Vortrag von Dr. Michael Wuttke am 21.10.2017

Wir Roßdorfer leben neben einem Vulkan, nämlich dem Roßberg. Er ist zwar seit Millionen Jahren erloschen, aber die Vorstellung, er könnte wieder einmal aktiv werden, schwebt immer in unserer Vorstellung. Wir werden auch durch wiederkehrende Erdbeben immer wieder daran erinnert, dass die Erde in unserer Umgebung geologische Störzonen aufweist, durch die Magma auf der Tiefe aufsteigen kann, wie dies in der Tertiärzeit beim Roßberg und der Grube Messel geschehen ist. Ursache ist die Absenkung des Oberrheintal-Grabens. Sie schreitet nach wie vor voran und wirkt auf die Randzonen ein, in deren Bereich auch Roßdorf liegt.

An dem Thema besteht offensichtlich großes Interesse, denn zu dem Vortrag erschienen 65 Teilnehmer im Museum, um dem Vortrag des Dipl.-Geologen Dr. Wuttke zu folgen. In sehr anschaulicher Weise und mit hervorragenden Bildern stellte Dr. Wuttke die geologischen Wirkungsmechanismen dar, die zum Aufsteigen von Magma durch die Erdkruste führen. Konkret erläuterte Dr. Wuttke die aktuellen geologischen Forschungsergebnisse zu der nachgewiesenen Maar-Explosion der Grube Messel und beschrieb den wahrscheinlichen Ablauf des Vulkanausbruchs Roßberg. Als gesichert ist anzusehen, dass am Ende der aktiven vulkanischen Phase des Roßberg-Vulkans ein Lava-See im Krater stand und langsam auskühlte, sodass die Basaltlagerstätte mit Säulenstruktur im Vulkanschlot entstand. Interessant war auch die vergleichende Betrachtung mit dem Vulkanismus im ostafrikanischen Grabenbruch und die vulkanischen Ereignisse im Gebiet des Vesuv.

Insgesamt erlebten die Besucher einen äußerst informativen Vortrag mit anschließender lebhafter Diskussion.

R. Schug

Das Darmstädter Echo berichtete in seiner Ausgabe vom 23.10.2017.