Thomas Scheytt aus Freiburg, gefeierter Blues-, Ragtime -, und Boogie-Pianist, sowohl deutschlandweit als auch international bekannt, war zum zweiten Mal am 02.10.2021 in Roßdorf im Handwerksmuseum zu Gast. 

Thomas Scheytt ist wieder zurück auf der Konzertbühne: 
nach langer coronabedingter Pause ist er wieder bühnenpräsent mit seinem 2.Soloauftritt an dem Ort, wo er schon 2018 seine Zuhörer im Sturm erobert hatte. 

Barbara Hechler, Veranstalterin und Museumsleiterin hatte sich mit ihrem Team eine besondere Überraschung einfallen lassen: vor Beginn des Konzertes stellte sie durch eine sehr originelle Power Point Präsentation den Pianisten in unterschiedlichen Spielsituationen vor, sodass Besucher in großer Vorfreude und wachsender Neugier den Beginn des Konzertes ungeduldig erwarteten.

Bevor Thomas Scheytt Musik der Zwanziger und Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts bis zur Gegenwart spielte und auf Hersal Thomas, Albert Ammons oder Pete Johnson hinwies, begrüßte er mit einer Eigenkomposition „zum Warmwerden und einander Kennenlernen“, wie er sagte, sein Publikum.

Doch eigentlich bedurfte es dieser Eingewöhnungszeit gar nicht, denn der dargebotenen Spielleidenschaft- sich widerspiegelnd im Gesichtsausdruck, dem wippenden Körper, den über die Tasten fliegenden Fingern, den tanzenden Beinen oder rhythmischen Bewegungen des li. Fußes- konnten sich die Besucher nicht entziehen und antworteten sehr bald mit stürmischem Beifall.

Zwischen den Stücken gibt er, Anekdoten aus seinem Leben witzig erzählend, Hinweise auf Inspirationen zu seinen Eigenkompositionen und vermittelt auch Wissenswertes über verschiedene Musikrichtungen; somit war es ein steter Wechsel von Hochkonzentration während des Spielens und heiter unterhaltender Entspannung zwischen den einzelnen Stücken.

Sowohl mit dem „Fifty Dollar Boogie“ als auch mit dem “ Flower Street Express“ bietet Scheytt den Zuhörern ein musikalisches Feuerwerk, völlig neue Passagen spielend, als wären sie neu durchdacht, tief empfunden und neu zusammengefügt, so, als müsste alles in den letzten Monaten Angestaute aus ihm heraus.

Thomas Scheytt präsentiert sich immer wieder als Meister der feinen Zwischentöne, welches sich in seinen Eigenkompositionen „Out of the Dark“ als Beschreibung eines Sonnenaufgangs oder in dem heiteren, zum Mittanzen inspirierenden „Morning Dance“ widerspiegelt. Generell sind seine Eigenkompositionen geprägt durch eine geniale Mischung aus Einfachheit und Komplexität, in der die Klangkulisse von schwebender Leichtigkeit und Heiterkeit bis zur Schwermütigkeit in harmonischem Einklang zu spüren ist.

Mit anhaltendem stürmischem Beifalle erhofften sich die Besucher am Ende des Konzertes eine Zugabe, die vom Künstler auch fröhlich und bereitwillig gespielt wurde.

Mit „Put your hand in the hand“, ein Gospel, von Scheytt als Klavierstück wunderschön arrangiert, und „Summer Night“, dass die Stimmung von Eichendorffs „Mondnacht“ einfängt, entließ er seine Zuhörer verträumt und glücklich auf den Heimweg.

M.Cordes