30 Jahre Südhessisches Handwerksmuseum Roßdorf 1988-2018

Zur Jubiläumsveranstaltung am 16. November 2018 konnte die Vorsitzende des Kulturhistorischen Vereins Roßdorf, Ursula Bathon, viele Gäste begrüßen. Neben Mitgliedern des Vereins waren Dieter Emig in Vertretung des Landrats, die Bürgermeisterin Christel Sprößler, der Ehrenbürgermeister Alfred Jakoubek, der 1. Beigeordnete Karl Heinz Rück, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Steven Günther-Scharmann, sowie Prof. Dr. Heinrich Jäger, Dr. Klaus Lehmann und natürlich der Gründungsvorsitzende Prof. Horst Wilhelm erschienen.

Foto: Klaus SeiwaldFoto: Klaus SeiwaldFrau Bathon präsentierte den Verein als lebendige Einrichtung mit vielen Aktivitäten:

Viele kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Führungen zu der Menhiranlage mit Gisela Poser, zum ehemaligen Steinbruch im Roßberg mit Dr. Rudolf Schug, Fekete Ausstellungen, Kurzreisen und Tagesausflüge mit Dieter Kollmannsperger. Nicht zu vergessen ist unser Sammeltassencafe in der Remise, das sehr gut angenommen wird, Frau Hechler und ihrem Café-Team sei Dank.

Das Äbääg- Theater, das in diesem Jahr ebenfalls sein 30jähriges Jubiläum feiert, gehört zum Kulturhistorischen Verein und ist so erfolgreich, dass seine Spielstätte der Sonnensaal oft ausgebucht ist.

In der Planung ist eine Modernisierung des Museums mit fachlicher Hilfe vom hessischen Museumsverband. Begonnen wird im 2. Halbjahr 2019 mit der Umgestaltung des Erdgeschosses. Im Jahr 2020 wird die Neugestaltung im Obergeschoss fortgesetzt werden und auch 2020 fertig gestellt sein.

Bürgermeisterin Christel Sprößler hob in ihren Grußworten die Bedeutung des KHV als festen Bestandteil des kulturellen Lebens von Roßdorf hervor und sprach Dank und Anerkennung an alle Beteiligten aus, nicht ohne eine Spende zu überreichen. Dieter Emig überbrachte Grüße und Glückwünsche des Landrats in Form eines Spendenumschlags. Prof. Horst Wilhelm verdeutlichte in seinem Festvortrag die Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit, die alle Beteiligten ergriffen hatte. Es sollte ein Museum werden, das die Arbeit und die Lebensverhältnisse der kleinen Leute aufzeigt und nicht wie bisher in den meisten Regionalmuseen hauptsächlich die Geschichte der Herrschenden darstellt. Es muss eine vordringliche Aufgabe des Staates sein, solche Bestrebungen zu unterstützen. Kostbares Gut wird dadurch von Generation zu Generation bewahrt. Der Zugang zur Kultur muss vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Altbürgermeister Kloß richtete erstmals einen Kulturetat ein. Es gründete sich der Verein „Alt Roßdorf“, der mit dem Sammeln von Exponaten begann. Prof. Horst Wilhelm erkannte, dass der seit 1982 stillgelegte Bahnhof ein geeigneter Raum für ein Museum war. Ein Treffen mit dem damaligen Bürgermeister Jakoubek, dem er ein Modell der Nutzung des Bahnhofs und ganz konkrete Vorstellungen präsentierte, war der Beginn einer fruchtbaren Zusammenarbeit.

Das Konzept sah kein Schaumuseum vor, sondern eines mit Funktion: Ausstellungsräume für Vereine, eine Empore für mehr Platz, aktive Mitgestaltung bei einem kulturellen Rahmenprogramm mit Konzerten, Lesungen Seminaren u. a. Wie alles finanzieren? Beiträge der damals 500 Mitglieder, Unterstützung von der Gemeinde, dem Landkreis, dem Land Hessen und der Sparkassenstiftung machten dies möglich Ein beeindruckendes Vorhaben! Dass es gelang, ist Prof. Horst Wilhelm, Alfred Jakoubek und den vielen Mitstreitern zu verdanken. In der Rückschau rufen der unglaubliche Einsatz, die Fähigkeiten der Beteiligten und das Durchhaltevermögen Erstaunen und Bewunderung hervor. Ehrenbürgermeister Alfred Jakoubek sprach seinen Dank an 30 Jahre erfolgreiche Arbeit an den Verein aus. Er schilderte die Entwicklung der Bahn, die jahrelang das einzige öffentliche Verkehrsmittel für Roßdorf war. 1982 kaufte die Gemeinde Roßdorf das Bahnhofsgebäude. Als einmaliges Kulturdenkmal war es über Jahrzehnte das Tor zur Arbeit und das Tor zur Welt, für die heimkehrenden Soldaten der beiden Weltkriege das Tor zur Heimat und damit von großer Wichtigkeit. Er stimmte dem Plan zu und unterstützte auch gegen Widerstand über viele Jahre den Aufbau und Ausbau des Museums.

Prof. Horst Wilhelm und Alfred Jakoubek spielten das entscheidende Treffen nach und zeigten damit den Anfang allen Geschehens. Auch der Lichtbildervortrag vom Aufbau des Museums und der Remise mit beeindruckenden Bildern verdeutlichte die unglaubliche Leistung der vielen Helfer. Die Finanzierung der enormen Kosten wurde auch durch den Einsatz bei Veranstaltungen erreicht.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bot Thomas Beckmann mit Saxophon und Trompete.

Bilder vom Aufbau des Museums und der Remise werden in einer Ausstellung im Museum gezeigt. Die Ausstellung ist sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Festgäste ließen den Abend bei einem Gläschen Sekt, Häppchen und Gesprächen ausklingen.

B.P.