Veranstaltungsberichte

FadokonzertDie Liebhaber der portugiesischen Fado-Musik erlebten am 11.10.2014 ein wundervolles Konzert des Duos Jan Dijker (portugiesische Gitarre) und Oliver Jaeger (spanische Gitarre und Bandoneon). Den beiden Musikern gelang es, das Publikum vor vollem Haus im Museum mit ihrer instrumental vorgetragenen Fado–Musik in ihren Bann zu ziehen und wie in der Konzertankündigung versprochen zu einer Traumreise in den Süden zu der musikalischen Volksseele der Portugiesen zu entführen. Das Duo interpretierte mit eigenen Stilelementen die Fado-Musik bekannter portugiesischer Komponisten und spielte z. T. erstmals Eigen-Kompositionen.

Hierbei kam der besondere atmosphärische Klang der portugiesischen Gitarre und des Bandoneons neben der spanischen Gitarre besonders zur Geltung, wobei das sehr gut miteinander harmonierende Duo mit virtuoser Beherrschung ihrer Instrumente wunderbare Klangbilder und Rhythmen erklingen ließ und das Publikum verzauberte.

Oliver Jaeger führte mit Erläuterungen vor den einzelnen aufgeführten Musikstücken in die Entstehung der Kompositionen und in die Welt der sentimentalen, schwermütigen Fado-Musik in prägnanter Weise ein, bevor die Zuhörer in den Bann der Melodien gezogen wurden.

Das Publikum dankte dem Musiker-Duo am Schluss des Konzerts und einer Zugabe mit kräftigem Applaus.

Rudolf Schug

Herrlicher Sonnenschein lockte am 3. Oktober 2014 ins Freie. Wer wird da schon mitten am Nachmittag zur Eröffnung der Ausstellung „Die Kunst der zoologischen Präparation" ins Roßdorfer Museum kommen? Aber es musste sogar die aufgestellte Bestuhlung noch ergänzt werden, damit alle Besucher einen Sitzplatz erhielten. Nach kurzer Begrüßung der Anwesenden wurde der Referent Berend Koch von Dr. Horst Bathon vorgestellt:

Berend Koch interessierte sich schon zu seiner Schulzeit für die belebte Umwelt. Nach dem Abitur trat er ein Volontariat im Naturhistorischen Museum in Mainz an und wurde an der Ruhr Universität Bochum zum staatlich geprüften Präparator ausgebildet. Seit 1988 ist er als Präparator am Zoologischen Institut der TU Darmstadt angestellt. Bei nationalen und internationalen Meisterschaften erhielt er für seine Arbeiten hohe Auszeichnungen, darunter zwei Weltmeister- und einen Europameistertitel.

Voraussetzung für seine Tätigkeit, über die Berend Koch in seiner Einführung spannend berichtete, sind sehr gute anatomische Kenntnisse, eine ausgeprägte Beobachtungsgabe das Verhalten und die Bewegung der zu präparierenden Tiere betreffend, eine künstlerisch-gestalterische Gabe zur Umsetzung der genannten Eigenschaften auf lebensecht gestaltete Tierpräparate und nicht zuletzt Begeisterung für sein Fach. Der Frage, ob die Tiere speziell für die Präparationen getötet werden, konnte er entgegnen, dass es sich praktisch ausschließlich um Totfunde handelt, die ihm zugetragen werden. Der Vorgang der sehr aufwändigen Präparation, über die er berichtete, kann in der Ausstellung mit einer kleinen Auswahl seiner Werke nachvollzogen werden.

Staunend verfolgten die Anwesenden den Ausführungen, hatten sie sich doch die Präparation von Tieren viel einfacher vorgestellt. Begeisterter Applaus belohnte Berend Koch für Einführung und Ausstellung.

Horst Bathon

Musik mit "Art of Jazztainment" am Sonntag, den 20.07.2014

Jazz-Frühschoppen 2014Der schöne Museumsgarten erwachte aus seinem Dornröschenschlaf und bildete den wundervollen Rahmen für den Jazz-Frühschoppen des Kulturhistorischen Vereins. Das bedrohlich aussehende Wetter vor Beginn der Veranstaltung klärte sich zu einem heiteren Sommertag auf, und das Publikum strömte in den Museumsgarten, der bis zum letzten Platz gefüllt war.

Im heiteren Ambiente erklangen Klassiker der Jazz-Unterhaltungsmusik, die von dem Trio „The Art of Jazztainment" mit Anke Schimpf am Saxophon, Christoph Paulssen am Bass und Georg Göb am Klavier in hervorragender Art und Weise musikalisch interpretiert wurden.

Das Publikum konnte es sich an den Tischen im Schatten der Gartenbäume und Sonnenschirme bei Essen und Trinken bequem machen, wofür das Museumscafe unter Barbara Hechler mit ihren fleißigen Helferinnen und Helfer mit dem vollen gastronomischen Programm gesorgt hatte.

Die Gäste erlebten einen rundum schönen Tag, applaudierten am Schluss den Musikanten und Veranstaltern und wünschten, dass der Jazz-Frühschoppen nächstes Jahr im Museumsgarten wieder stattfindet.

R. Schug

Ensemble TedescoIm Rahmen des Kultursommers Südhessen gastierte am ersten Julisonntag das Ensemble Tedesco, eine Gruppe von vier engagierten Musikerinnen aus dem Raum Hannover, die ein sehr abwechslungsreiches Programm präsentierten. Zu Beginn sorgte ein flott gespieltes Serenaden-Quartett von Joseph Haydn für die Einstimmung in die Musik der Barockzeit. Es folgte ein Andante cantabile der 1. Violine, begleitet durch Pizzicati der übrigen Stimmen, ein rustikales Menuett und ein furioses Finale Scherzando. Das anschließende Stück von Mozart, das dieser seinem Freund und Lehrer Haydn gewidmet hatte, brachte ganz andere Klänge. Schon die düstere Tonart d-moll, als auch die Bach nachempfundene Struktur der Komposition zeigte einen erheblichen Kontrast zu dem Eingangsstück. Schnelle Sextolen-Läufe und rhythmische Wechsel erwiesen sich als besondere Herausforderung für die Oberstimmen. Mozart soll dieses Quartett während der Geburtswehen seiner Frau Constanze komponiert haben, wie diese später erzählte. Der Schlusssatz, ein tänzerisches Variationen-Finale im 6/8-Takt, lässt die Erleichterung nach überstandener Geburt erahnen.
Nach der Pause standen ungarische Werke auf dem Programm. Die Sprecherin des Ensembles gab zunächst eine kurze Würdigung des Komponisten Zoltán Kodály. Ebenso wie sein älterer Freund Béla Bartok betrieb Kodály als Professor für Musiktheorie und Komposition an der Universität Budapest Volksliedforschung und sammelte Hunderte ungarischer Volkslieder. Die Themen seiner Kompositionen wie auch das aufgeführte Streichquartett sind dieser Volksmusik nachempfunden. Der erste Satz, ein Allegro, beginnt zwar in einem etwas fremden impressionistischen Stil, geht aber rasch über in ungarische Klänge mit tänzerischen Rhythmus. Es schließt sich danach ein langsamer Übergangsteil an – quasi recitativo – gefolgt von einem Allegro giocoso mit verschiedenen kontrastierenden Themen aus der ungarischen Folklore.
Den Abschluss des Abends bildeten zwei Walzer von Antonin Dvořák, ursprünglich für Klavier komponiert, später aber von ihm selbst für Streichquartett umgeschrieben. Starker Beifall der Zuhörer veranlasste das Ensemble zu einer Zugabe mit einem ungarischen Tanz von Johannes Brahms.
FJS

 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte am 08.07.2014 einen Bericht, der hier wiedergegeben ist.

Bericht der F.A.Z.

Veranstaltung "Tagebücher"Extra aus Berlin angereist, präsentierte der Regisseur Jan Peter Teile der TV-Reihe "14-Tagebücher des Ersten Weltkriegs". Zuvor hatte Jürgen Poth aus Reinheim mit einem selbst komponierten Lied über den 1. Weltkrieg und seine Folgen die sehr einfühlsame Hinführung zu diesem schwierigen Thema zu Gehör gebracht.

Nach kurzen Einspielungen der Urfassung, die in 8 Teilen auf "arte" lief, erläuterte er die Entstehung und den Erfolg der internationalen Produktion. Bemerkenswert waren seine kleinen Anekdoten, die sich im Laufe der 4jährigen Recherchen ergeben haben, so z.B. dass viele Tagebücher erst dank ihrer Nachfragen entdeckt und teilweise erstmals publiziert wurden. Bei dem 50-Personen-Filmteam waren nur drei Deutsche, so dass diese als "Urenkel der damaligen Kriegstreiber" oft keine einfache Position hatten und doch gerade die gemeinsame Produktion zur Verarbeitung der Vergangenheit beitrug. In 45 Ländern wurden mittlerweile die "Tagebücher" gezeigt und dort sehr intensiv wahrgenommen.

Vor einigen Jahren gelang es noch nicht, zu "Napoleon" eine gemeinsame französisch-deutsche Position und TV-Produktion zu realisieren, umso erfreulicher war jetzt die enge Kooperation mit dem Nachbarland.

Sehr persönliche Beiträge aus dem Publikum bereicherten den Abend und gaben Einblick in das Roßdorf von vor 100 Jahren.

Jan Peter zeigte sich über das Interesse und die Resonanz sehr überrascht und erfreut. Spontan spendete er sein Honorar dem Verein und kam gar selbst für die Übernachtung auf.

Der Kulturhistorische Verein stellt Interessierten die umfangreiche DVD mit den 8 Teilen der Serien zur Ausleihe zur Verfügung. Dies ist während der Öffnungszeiten des Museums in der Remise möglich.

E.J.

Fekete zum 90.Am 15. Juni 2014 endete die Ausstellung im Museum Schloss Fechenbach mit einer Finissage und einer Führung durch die Ausstellung mit Dr. Roland Held. Rund fünfzig Interessierten konnte Held Feketes Bilder näher bringen, wie z. B. das Ölbild von 1970 „Ich könnte Bäume ausreißen", das in Form und Farbigkeit an Bilder von Franz Marc erinnert. Aber auch Farbholzschnitte wie „Pilar" von 1962 eine Reminiszenz an eine liebgewonnene Kleinstadt in seiner Interimsheimat Argentinien. – E.F. erwähnte einmal Held gegenüber: „Ich bin abgestempelt als Farbholzschneider, aber ich liebe auch alle anderen Techniken". So zeigte die Ausstellung neben seinen farbenfrohen Farholzschnitten auch Pastelle, Hinterglasbilder, wunderschöne Skulpturen, Keramik- und Emaillearbeiten sowie Bücher, die Fekete illustrierte.

Die Ausstellung im Museum Schloss Fechenbach war für das Museumsteam und auch für die Fekete Stiftung im Kulturhistorischen Verein Roßdorf ein großer Erfolg, wurde sie doch von immerhin 1132 Personen besucht. Schade, dass E.F. diese Ausstellung nicht mehr erleben konnte. Wichtig war dem Künstler, dass er mit seinen Werken den aufmerksamen Betrachter ansprechen und dessen Augensinn in Entzücken und dessen Phantasie in Hochtouren versetzen kann. Wir hoffen, dass dies mit dieser Ausstellung ein Stück weit gelungen ist.

Der Fekete-Beirat bedankt sich nochmals ganz herzlich für die sehr gute Zusammenarbeit mit der Museumsleitung Dieburg und ihrem Team, ebenso dem Bürgermeister der Stadt Dieburg, Herrn Dr. Werner Thomas, dass er es ermöglichte, die Werke Feketes im Museum Schloss Fechenbach auszustellen. Weiterhin bedanken wir uns bei Herrn Claus Netuschil vom Kunstarchiv Darmstadt für die Beratung und die Bilder, die er uns für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt hat, sowie allen Helfern, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Zu dieser Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum Roßdorf für 5,00 € zu erwerben ist.

Ursula Bathon

gARTen 2014KHV Roßdorf beteiligt sich mit Kunst im Museumsgarten

Der Kulturhistorische Verein Roßdorf beteiligte sich an der Aktion "gARTen 2014", bei der am 28.06.2014 an 15 Orten Kunst in privaten Gärten ausgestellt wurde. Das Darmstädter Echo berichtete am 30.06. unter dem Titel "Der Edelpunker bleibt trocken" mit einem Bild aus dem Museumsgarten über die Veranstaltung (Link). In unserem Garten gab es Skulpturen von Thomas Wellner zu sehen.

Eine fulminante Ausstellung im Museum des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf

AusstellungseröffnungEin deutliches "Nein" - Im Mittelalter möchte die Chronistin, selbst eine passionierte Köchin und geborene wie gelernte Feinschmeckerin, nicht kochen oder gegessen haben. Aber Eindrücke in diese nicht so besonnte Vergangenheit hat sie und die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Ausstellungseröffnung sich von Dr. Alice Selinger mit großem Vergnügen schildern lassen, am Sonntag, dem 12. Januar im Museum des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf.

Was soll man/frau mehr bewundern, die überaus sorgfältig gestalteten, textreichen Schautafeln, die einfallsreich aufgebauten Exponate, das vierköpfige Melibokus-Holzbläserensemble - es war rundum eine Augen- und Ohrenfreude. Gerold Resch, Vorsitzender des Vereins, begrüßte die überaus zahlreichen Gäste, die sich einfangen ließen von den temperamentvoll vorgetragenen mittelalterlich-kulinarischen Informationen von Dr. Alice Selinger, oft mit einem mehr oder weniger gelinden Schauder. Nein, gegessen haben mussten wir Feinschmecker von heute damals sicher nicht. Auch wenn es damals, aus Arabien eingeführt, schon Zucker gab. Die Chronistin hatte ihn bis dato aus Amerika verortet, nach Kolumbus. Sei's drum, soviel an kulinarischer Information aus dem Mittelalter hat die Chronistin an diesem Nachmittag noch nicht erfahren. Deshalb: Kommen Sie - die Ausstellung ist sonntags von 15 bis 17 Uhr bis zum 23. Februar geöffnet. Großeltern sollten ihren Enkelinnen und Enkeln dieses Erlebnis ermöglichen - Hildegard von Bingen würde fröhlich lächeln und dem Melibokus Holzbläser-Quartett unter der Leitung von Professor Schoenes interessiert lauschen, ist sich nicht nur Gerold Resch sicher.

Text: Ursula Dehmer-Blohm, Foto Siegmar Dehmer

Michaele Scherenberg als Märchen-Erzählerin im Kulturhistorischen Verein in Roßdorf am 17. Nov.2013

Brigitte Pokinskyi mit Michaele ScherenbergMit der eigenen Stimme spielen, das gelingt Michaele Scherenberg zum großen Vergnügen der Gäste in der gut besuchten Remise am Sonntag, dem 17. November.

Begrüßt von Brigitte Pokinskyi zeigte die Märchenerzählerin ihre unbefangene Freude an diesem Abend der etwas anderen Art.

Eigene und ausgewählte Texte der Gebrüder Grimm brachte sie variantenreich zu Gehör. Es waren Kunstmärchen, die hier lebendig wurden. Der böse König, der den armen Flickschuster stramm stehen ließ – wer kennt diesen Beruf noch? Die Langfassung dieser – sagen wir mal „Legende“ – löste Betroffenheit aus. Bundesweit wird gegenwärtig zum Mut zum Glücklichsein getrommelt – hier konnte man/frau sich darin üben.

Aus der Remise hinüber ins Museum, wo Wein und Schmalzbrot warteten – die Gastgeberin und Barbara Hechler als Pausenfüller waren große Klasse.

Noch einmal Michaele Scherenberg mit Gedichten, Versen und eben Märchen, kein Gast, der sich hier nicht angesprochen fühlte. Wie schön, dass diese Märchenfee eine große Auswahl ihrer CDs zum Verkauf mitgebracht hatte. So hatte jeder Gast die Chance, eine einfühlsame Vortragende in Hörfassung in Erinnerung zu behalten.

Es war ein gegenseitiges Nehmen und Geben an diesem Abend und mehr als nur eine Anregung und Ermunterung zum Glücklichsein.

Danke, Michaele Scherenberg und danke an die Veranstalter.

Text: Ursula Dehmer-Blohm, Foto: Siegmar Dehmer

Papierhandwerk

Bericht von der Eröffnung der Ausstellung im Roßdörfer Handwerksmuseum

Wie der Titel der am 3. Oktober 2013 im Museum Roßdorf eröffneten Ausstellung schon andeutet, zeigt diese Handwerk und Kunst und die Verbindung, die zwischen beiden besteht.

Auch der 1. Vorsitzende des Kulturhistorischen Vereins, Gerold Resch, wies bei seiner Begrüßung der Besucher darauf hin, indem er das Handwerksmuseum als besonders geeigneten Ort für diese Ausstellung nannte. Er begrüßte Prof. Lothar Göttsching als Redner der Veranstaltung, die Mühltaler Künstlerin Gundel Hädeler und Dr. Rudolf Schug als den Gestalter der Ausstellung zur Geschichte von Schriftträgern, Papieren, Pseudopapieren und ihrer Herstellung und Verwendung. Der "Altpapierpapst" Prof. Göttsching führte lebendig und locker in die Ausstellung von Dr. Schug ein und machte die Besucher neugierig mit seiner Bemerkung, er sei beeindruckt von der lückenlosen anschaulichen Darstellung der Geschichte des Papiers. Dr. Schug stellte Gundel Hädeler vor und dankte ihr für die Bereitschaft, die Ausstellung auf reizvolle Art mit ihrer Kunst zu erweitern.

Die Werke von Gundel Hädeler ergänzen teils die Ausstellung von Dr. Schug im Erdgeschoß des Museums als künstlerische Beispiele handwerklicher Papierherstellung. Ihre Papierskulpturen, auf Sockeln verteilt in der aktuellen Ausstellung in der Fekete-Galerie, bereichern diese auf überraschende Weise. Hier kann der Besucher die aus Pflanzen ihrer Umgebung von Gundel Hädeler selbst hergestellten vielfarbigen Papiere bewundern, aus denen sie die klar konturierten phantasievollen Objekte über dafür gefertigten Holzformen hergestellt hat. Dies ist ein Verfahren, wie wir es auch aus der Spenglerei und der Hutmacherei in der Museumsremise kennen. Mit bewusst eingesetzten unterschiedlichen Fasern und unterschiedliche Bearbeitungsweisen erreicht sie lebendige Farbfolgen, sogar innerhalb eines Papierbogens. "Die häufig verwendeten archaisch anmutenden Formen (der Objekte) korrespondieren dabei mit der Ursprünglichkeit des Materials".

Was Prof. Göttsching zur Ausstellung von Dr. Schug gesagt hat, kann sich der Besucher beim Studium der sorgfältig zusammengestellten und präzise erklärenden Texte an Tafeln und in Vitrinen bestätigen. Dabei erfährt er etwas über die Erfindung des Papiers um 100 n. Chr. und die Entwicklung von Herstellungstechniken in China und nach der Ausbreitung der Kenntnisse über die Papiermacherei in Europa über die Entwicklung neuer Technologien dort vom 16. bis 19. Jahrhundert. Ausgestellte Muster von Papieren und Papiererzeugnisse – Kostbarkeiten aus dem Besitz von Dr. Schug und Leihgebern - machen das Erklärte anschaulich und abwechslungsreich für den Betrachter. Besonders interessant sind die schon seit frühster Zeit in der Südsee und vor der Entdeckung Amerikas in Mittelamerika hergestellten Pseudopapiere. Aus Tapa, dem versponnenen Bastteil des Papiermaulbeerbaums werden auf den Inseln der Südsee vielfältig verwendete Stoffe gewebt.

Dieser Bericht kann nur anregen, aber einen Besuch der gelungenen Ausstellung nicht ersetzen.

U. Richter

Der Kulturhistorische Verein feierte mit Gästen und Attraktionen

Foto: Siegmar DehmerAlso, schöner hätte das Wetter nicht sein können am Sonntag, dem 4. August 2013, als im wildromantischen Garten hinter der Remise zum Sommerfest geladen wurde. Kaffee und Kuchen an einer Theke, Getränke an der zweiten - Barbara Hechler und ihre engagierten Helferinnen und Helfer hatten auch fürs Vespern gesorgt. Nicht nur Speis und Trank, auch engagierte Gespräche sorgten für Stimmung, Spa8 und Fröhlichkeit.

Bernhard Daubner lud am Keyboard ebenso ein wie die Aussteller Bernd Köhler mit Windobjekten, Rudolf Stegemann mit Korbflechtereien, der "Löffelschmied" Ralf Eckert und Hannes Metz aus Roßdorf.

Statt vieler Worte ein großes Dankeschön für diese Veranstaltung und hoffentlich zum gleichen Anlass ein Wiedersehen im Jahr 2014.

Text: Ursula Dehmer-Blohm,  Foto: Siegmar Dehmer