaus für seine Darstellung und die vielen tollen Farbfotos von den Naturdenkmalen, deren Flora und einigen Insektenarten. - Ein Manuskript über die Naturdenkmale des Landkreises liegt vor und soll Ende 2015 / Anfang 2016 als Buch erscheinen.

U. B.

Ausstellung: Fekete – und seine Künstlerfreunde

Foto: Horst BathonFoto: Horst BathonAm 19. Juli um 11.00 Uhr wurde die neue Ausstellung „Fekete – und seine Künstlerfreunde“ im Museum Roßdorf eröffnet. Noch wenige Minuten vor Beginn der Vernissage waren erst wenige Besucher da. Doch dann strömte es, und es fanden sich rasch über 50 Kunstinteressierte ein, um zu sehen und zu hören.

Zu hören war Dr. Roland Held mit seiner ausführlichen Eröffnungsrede, in der er die Frage stellte „Wie kommt man nur dazu, sich einen anderen Maler ins Atelier zu holen!“ Er fing mit Pablo Picasso an, der schon in seinen frühen Jahren Kunst von anderen Künstlern kaufte.

Held fragte sich wie kommt Esteban Fekete dazu, sich einen anderen Maler ins Atelier zu holen. Denn einige der Arbeiten, die in der jetzigen Ausstellung erstmals gemeinsam präsentiert sind, hingen tatsächlich, teils angepinnt, teils mit Klammern an Schnüren, in dem Kellerraum auf dem Stetteritz, wo Fekete seine Druckwerkstatt hatte, Seite an Seite mit vielen Plakaten zu eigenen und fremden Ausstellungen und ihnen offenbar gleichwertig, weil ebenfalls ungerahmt, ungeschützt dem Licht, den Temperaturschwankungen, Staub und Spinnweben ausgesetzt. Ob Fekete nach dem Erwerb gelegentlich noch einen Blick darauf warf, ist nicht zu beantworten. Seines war das Talent eines Künstlers, nicht das eines Archivars.

Picasso hat immer dazugekauft, wenn auch nicht unbedingt systematisch, eher gelegenheitsorientiert und geschmacklich sehr breit aufgestellt, was seine Sammlung letztendlich publik machte. Bei Fekete sind Zukäufe eher zu bezweifeln. Die „Sammlung Fekete“ ist ebenfalls breit aufgestellt, weil sie das ganze Spektrum dessen umfasst, was Künstlerfreunde, Schüler und Verehrer seines Werkes, wie Bruno Müller-Linow, Barbara Beisinghoff, Eich Stahl, Szalay Lajòs, Alfred Pohl, Karl-Heinz Hansen-Bahia, Barbara Steinbach u.a. ihm über Jahrzehnte in die Hand drückten oder postalisch zuschickten, oft als Geburtstag- oder Neujahrsgruß. Meistens Graphisches, ob gezeichnet oder gedruckt, was bei einem bekannten Farbholzschneider ja passend ist.

Sehr schön war, dass einer von Feketes Künstlerfreunden anwesend war, Erich Stahl. Er erzählte uns wie er Esteban Fekete kennengelernt hat und wie der erste Fekete-Holzschnitt in seinen Besitz kam. Er bekam ihn von Fekete höchst persönlich geschenkt.

Erich Stahls Markenzeichen ist den Kupferstich immer wieder zu kombinieren mit anderen Drucktechniken. Bildhaftes, Text und Kalligraphie verschmelzen bei ihm tendenziell zur Einheit, was mehrere ausgestellte Blätter und ein Künstlerbuch eindrücklich zeigten.

Esteban Fekete tritt bei dieser Ausstellung in den Hintergrund; es sind nur sechs Tuschzeichnungen und 2 Holzschnitte von ihm zu sehen. Aber ich denke, Esteban Fekete würde diese Ausstellung gefallen.

U.B.

FlutEmotionSechs Musikerinnen mit Flöten, angefangen von der Piccoloflöte über die normale Querflöte, Altflöte, Bassflöte bis zur Kontrabassflöte, präsentierten am 5. Juli im Roßdörfer Museum ein anspruchvolles Programm mit Werken aus dem Barock bis hin zu moderne Rhythmen wie Tango und Jazz. Die Mitglieder des Ensembles FlutEmotion, Judith Aporta-Ullenboom, Karin Büchler, Nina Groschup, Beate Petri, Natalie Porth und Karoline Schaeferdick kommen weitgehend aus dem Rhein-Main-Gebiet und sind bereits im Rahmen der Aktion Theaterfoyer im Darmstädter Staatstheater aufgetreten.

Der in der Homepage des Ensembles versprochenen Verführung zur Emotion erlagen die Zuhörer gerne. Die glasklaren Klänge der Flöten waren gut aufeinander abgestimmt, wohltuend die professionelle Intonation trotz der an diesem Tag herrschenden schweißtreibenden Extremtemperaturen.

Die Moderation zu den einzelnen Stücken erfolgte abwechselnd jeweils durch eine der Künstlerinnen. Die meisten der aufgeführten Stücke waren nicht in der jeweiligen Originalfassung, wie das Adagio von Mozart für Klarinetten und Bassetthörmer, sondern für das aktuelle Flötenensemble umgeschrieben worden. Zu Beginn erklangen gefällige Kompositionen von Boismortier und Mozart. Es folgte ein Werk der zeitgenössischen amerikanischen Koponistin Catherine McMichael, The Mayflower Suite, das nachträglich in das Programm hineingenommen wurde und eine willkommene Bereicherung des Programms darstellte.

Nach der Pause wurde die Ankunft der Königin von Saba aus dem Händelschen Oratorium Salomon beschworen, und anschließend hörte man 3 Sätze aus der Petite Suite von Claude Debussy, ein rhythmisch und melodisch sehr anspruchvolles Musikstück, das mit großer Professionalität präsentiert wurde. Gegen Ende brachte man eine Bamburina, - einer japanischen Bambusflöten¬musik nachempfunden - des niederländischen Komponisten Wil Offermans zu Gehör. Dieser Komponist hatte übrigens für den Namen des Ensembles „FlutEmotion“ Pate gestanden. Eine Jazz-Suite des Amerikaners Bill Holcombe mit fetzigen Rhythmen rundete das Konzert ab. Der kräftige Applaus aus dem vollbesetzen Museumssaal veranlasste das Ensemble zu einem „Rausschmeißer, wie man hörte, das „Tico Tico“ des Brasilianers Zequinha deAbreu, umgeschrieben auf Flötensextett, ein kurzer krönender Abschluss.

FJS

Vortrag „Die Farbe der Sterne“ am 26.06. 2015

40 Teilnehmer besuchten den Powerpoint-Vortrag von Dr. Lehmann im Museum, um zu erfahren, welche Erkenntnisse man aus der Spektralanalyse des von den Sternen ausgestrahlten Lichts gewinnen kann.

Auf Grund physikalischer Gesetzmäßigkeiten der Emissions-und Absorptionsspektren lassen sich erstaunlich viele Geheimnisse der Sterne entschlüsseln wie zum Beispiel die Temperatur, die Größe, Masse und die chemische Zusammensetzung, die Art der im Stern ablaufenden Kernfusionsprozesse und daraus schließend das Alter des Sterns zwischen seinem Entstehen aus einer galaktischen Staubwolke und seinem Ende als weißer Zwerg. Die Möglichkeiten der Spektren-Auswertung verdeutlichte Dr. Lehmann am Beispiel unseres Heimatsterns Sonne.

Besonders interessant waren die Beschreibungen von Dr. Lehmann über seine technische Geräteausstattung für seinen astronomischen Arbeitsplatz zur Astrospektroskopie, die auch für einen Amateur-Astronomen gut verwertbare Ergebnisse erbringt.

R. Schug

AusstellungseröffnungAusstellungseröffnungDie neue Wechselausstellung im Alten Bahnhof zeigt Holzobjekte von Klaus Herzberger und farbenfrohe Quiltarbeiten von Gabriele Schultz-Herzberger. Die modernen Arbeiten setzen einen interessanten Gegenpol zu den vielfältigen antiken Werkzeugen für Holz- und Textilbearbeitung, die in den Handwerksabteilungen der beiden Häuser des Südhessischen Handwerksmuseums zu sehen sind.

Bei der gut besuchten Eröffnung der Veranstaltung begrüßte die Museumsleiterin Barbara Hechler die Gäste, unter die sich auch Bürgermeisterin Christel Sprößler gemischt hatte. Hans-Peter Jung, ein langjähriger Freund des Künstler-Ehepaars, führte in die Arbeiten ein. Begleitet wurde die Vernissage durch den Jazz-Musiker Thomas Beckmann, der die Exponate auf dem Saxophon und weiteren Instrumenten musikalisch interpretierte.

Sondertermine:

Am 26.04.2015 findet um 15 Uhr ein Vortrag statt: „Vom traditionellen Patchwork zur modernen Textilkunst"

Am 10.05.2015 wird ab 15 Uhr demonstriert: „Der Weg vom Baumstamm zur Skulptur"

Die Ausstellung ist bis zum 10.05.2015 im Museum und in der Remise in Roßdorf, Holzgasse 7, geöffnet, sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 06151 917108

Rückfragen: Barbara Hechler Tel. 06071 71138

Zauberin Christella war am 22.03.2015 mit ihrer Zaubershow im voll besetzten Museum zu Gast. Gespannt verfolgten die Kinder und ihre Eltern und Großeltern, was vor ihren Augen Unglaubliches geschah. Dabei unterstützten sie die Zauberin mit dem Zauberspruch „ene ,mene ,mex - hex-hex " während sie ihren Zauberstab kreisen ließ. So wurden Farben in ein Malbuch gezaubert, wo vorher nur Ausmalbilder waren, dann war plötzlich alles verschwunden bis die bunten Bilder wieder da waren und sich in den Erstzustand verwandelten. Christella riss eine Zeitung in kleine Stücke und mit Abrakadabra war die Zeitung wieder ganz. In ein Glas schüttete sie Zauberquellwasser, in das aus einem Ring Gift hineinkam, so dass sich das Wasser lila färbte. Die Zeitung wurde einmal gefaltet und das Wasser wurde hineingegossen wie in einen Behälter. Kein Tropfen Wasser war beim Auffalten zu sehen! Aber nachdem sie wieder gefaltet war, konnte Christella das Wasser in das Glas zurückgießen. Da haben alle nur gestaunt.

Im Märchen Schneewittchen kamen aber zehn Zwerge vor, wie die Zuschauer auf dem gezeigten Bild richtig zählten. Dann aber waren es plötzlich nur noch neun, eben Zauberei.

Carolina half beim Kartentrick. Die Zauberin faltete ein Tüchlein auseinander, es war weiß mit einem blauen Rand. Carolina nahm eine Karte aus einem Spiel und steckte sie verkehrt herum in das Spiel zurück. Keiner hatte die Karte gesehen. Mit ene, mene, mex,-hex -hex und dem kreisenden Zauberstab war das Bild der Karte, die Carolina ausgesucht hatte, auf den weißen Teil des Tüchleins gezaubert.

Weiter ging es mit sechs Ringen aus Metall. Christella bewegte sie hin und her, blies sanft darauf und mehrere hingen ineinander und dann wieder waren sie einzeln, die reinste Zauberei!

Bei Herrn und Frau Ringelwurm wurde das rote Bauchwehtüchlein vom einen Bauch auf den des anderen gezaubert. Sie waren nur um einander geringelt und schon war es passiert!

Kira half beim Zaubern mit dem Taschengeld. Da wurden aus sechs Euro neun.

Felix suchte sich aus sechs Bildern, die auf eine Tafel gepinnt waren, eins aus. Wie ein Wunder befand sich das ausgesuchte Tier -eine Ente- als aus Luftballons aufgeblasene Ente in einem Geschenkkarton als Geschenk für Felix.

Leo bekam eine besondere Aufgabe: Über einem kleinen Tisch lag ein Glitzertuch. Als er und Christella die Zipfel des Tuches anhoben, schwebte der Tisch in der Luft und bewegte sich sogar.

Als sich die Zauberin nach diesen vielen Zaubereien aus einem Buch neue Zauberkraft nehmen wollte, da loderte eine Flamme aus dem Buch als sie es öffnete.

Zum Schluss durften sich alle Kinder noch Sternenstaub als kleine goldene Sternchen mit nach Hause nehmen.

B.P.

(Foto: KHVR)(Foto: KHVR)Schmunzeln und Lachen schallte durch den Alten Bahnhof, als „Martha Henkemann" alias Gundula Schneidewind ihr neustes Programm „Marthas Pottpürée" darbot. Die 90 Besucher hatten ihre Freude an den Weisheiten und Anekdoten der Kabarettistin aus Gunderhausen, ob als Navi-Stimme für Autofahrer mittels ihres „Lap-Topfs" oder als Fahrrad-behelmte Sportlerin Jessica, die das Wäschebügeln zur olympiareifen Disziplin weiterentwickelt hatte.

„Mit schelmischem Blick unterm roten Kopftuch spinnt sie plaudernd die Fäden des Lebens zum buntgewirkten Allerlei," so beschrieb das Darmstädter Echo die Autorin und Darstellerin des szenischen Kabaretts (ausführlicher Bericht).

Mit einer Zugabe und großem Applaus endete der gelungene Abend, der auch durch den ausgeschenkten Rossdörfer Wein ein „Heimatabend" der besonderen Art war.

E. Jennewein

Kammerkonzert im Museum am 23.November 2014

Das schon zur Tradition gewordene Totensonntags-Kammerkonzert im Roßdörfer Museum brachte in diesem Jahr ein Duo mit Violoncello und Klavier zu Gehör. Die Pianistin Friederike Richter und ihr Sohn Johann Caspar Wedell begeisterten das Publikum im vollbesetzten Vortragssaal des Kulturhistorischen Vereins. Friederike Richter ist heute eine anerkannte und viel nachgefragte Musikpädagogin und Jurorin vieler Wettbewerbe bei „Jugend musiziert" im In- und Ausland. An der Darmstädter Akademie für Tonkunst leitet sie eine Klavierklasse, deren Schüler in großer Zahl sich das Konzert anhörten. Johan Caspar Wedell, Student an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, war lange Zeit Mitglied des Landesjugend­orchesters Hessen und der Jungen Deutschen Philharmonie und dort auch als Solocellist tätig.

Das Programm erstreckte sich überwiegend über Komponisten des 19. Jahrhunderts. Es begann mit Beethovens Variationen über das bekannte Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen" aus der Oper „Die Zauberflöte" von Mozart, ein sehr schlichtes Thema, das jedoch in der Folge kontrapunktreich ausgestaltet wurde. Schon hier wie im weiteren Verlauf des Abends beeindruckte das nuancenreiche Zusammenspiel der beiden Künstler.

Die Cellosonate B-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy stellt ein gewichtiges Werk aus der Romantik dar und erwies sich als der erste Höhepunkt des Abends. Die Ausführenden konnten hierbei mit strahlendem Selbstbewusstsein ihr hohes Niveau in der Interpretation zeigen. Kraftvoll in den Fortestellen, dynamisch gut dosiert, zurückgehalten in den Piano­passagen und immer gut aufeinander abgestimmt gelang beiden eine eindrucksvolle Darstellung des Werkes.

Ein in Deutschland weitgehend unbekannter Komponist ist der französische Cellist und Komponist Auguste-Joseph Franchomme, ein Freund Mendelssohns und Chopins. Seine Variationen über ein russisches und ein schottisches Thema sind auch in der gängigen Literatur nicht zu finden. Dem Cellisten Wedell war es gelungen, Noten dieses Werkes ausfindig und es dem interessierten Konzertpublikum zugänglich zu machen. Das Stück ist sehr melodisch, und insbesondere die Melodie der schottischen Variation kam vielen bekannt vor.

Zuletzt spielten die beiden Künstler die Sonate A-Dur von César Franck, die auch als Sonate für Violine und Klavier bekannt ist. Dieses im Sommer 1886 komponierte Werk folgt der Idee eines Themas, das sich zyklisch durch alle Sätze zieht. Im ersten Satz, überschrieben mit Allegretto ben moderato, ist schon der ganze romantische Stil der Sonate vorgegeben. Ein weiterer Teil der Sonate beginnt mit einem 'Recitativo', das in eine lichte, gesanglich fließende 'Fantasia' von charakteristisch weichem, jedoch intensivem Ausdruck mündet. Dann folgt das in Kanon-Form komponierte Finale Allegretto in hellem A-Dur, belebt von Rück­erinnerungen an den zweiten Satz.

Mit einem als Zugabe gespielten Stück von Dvorak bedankten sich die Künstler für den lebhaften und anhaltenden Applaus der Zuhörer.

FJS

Kinder lesen vorSchon seit vielen Jahren ist es guter Brauch, dass Kinder der vierten Klassen beider Rossdörfer Schulen im Museum vorlesen. Am 15. November 2014 war es wieder so weit. 12 Schüler/innen waren in ihren Klassen dazu ausgewählt worden. Viele Eltern, Geschwister, Lehrerinnen und der Gundernhäuser Schulleiter erlebten einen schönen Nachmittag.

In der Begüßung wies Frau Pokinskyj darauf hin, wie wichtig es ist, Kinder an das Lesen heranzuführen. Die Freude daran werde schon beim Bilderbuchbetrachten mit kleinen Kindern geweckt. Wie sich das in den Schulen mit besonderen Aktionen fortsetzt, ergänzte Herr Krauß von der Gundernhäuser Schule. Jedes Jahr findet Ende November der bundesweite Vorlesetag statt, der vor 11 Jahren von der „Stiftung Lesen" und der Wochenzeitung „ Die Zeit" ins Leben gerufen wurde. So haben an diesem Tag im Jahr 2013 80 Tausend Prominente aus Politik, Kultur und Medien ehrenamtlich anderen ihre Zeit geschenkt und vorgelesen.

Die Vorleser/innen in unserem Museum hatten ganz unterschiedliche Bücher ausgewählt und sich sehr gut vorbereitet. Jeder gestaltete die Vorlesezeit von etwa 5 Minuten auf besondere Weise. Die Zuhörer erlebten Kinder, die mit Freude bei der Sache waren.

Unsere Vorleser/innen waren: Jana Daum, Asmaa Mehaia, Sebastian Koop, Johannes Klümper, Anna Bickelhaupt, Charlotte Kröhle, Aileen Kossow, Marcel Poth, Annika Deinert, Maya Howard, Niklas Ramge und Paulina Göbel. Alle wurden mit einem Büchergutschein belohnt.

Musikalisch auf dem Keybord begleitet wurde der Nachmittag von Sieban mit ihrem Vater Tedros Tewelde. Katharina Mödl erfreute uns mit ihrem Spiel auf der Harfe.

Elisabeth Staude und Brigitte Pokinskyj moderierten den Nachmittag auf bewährte Weise und dankten allen Beteiligten. Herr Krauß bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem KHV.

Wir freuen uns auf den Vorlesenachmittag im nächsten Jahr.

B.P.

Der Kulturhistorische Verein Roßdorf bot für Vincent Neeb mit einer Klaviermatinée erstmals ein Forum für den hochtalentierten sechzehnjährigen Nachwuchspianisten. Dieser stellte sich im proppenvollen Museum Roßdorf mit Werken von Schumann, Liszt und Debussy vor. Für den Kulturhistorischen Verein Roßdorf war diese erstmals veranstaltete Matinée, die in Verbindung mit der Chopin-Gesellschaft stattfand, ein voller Erfolg.

Dem Kulturhistorischen Verein ist es ein Anliegen, jungen Nachwuchskünstlern eine Plattform zu bieten und sie zu fördern. Die begeisterten Besucher waren sich einig: Vincent Neeb und seine Schwester Sophie, die ihn beim vierhändigen Spiel unterstützte und sich bei der Zugabe in das Programm einklinkte, sind den Wunderkind- und Sensationsauftritten entwachsen. Ihre bereits gewonnenen Wettbewerbe sprechen hierzu eine eindeutige Sprache.

Den beiden Künstlern, deren Wurzeln in Roßdorf liegen, kann man nur weiterhin viel Erfolg auf ihrem Weg wünschen und den stolzen Großeltern und Eltern gratulieren.

g.r.

Fekete-Ausstellung 2014Am 12.10.2014 wurde die neue Ausstellung „Gen Irland und anderswohin, Esteban Fekete auf Reisen" im Museum Roßdorf eröffnet. Noch wenige Minuten vor Beginn der Vernissage waren erste wenige Besucher da. Doch dann fanden sich rasch über 40 Kunstinteressierte ein, um zu sehen und zu hören. Mit einer ausführlichen Eröffnungsrede von Herrn Dr. Roland Held und „Fekete-Texten" vorgetragen von Ursula Paschke. Wie Dr. Roland Held in seiner Rede bemerkte, benötigt der Titel dieser Ausstellung dringend eines Kommentars. Handelt es sich doch bei EF keineswegs um einen Künstler, der sich touristisch durch die Welt zu bewegen pflegte, der womöglich im Reisebüro die Tour paketmäßig bucht, die ihm am aussichtsreichsten die neuen Eindrücke verspricht, welche seiner im heimischen Atelier träge gewordenen Inspiration wieder auf die Sprünge helfen soll. Nein, wenn EF größere Distanzen hinter sich brachte, dann zunächst mal, um sich dauerhaft am Zielort niederzulassen. 1948 überquerte er den Atlantik, nicht um ein paar Wochen den Gaucho zu spielen, sondern um sich dort eine Existenz aufzubauen, zunächst als Ingenieur bei einer argentinischen Baufirma. Seine künstlerischen Anfänge lagen in autodidaktischen Ansätzen und Kontakten mit argentinischen Künstlern. Im Jahr 1960 kehrte er in die Alte Welt zurück, weniger aus eigenem Antrieb, vielmehr den Stipendien seiner wissenschaftlich profilierenden Frau geschuldet. Die exotische Welt, von der er bildhafte Proben vorlegte, färbte ab auf ihn, rückte ihn lange in den Rang eines Exoten in der deutschen Szene. Ebenso lang blieb er der Motivwelt der südlichen Hemisphäre treu. Es dauerte eine Weile bis er ein Verhältnis zu seiner südhessischen Umgebung gefunden hatte. Auffällig ist, wie er die deutsche Szenerie abermals nicht touristisch durchmessen sondern symbolisch verdichtet und aufgeladen hat. Weswegen wir aus der „Vier Jahreszeiten" – Mappe von 1973 die beiden Beispiele „Sommer. Ein Idyll" und „Winter. Danach" in der Auswahl haben. Auf beiden bleibt Figürlichkeit zugunsten von Landschaft ausgespart.

1981 erfolgte seine Entdeckung Irlands, in das er sich aufgrund des Dornröschenschlafs, in dem die Grüne Insel am Rand des Kontinents damals noch begriffen schien, sofort verliebte. Dort fand er genug unverbautes Terrain vor, um seine nach wie vor symbolischen Bilder von Zuständen vor Aufstieg und nach Untergang der Zivilisation einzubetten in mehr oder weniger tatsächlich so angetroffenen Landschaften. Symptomatisch für EF ist, dass nicht nur Häfen mit verrosteten und zerschellten Schiffen reichlich motivisches Futter abgeben, sondern beispielsweise bald auch Autofriedhöfe, illegale natürlich. Von all dem geben Werkbeispiele, beginnend mit dem Inhalt der Mappe „Irland – Irrland", heute Kunde.

EF, der sich gerne zum Überall-Fremden, zum Heimatlosen stilisierte, reiste, weil es ihn mehrmals neu auf die Suche nach einem Platz trieb, der mit seinen Bedürfnissen und Sehnsüchten in Einklang zu bringen war. Machen wir uns nichts vor: wie in Ungarn, Frankreich, Argentinien, Deutschland blieb er zuletzt auch in Irland ein Durchreisender.