Exkursion in den Roßberg-Steinbruch am Samstag, den 25. Mai 2019

Roßberg-ExkursionWie es mittlerweile schon Tradition ist, hatte der Kulturhistorische Verein Roßdorf e.V. auch in diesem Jahr mit Genehmigung der OHI zu einer öffentlichen Roßbergführung eingeladen, und so erschienen bei bestem Wetter auch dieses Mal zahlreiche Besucher zur Begehung des Roßbergs unter Führung von Dr. Rudolf Schug. Unter den Teilnehmern waren viele auswärtige Besucher an der Exkursion beteiligt. Viele hatten überhaupt das erste Mal Gelegenheit, einen Blick in das Innere des beeindruckenden Steinbruchkraters bis in die Tiefsohle und auf die gewaltige 100m hohe Ost-Steilwand aus Basaltsäulen zu werfen, da die ganze Tiefe des Steinbruchs von der Bergaußenseite aus nicht einsehbar ist und das Begehen des Betriebsgeländes strikt verboten ist.

Während der Führung referierte Dr. Schug über die interessante geografische und geologische Umgebung von Roßdorf und die geologischen Ursachen für die Entstehung des Roßberg-Vulkans im Zusammenhang mit dem Einbruch des Oberrheintalgrabens. Über 120 Jahre wird der Basalt im Vulkanschlot abgebaut, da er ein hervorragender Baustoff auf Grund seiner besonders hohen Festigkeit und Verwitterungsbeständigkeit ist. Viele Fragen wurden vom Publikum gestellt, z.B. zur Entstehung der Basaltsäulen, zu den Funden von Zeolith-Mineralien im Basalt, zu der Wasserhaltung in dem Steinbruchkrater, zu den früheren Betriebsabläufen im Steinbruch in den Zeiten vor der Vollmechanisierung des Steinbruchs und vieles mehr. Da das Brechwerk seit 2017 stillgelegt ist und der jetzige Basaltabbau im Steinbruch nur noch unter Einsatz einer transportablen Brecheranlage erfolgt, bis das abbauwürdige Basaltvorkommen erschöpft ist, stellt sich für das Publikum die Frage, was nach Einstellung des Basaltabbaus in dem tiefen Steinbruchkrater geschehen soll. Es ist nach Betriebsende des Steinbruchs die behördlich genehmigte Verfüllung des Steinbruchkraters bis zur halben Höhe mit unbelastetem Abraum aus dem OHI Steinbruch Groß-Bieberau vorgesehen. Durch das steigende Wasser im Bruch wird immer ein Teich stehen bleiben, so dass das ganze Steinbruchgebiet zu einem Biotop und Naturdenkmal wird.

Dr. Rudolf Schug