Die Wasserversorgung in Roßdorf

Der Kulturhistorische Verein Roßdorf veranstaltete am Samstag, den 21.08.2021 einen Rundgang zu den Wasserversorgungsanlagen im Ort. Geführt wurden die 45 hochinteressierten Teilnehmer durch Herrn Gunter Skroblin vom Regiebetrieb Wasser/ Abwasser der Gemeine Roßdorf. Er nahm während des Rundgangs zu den zahlreichen Fragen der Teilnehmer ausführlich und kompetent Stellung.

In der ersten Station des Rundgangs wurden die technischen Einrichtungen im Wasserhochbehälter am Rehbergkreuz besichtigt. Der Hochbehälter hat ein Fassungsvermögen von 1000 m³ Wasser, sorgt durch seine Höhenlage für den erforderlichen Wasserdruck im Ortsleitungsnetz und gleicht durch seine Kapazität die Schwankungen des Wasserverbrauchs während des Tagesverlaufs aus und stabilisiert das Versorgungsnetz. Herr Skroblin erläuterte technische Details der Trinkwasseraufbereitung wie Filterung , Entkeimung durch UV-Licht-Bestrahlung, Sicherung der Stromversorgung der Pumpen durch eine Netzersatzanlage.

An der nächsten Station Sammelkammer am Blütenweg erklärte Herr Skroblin , wie das Wasser aus dem Wasserschutzgebiet der Aue entlang des Traisaer Wegs durch Drainagerohre in Kiesfilterbetten zur Sammelkammer geführt wird. Hierbei wurden auch Fragen zum Nitratgehalt und der Wasserhärte im Roßdorfer Wasser erörtert. Ein Blick in in die Tiefe des Sammelbehälters zeigte den Teilnehmern den Wasserzufluss.

Der Rundgang führte weiter zum alten Wasserwerk mit der schönen Jugendstil-Fassade in der Schulgasse. Die Besichtigung des technischen Innenlebens ergab, dass sich die Anlage ebenfalls auf dem neuesten technischen Stand befindet. Das Wasserwerk bezieht das Wasser von der Sammelkammer Blütenweg und von den Brunnen in den Fluren hinter dem Römerhof.

Die letzte Station war das Brunnenhaus am Heiligenborn mit dem stärksten Schüttvolumen aus der Brunnengalerie am Fuß des Roßbergs.

Die Eigenversorgung mit Wasser aus den Brunnen in den umgebenden Roßdorfer Fluren  reicht nicht aus, um den Wasserbedarf von Roßdorf abzudecken. Daher wird vom Wasserverband Hergershausen zusätzlich Wasser für Roßdorf bezogen. Die Dürreperioden der letzten Jahre und der Klimawandel stellen neue Anforderungen an eine gesicherte Wasserversorgung für Roßdorf. Daher ist der Bau eines Wasser-Tiefbehälters in der Goldkaute nahe der B38 vorgesehen, um als Reserve und Puffer für Zeiten des Wassermangels vorbereitet zu sein.

Dr. Schug