Kammerkonzert mit wohlklingenden Bläsern

Das Kammerkonzert am 13.05.2017 im Roßdorfer Museum hätte eigentlich bereits am Totensonntag 2016 stattfinden sollen. Wegen Erkrankungen der Musiker musste es verschoben werden und auch die Besetzung wurde geändert. Ein hochkarätiges Ensemble, der Oboist Michael Höfele vom Radio-Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, der Pianist Norbert Henss von der Akademie für Tonkunst sowie der Fagottist Hans Jürgen Höfele vom Staatstheater Darmstadt boten ein anspruchsvolles Programm mit klassischer und moderner Musik, das die Zuhörer begeisterte.

Als erstes wurde eine Sonatine für Oboe und Klavier des englischen Komponisten Thomas Attwood Walmisley (1814 – 1856) präsentiert. Dieser Komponist lebte in Cambridge als Organist und später als Professor für Musik und ist bekannt für seine Beiträge zur anglikanischen Kirchenmusik. Sein Werk wurde in ruhigem Zeitmaß und mit weichem, schönem Ton vorgetragen und war für viele Anwesende eine Neuentdeckung. Danach hörte man das bekannte As-Dur-Impromptu für Klavier Solo von Franz Schubert, von Norbert Henss sehr eindrucksvoll interpretiert.

Ein zeitgenössisches Werk von Christhard Janetzki, die viersätzige Sonate für Fagott und Klavier, schloss sich an. Der anwesende Komponist, aus der Schule von Paul Hindemith, stellte sein Werk vor und gab dazu einige Erläuterungen. Er bezeichnete die Stilrichtung als nicht avantgardistisch, sondern eher als neoklassisch. Dieses Werk entstand um das Jahr 2000 und wurde von den gleichen Musikern gespielt wie bei der Uraufführung. Besonders der letzte Satz bestach durch atemberaubend schnelle Passagen beider Spieler, besonders des Fagottisten.

Nach der Pause gab es das Duo für Oboe und Fagott von Allan Stephenson, ein modernes Werk des britischen Komponisten, der zurzeit in Südafrika lebt und sich von der einheimischen Musik inspirieren lässt. Die beiden Geschwister Höfele harmonierten hervorragend miteinander und gaben mit wohlklingendem Bläserklang eine Kostprobe ihres Könnens.

Zum Schluss des Abends kam mit Beethovens Trio für Oboe, Fagott und Klavier, dem Gassenhauer-Trio, wieder die klassische Musik zur Sprache. Dies war zudem die einzige Möglichkeit des Abends, alle drei Musiker gemeinsam zu hören. Eine kurze Zugabe, Salut d‘ amour von Edgar Elgar beschloss einen gelungenen Konzertabend, dessen Zuhörer sich mit lang andauerndem Applaus bedankten.

FJS