Reise- und Exkursionsberichte

Sechs Klassen der Lichtenberg-Schule aus Ober-Ramstadt besuchten die Menhiranlage

Foto: Günter PoserFoto: Günter PoserInnerhalb einer Themenwoche besuchten die 5. Klassen der Lichtenbergschule vom 13. bis 15. Oktober 2014 die Roßdorfer Menhiranlage, an der Gisela Poser ihnen in jeweils einer guten halben Stunde auch anhand einiger Bilder etwas zu den Steinen, ihrer Herkunft und der sich wandelnden Lebensweise seit Beginn der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren erzählte.

Mit einem langen Kletterseil als Zahlenstrahl, an dem bunte Markierungen bei bedeutenden Ereignissen oder Epochen der Geschichte und Vorgeschichte bis zurück zur Jungsteinzeit angebracht waren, versuchte sie, den Kindern eine Vorstellung von der Länge der vergangenen Zeit zu vermitteln.

Einen handgreiflichen Eindruck aus der Jungsteinzeit, der die Menhiranlage zugerechnet wird, bekamen die Kinder, als sie die Schneide eines Steinbeils aus dem Roßdorfer Museum anfassen durften.

Es war sehr erfreulich, wie sehr die Kinder bei der Sache waren und wie viele und z.T. überraschende Fragen sie gestellt haben.

Wir danken den Lehrerinnen und Lehrern der sechs Klassen, darunter insbesondere Frau Pfeifer, Stufenleiterin an der Lichtenbergschule, die den Besuch der Menhiranlage angeregt hatte, dass sie sich die Mühe dieser Ausflüge gemacht haben, um immerhin an die 150 Kinder an dieses besondere Denkmal einer entscheidenden Vorgeschichtsepoche heranzuführen und ihr Interesse an geschichtlichen Bezügen zu wecken.

Gisela Poser, Ursula Richter

Bericht von der Exkursion am 14. und 15.10.2014

Bei strahlendem Wetter fuhren wir in Roßdorf los und so blieb es bis zur Rückfahrt. In Köln besichtigten wir zuerst die Kirche St. Gereon, die romanische Kirche mit der großen Kuppel.10 freistehende Pfeiler mit Strebebögen umklammern den turmartigen Bau und stützen die hohe Sternkuppel mit dem zehneckigen Zeltdach. St. Gereon ist durch die ungewöhnliche Kuppel eine der ungewöhnlichsten romanischen Kirchen des Abendlandes.

Anschließend wollten wir eigentlich zum Dom, da aber dort Messe war, gingen wir erst zu Groß St. Martin. Die dreischiffige Basilika mit ihrem kleeblattförmigen Ostchor und dem quadratischen Vierungsturm mit 4 Ecktürmchen ist eines der markanten Wahrzeichen des linksrheinischen Stadtpanoramas.

Nach einer Mittagspause in den Restaurants um den Heumarkt besuchten wir die Kirche Maria im Kapitol. Auf dem Grund der heutigen Kirche befand sich zur Römerzeit ein Tempel der kapitolinischen Gottheiten Jupiter, Juno und Minerva. Der West- und Mittelbau mit den Treppentürmen stammen aus dem 10 Jh., der übrige Bau mit Langhaus und Kleeblattchor wurde im 11 Jh. errichtet. Der Chor wurde zum Vorbild für mehrere Kirchen sowohl in Köln als auch im Nordwesten des Reiches. Eindrucksvoll ist auch der Kreuzgang vor der Kirche.

Anschließend besichtigten wir den Dom. Er wurde sehr viel später als die 12 romanischen Kirchen in Köln errichtet. Anlass für die Grundsteinlegung zum Dom war die Schenkung des Dreikönigsschreins durch Kaiser Barbarossa.. Für die Pilgerströme musste ein großer und repräsentativer Dom gebaut werden. Vorbild waren die gotischen Kirchen Frankreichs, speziell die Kathedrale von Amiens. Aber der Dom musste fünfschiffig sein und höher als die französischen Kathedralen. Der Grundstein wurde 1248 gelegt, der Chor wurde 1322 geweiht, danach wurde am Langhaus gebaut, bis 1559 alle Arbeiten eingestellt wurden und der Dom erst in Zeiten der deutschen Romantik 1880 fertiggestellt wurde.

Am nächsten Morgen ging die Fahrt nach Aachen. Die Führung begann mit der Besichtigung der Dom-Schatzkammer. Erläutert wurde ausführlich das Lotharkreuz, die goldene Büste Karls des Großen, die aber erst von Karl dem IV in Auftrag gegeben wurde, um den Glanz des großen Kaisers auf seine Herrschaft erstrahlen zu lassen. Gleiches gilt für den Karlsschrein im Dom, der mit der derselben Zielsetz-ung in Auftrag gegeben wurde. Er wollte Karl heilig sprechen lassen. Das erfolgte dann aber durch einen von ihm eingesetzten Gegenpapst. Diese Heiligsprechung wurde von der offiziellen Kirche aber nie nachvollzogen. Im Dom wurde darauf hingewiesen, dass Napoleon Karl den Großen sehr verehrte und sich als Nachfolger sah. Das hielt ihn aber nicht davon ab, den Karlsschrein, viele andere wertvolle Gegenstände und 24 Säulen des Doms nach Paris zu entführen und im Louvre auszustellen. 1815 wurden die meisten Gegenstände wieder nach Aachen gebracht, aber 4 Säulen waren im Louvre als Stützpfeiler verbaut, konnten also nicht entfernt werden, 2 Säulen zerbrachen auf dem Transport, sodass sich heute im Dom nur noch 18 Säulen befinden.

Nach einer gemütlichen Mittagspause in der Sonne folgte am Nachmittag eine sehr kurzweilige und interessante Altstadtführung, die auch mit vielen Histörchen zu den einzelnen Bauwerken gespickt war und wie im Fluge verging. Ausgangspunkt war die Wandelhalle des Heilbades - Aachen war schon zur Römerzeit ein Bad mit großen Bauten. Karl der Große wählte Aachen zu seinem Hauptsitz, weil er häufig die heißen Quellen besuchte. Die Baugeschichte von Aachen veranschaulichte die Stadtführerin anhand besonderer Baudenkmäler, wobei das Rathaus, das auf der karolingischen Königshalle basiert, uns besonders nahe gebracht wurde. Aachen verfiel, nachdem ab 1531 die Krönung der deutschen Könige nach Frankfurt verlegt wurde. Erst im 19. Jh. wurde Aachen wieder mondänes Bad. Heute ist Aachen eine europäische Stadt im Grenzraum Deutschland, Holland und Belgien. Die jährlichen Vergabe des Karlspreises und das internationale Reitturnier sind besondere Attraktionen.

Am frühen Abend ging es dann zurück nach Roßdorf. Die Teilnehmer empfanden die Fahrt als gelungene Exkursion des Kulturhistorischen Vereins.

D. Kollmannsperger

Einkehr auf der Gaberl AlmEinkehr auf der Gaberl AlmDer Kulturhistorische Verein (KHV) hatte seine 3 tägige Exkursion mit 20 Teilnehmern am 10.09.2014, die Kunst, Kultur und Technik vereinigen sollte, in Roßdorf gestartet. Unsere Ankunft im Hotel in Kochel am See war sehr gut vorbereitet und man hat uns unsere Zimmer für die nächsten 4 Tage mit dem herrlichen Blick auf den Kochelsee zugeteilt.

Am nächsten Morgen hat uns Frau Macher, die auch in Murnau vor 2 Jahren, im Land der „Blauen Reiter" eine außerordentlich kompetente Reisebegleiterin war, abgeholt. Der Weg führte uns über die Kesselbergstrasse zum Walchensee nach Urfeld. Hier stand der Besuch des Lovis Corinth Museums an. Die Wege des in Tapiau geborenen Künstlers führten über die Akademien Königsberg, Antwerpen, Paris und Berlin, bis er sich dem Kreis um der Sezession München, anschloss. Neben Max Liebermann und Max Slevogt galt Corinth bis 1911 als führender Vertreter des deutschen Impressionismus. Danach fand allmählich die Wendung zum Expressionismus statt. Die Werke seiner Spätzeit, die hauptsächlich auf seinem Anwesen am Walchensee entstanden, zeichnen sich durch seinen freien Pinselduktus und die zunehmende Auflösung des Gegenständlichen aus. Die kompetente Führung der Ausstellung fand im Dialog zwischen Herrn Oriwol, Eigentümer der Ausstellung und Frau Macher statt.

Leider konnte die Auffahrt zum 1730 Meter hohen Herzogenstand wegen schlechter Sicht und Regen an diesem Tag nicht durchgeführt werden. Den Namen erhielt der Berg 1535 von den Bayernherzögen Wilhelm und Ludwig. So haben wir das Alpenpanorama und den Blick auf Kochel- und Walchensee nicht genießen können. Durch die Flexibilität der jungen Pächterin, des wunderschön am Ufer des Walchensee gelegenen Cafe Bucherer, sofort 20 Personen zu bewirten, haben wir den Ersatz zum Herzogenstand, durch eine zünftige Brotzeit genossen. Hieran schloss sich die Weiterfahrt nach Mittenwald an, um das Geigenbaumuseum und eine Wechselausstellung des Landschaft - und historische Technik Malers Michael Zeno Diener zu besuchen. Leider wurde das angedachte anschließende Shopping durch den einsetzenden wolkenbruchartigen Regen vermasselt.

Am nächsten Tag stand die Besichtigung des Walchensee Wasserkraftwerks an. Die Entstehung des Wasserkraftwerks und die Zusammenhänge der Steuerung mit dem Zulauf der Isar in den Walchensee und weiter in den Sylvensteinspeicher wurden sehr eindrucksvoll und kompetent von dem Mitarbeiter der Firma EON erklärt.

Bevor wir die Besichtigung des Freilichtmuseum Glentleiten begannen hat uns das Schiff in gemütlicher Fahrt am Südrand über den Kochelsee abgeholt und in Schlehdorf abgesetzt.

In Anbetracht des sehr feuchten Wetters verzichteten wir auf den Fußmarsch zum Berggasthof Kreut Alm und benutzten unseren Bus. Je schlechter das Wetter, umso besser die Stimmung in der Gruppe was auch maßgebend durch die charmante Bedienung und die Wortspielerei und Bemerkungen, die von einigen Teilnehmern unserer Gruppe ausgegangen sind. Freilichtmuseum Glentleiten muss man sich vorstellen, wie den Hessenpark Neu Anspach, jedoch dem speziellen Leben und der Umgebung angepasst. Mit Frau Rauch, unserer Begleiterin, haben wir einige Themen im Vorfeld, die besichtigt werden sollen, besprochen. Eine Führung zu allen Themen hätte einen Tag in Anspruch genommen. So haben wir trotzdem fast drei Stunden mit Frau Rauch in charmanter Begleitung sehr detailliert das häusliche Leben im Haus mit und ohne dem Viehzeug erfahren.

Unser nächstes Vorhaben war der Besuch des großen Ahornbodens und der Engalm. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns und hat seinen Auslass der Feuchtigkeit der Wolken über uns etwas reduziert. Entlang der Isar und dem Sylvenstein Speicher ging die Fahrt über Vorderriss in das Rißbachtal. Wir folgten dem Rißbach zum Großen Ahornboden bis zur Eng Alm. Die Bergahornbäume die zwischen 400 – 600 Jahre alt sind sterben so langsam ab. Dank der Spenden konnten in den letzten Jahren einige Jungahornbäume gepflanzt werden. Eine 300 Jahre Almkappelle wurde besichtigt bevor man die Herstellung des berühmten Enger–Bergkäse erfahren konnte, von dem jährlich 1600 Laibe hergestellt werden. Viele Preise, Gold und Silber wurden bei der Almkäseolympiade in Galtür erzielt. Einige nutzten das Kaufangebot als Mitbringsel, was uns bis zur Ankunft in Roßdorf mit einem angenehmen Geruch im Bus begleitete.

Einen Einkehrschwung in die kleine gemütliche Garberl Alm mit vorheriger Anmeldung (ein halbes Jahr) sollte unser Tagesabschluss sein, bevor wir wieder die Mautstelle passierten. Unser charmanter, gut aussehender Fahrer Tom, ein Äthiopier, hatte schon bei der Einfahrt einen „Dialog" mit der ausgesprochen hübschen Dame in dem Mauthäuschen, was diese bei der Ausfahrt veranlasste unseren Tom persönlich mit Foto zu verabschieden. KHV Roßdorf unterwegs in Völker verbindender Mission.

Vor dem Beginn unserer Heimreise stand die Besichtigung Bad Tölz auf unserem Reiseplan. Mit unserer Stadtführerin Julia Friedel hatten wir wieder einmal eine gute Wahl getroffen. Beginnend mit Aufstieg zum Kalvarienberg und der Kirche genossen wir einen herrlichen Blick auf Bad Tölz. Der Weg führte uns durch die Marktstraße zur Leonhardikappelle und in den Park zum Thomas Mann Haus. Abgesehen von den Erklärungen über Thomas Mann und der heutigen Nutzung des Anwesens gab es zu unser Überraschung eine kleine Brotzeit von Julia. Vor Antritt der Rückreise nahmen wir noch in einem Gasthaus eine Stärkung zu uns die „frisch zubereitet" wurde und „etwas Zeit" in Anspruch nahm.

Die Heimfahrt verlief ohne Staus und dank der umsichtigen Fahrweise unseres lieb gewonnenen „Toms". Ein großer Dank gilt den Teilnehmern der Reise die trotz dem nicht immer wohl gesonnenen Wetters einen wesentlichen Beitrag zu der Harmonie und Ablauf der Reise beigetragen haben. Sie waren eine prima Truppe. Den Ausrichtern hat es gut getan, so angenehme Tage organisiert zu haben. Nicht alle, jeweils am gemeinsamen Abendessen, vorgetragene Eindrücke und persönliche Wortspielereien, können in diesem Bericht wiedergegeben werden. Aber er zeigt, dass die gute Laune ständig vorhanden war.

Als Überraschung erwartete uns in der Montagsausgabe des Darmstädter Echos das Bild von Kochel am See in der Sonne, wie wir es uns gewünscht hätten.

h.g.r.

Naturkundliche Exkursion des KHV am 24. Mai 2014 in den OHI-Steinbruch Roßberg

Roßbergexkursion 2014Rechtzeitig zum Beginn der Führung in den Steinbruch heiterte sich das Wetter auf, über hundert Teilnehmer aus Roßdorf und den umliegenden Orten fanden sich ein und nahmen die Gelegenheit wahr, einen Blick in das Innere des Roßbergs mit dem riesigen und tiefen Krater des Basaltabbaus und der Ostwand mit ihren Basaltsäulen zu werfen. Dies ist ansonsten nicht möglich, da das Betreten des Betriebsgeländes der OHI nicht erlaubt ist.

Dr. Rudolf Schug gab an verschiedenen Stationen des Weges in den Basalt-Steinbruch Erläuterungen über das ursprüngliche Aussehen des Vulkanberges und seine Veränderung durch den Basaltabbau, die Entstehung der Basaltlagerstätte im Berg aus erstarrter Lava im Schlot eines Vulkans des Tertiär, über die Ausbildung der Basaltsäulen und die Eigenschaften des Roßberg-Basalts, der ein hervorragender Baustoff ist. Die geologischen Ursachen der Entstehung des Roßberg-Vulkans im Tertiär fanden das besondere Interesse der Exkursionsteilnehmer, da diese Vorgänge bis heute fortwirken, wie das ungewöhnlich starke Erdbeben in unserer Umgebung vor einer Woche in aller Deutlichkeit zeigt. Denn der Einbruch des Oberrheintal-Grabens mit tiefgreifenden Störungsrissen im kristallinen Odenwald in West-Ost-Richtung ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen.

Die über 116-jährige Betriebsgeschichte des OHI-Steinbruchs Roßberg und die harten Arbeitsbedingungen der Steinbrecher im Bruch waren eine weiteres Thema der Schilderungen von Dr. Schug insbesondere im Vergleich mit den heutigen Arbeitsabläufen im voll mechanisierten Steinbruchbetrieb. Wo früher Hundertschaften von Arbeitern tätig waren, bringen heute durchschnittlich 10 Arbeitskräfte mit dem modernen Maschinenpark dieselbe Produktionsleistung auf.

R.S.

Porta NigraBei strahlendem Sonnenschein fuhren wir in Roßdorf los, das gute Wetter begleitete uns den ganzen Tag. Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Unsere Führung begann an der Porta Nigra, dem größten römischen Monument nördlich der Alpen. Dieses Osttor der römischen Stadt ist das einzige der vier großen römischen Stadttore, das nicht verfiel und als Baumaterial verwendet wurde, weil es schon früh als Kirche genutzt wurde. Im frühen Mittelalter wurde es dann zur großen Kirche ausgebaut, dabei wurde der südliche Turm abgerissen und als Baumaterial für den Ausbau der Kirche verwendet. So präsentiert sich die Porta Nigra heute ohne den südlichen Turm, aber mit dem romanischen Anbau, der sich harmonisch in den römischen Bau einfügt, so dass man erst nach dem Hinweis auf die Entstehung diesen Teil als nicht römisch erkennt.
Anschließend führte uns die Stadtführerin am Dreikönigshaus vorbei zum Hauptmarkt, der zwar keine römischen Bauten aber ein gelungenes Ensemble des Mittelalters bietet. Anschließend ging es zum Dom, dem ältesten Kirchenbau nördlich der Alpen. Der Kern geht auf die Zeit des römischen Kaisers Konstantin zurück bzw. seiner Mutter, die den Heiligen Rock nach Trier brachte und dafür eine passende Kirche bauen ließ. Direkt angebaut wurde im 13. Jh. die Liebfrauenkirche, die erste weitgehend runde Hallenkirche in Deutschland.

Anschließend führte uns der Weg zur Konstatin-Basilika, dem Thronsaal der späten römischen Kaiser im 3. JH. Dieser gewaltige Bau verdankt seine Erhaltung der Nutzung als Kirche bzw. als Markthalle im Mittelalter. Der Konstantin-Palast war eingefügt in eine Reihe großer Prachtbauten, die aber alle der Nutzung als Baumaterial anheimfielen. Der Konstantin-Palast ist einer der größten erhaltenen römischen Bauten überhaupt. Nach der ausführlichen und sehr engagierten Stadtführung konnten wir uns direkt am Landesmuseum in einem Restaurant ausruhen. Danach führte uns die gleiche Dame durch die ständige Ausstellung des rheinischen Landesmuseums. Schwerpunkt waren die großen römischen Monumente und Grabanlagen mit dem berühmten Weinschiff und dem vor einigen Jahren gefundenen größten römischen Goldschatz, der bei Bauarbeiten zufällig gefunden wurde.

Gegen 17 Uhr nahmen wir unsere Zimmer in unser Hotel am Rande der Altstadt. Wir hatten nach dem Abendessen genügend Zeit für einen Bummel durch das abendliche Trier.

Am nächsten Morgen führte uns unsere Stadtführerin durch die sog. Kaiserthermen, einen gewaltigen Bau aus dem 2.Jh., der aber nie fertiggestellt wurde und im 4.Jh. zur Kavalleriekaserne umgebaut wurde. Die Ausmaße der Anlage sind gewaltig und demonstrieren die Bedeutung, die das römische Badewesen im 2.Jh hatte. Für die Bürger wurden etwa zur gleichen Zeit die Barbara-Thermen gebaut.

Anschließend hatten wir genügend Zeit zum Shoppen und Bummeln durch die Stadt. Gegen Mittag fuhren wir dann nach Saarburg, einer kleinen Stadt mit Burg, steilen Weinbergen an den Hängen der Saar und einem großen Wasserfall mitten in der Stadt. Dieser Wasserfall des Leuk-Baches trieb bis ins letzte Jahrhundert Mühlen und später Turbinen an. Den letzten Teil unserer Tour bildete die Fahrt durch das enge Tal der unteren Saar bis Mettlach mit seinem barocken Kloster, heute Sitz der Verwaltung von Villeroy & Boch und zur Cloef mit dem imposanten Ausblick auf die Saarschleife. Unsere eindrucksvolle Fahrt endete gegen 19 Uhr in Roßdorf.

d.k.

WürzburgDie Geschichte von Würzburg ist eng mit dem Main verbunden. Schon um 1000 v. Chr. bauten die Kelten eine Fliehburg auf dem Marienberg. Im 6. Jahrhundert n. Chr. fand die Landnahme des gesamten Mainraums durch die Franken statt. Ab 650 war Würzburg Herzogsitz des fränkischen Königsgeschlechts der Merowinger. 685-689 christianisierte der irische Mönch Kilian mit 2 weiteren Mönchen die Gegend, wurden aber 689 ermordet. Seit 741 ist Würzburg Bistum. Die 3 Mönche wurden damals heiliggesprochen. Seit dieser Zeit war Würzburg Ziel vieler Wallfahrten zum heiligen Kilian.

Bekanntester Bürger von Würzburg ist Tilmann Riemenschneider, der in der Gegend viele Altäre und vor allem Holzstatuen schnitzte. Die Kirchen und adligen Paläste waren voll von seinen Werken, die aber schon bald nach seinem Tod in Vergessenheit gerieten und erst im 19. Jh. wieder entdeckt wurden.

Das Wetter meinte es gut mit uns, es war angenehm warm. Unsere Gruppe wurde von 2 Stadtführern durch die Altstadt geführt. Es begann mit einem kurzen Spaziergang am Main mit einem schönen Blick auf die Silhouette der Stadt bis zur steinernen Rundbogenbrücke, eine der ältesten Steinbrücken in Deutschland. In der Barockzeit wurde sie mit 12 großen Statuen bestückt. Anschließend ging es durch die Altstadt, die im Krieg fast völlig zerstört wurde. Höhepunkt war die Besichtigung des Kiliandoms. Er stammt aus dem 11 Jh., wurde aber im Laufe der späteren Zeit dem jeweiligen Geschmack angepasst. Vor den Eingang wurde ein barockes Eingangsgebäude gebaut und das Innere barockisiert.

Nach der Mittagspause gingen wir zur Residenz, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde zwischen 1720 und 1760 erbaut. Der damalige Fürstbischof Franz von Schönborn beauftragte den damals noch unbekannten Architekten Balthasar von Neumann mit dem Bau des Schlosses im Stil von Versailles. Für das weltberühmte, von Neumann stützenfrei überwölbte Treppenhaus schuf der Venezianer Tiepolo das Deckenfresko mit den vier Erdteilen. Die Führerin durch das Schloss war eine Irin, die die Einzelheiten sehr launig vermittelte.

Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Rückweg nach Roßdorf.

Dieter Kollmannsperger

Der sehr engagierte Stadtführer zeigte uns die verschiedenen Epochen der Mainzer Stadtgeschichte. Der rechtsrheinische Stadtteil besaß viel Industrie und war deshalb im 2. Weltkrieg Ziel der alliierten Bombenangriffe. Dazu benutzten sie als Orientierung den Mainzer Dom, der selber nicht zerstört wurde, aber in unmittelbarer Nähe wurde ein Teil der Altstadt stark zerstört, während südlich des Doms der Stadtteil erhalten blieb. Da die rechtsrheinischen Stadtteile nach dem Krieg zur amerikanischen Zone gehörten, die linksrheinischen zur französischen, wurde Mainz geteilt und die rechtsrheinischen Industriegebiete gehören heute zu Wiesbaden.

Wegen fehlender Industrie verzögerte sich der Wiederaufbau in Mainz. In den fünfziger Jahren wurde für den Wiederaufbau schlechtes Material verwendet, so dass in den Siebziger diese Häuser saniert und teilweise abgerissen wurden.

Die Altstadt wurde so aufgebaut, dass hinter den alten Fassaden Neubauten errichtet wurden. Natürlich blieb es auch in Mainz nicht aus, dass durch nicht angepasste Neubauten ein einheitliches Bild des Marktes verhindert wurde.

Der Mainzer Dom wurde gleichzeitig mit dem von Worms und Speyer errichtet, die jeweils einen Tagesritt – 50 km – voneinander entfernt liegen. Während Speyer seinen romanischen Stil erhalten konnte, Worms nur wenig umgebaut wurde, erlebte der Mainzer Dom als Sitz von Erzbischof, Kurfürst und Reichskanzler in jeder Epoche Anpassungen an den Zeitgeist. Dadurch bietet der Dom kein einheitliches Bild. Seine Bedeutung als eine der wichtigsten Kirchen im Reich führten dazu, dass sich der Bau an dem Petersdom in Rom orientierte mit 2 Chören und jeweils einem Altar. Marc ChagallDer Domschatz – im Mittelalter einer der bedeutendsten nördlich der Alpen - wurde von dem Kurfürsten und Erzbischof Albrecht von Brandenburg verkauft, um seinen opulenten Lebensstil zu finanzieren. Das Gestühl mit Ausnahme des barocken Chorgestühls wurde von den napoleonischen Truppen verheizt, als der Dom nach der Völkerschlacht von Leipzig als Lazarett genutzt wurde.

Anschließend zeigte uns der Stadtführer den erhalten gebliebenen Stadtteil südlich des Doms. Hier hat sich geschäftliches Leben mit vielen kleinen Geschäften, Weinkneipen und Restaurants erhalten. Mitten drin liegt die Augustiner Kirche, die als einzige reine Barockkirche erhalten und in den 90er Jahren geschmackvoll saniert wurde.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind wir zu St. Stephan mit den berühmten Fenstern von Marc Chagall gegangen. Die Kirche hat ihren gotischen Stil als Hallenkirche bewahrt mit einem schönen Kreuzgang. Das blaue Licht der Fenster vermittelt einen überwältigenden Eindruck. Danach sind wir zurück zum Bus zum Rhein gelaufen und sind pünktlich nach Roßdorf aufgebrochen. Wir hatten den Eindruck, dass es für alle Teilnehmer ein gelungener Ausflug mit vielen neuen Eindrücken war.

Dieter Kollmannsperger

„Am schönsten hat‘s die Forstpartie, denn der Wald, der wächst auch ohne sie.“

Am Samstagnachmittag fand sich bei schönstem Altweibersommerwetter ein relativ kleiner Kreis von Teilnehmern am Ludwigsteich ein, um mit unserem Revierförster Menzel in den spätsommerlichen Wald zu ziehen. Die Führung geriet daher zu einem Privatissimum über den Roßdörfer Wald hinter dem Ludwigsteich und seine Besonderheiten.

Zunächst führte uns der Weg vom Ludwigsteich aus entlang dem Waldrand und den angrenzenden Wiesen des kleinen Bruchs. Hier erfuhren wir Details über den Aufbau des Waldes im Randgebiet zu den Wiesen mit ausgewachsenen alten Hochwaldbäumen, darunter stattliche Huteichen und Buchen , die dem nachwachsenden Unterbau und den aufgekeimten Jungpflanzen Schutz geben und ein typisches Bild des Familienlebens der Bäume in verschiedenen Generationen zeigen.

Danach ging es in die Waldabteilungen in Richtung des kleinen Hirschkopfs. Hier hatte 1990 der Orkan Wiebke gewütet und große Wurfflächen im Forst hinterlassen. Es ist äußerst eindrucksvoll zu sehen, wie sich der Wald seit diesem Ereignis regeneriert hat. Und hierbei kann man auch unter den fachkundigen Hinweisen von Herrn Menzel nachvollziehen, wie durch eine behutsame Wiederaufforstung mit standortgerechten Baumarten anstelle der ehemaligen geworfenen Fichtenbestände ein abwechslungsreiche Baumgesellschaft geschaffen wird.

Das Ideal von Herrn Menzel ist der Wald, der sich selbst überlassen ist (siehe den obigen Spruch). Dies ist natürlich ein Ziel, das mit dem Anspruch einer forstwirtschaftlichen Nutzung des Waldes nur schwer zur vereinbaren ist. Durch die forstliche Arbeit ist es jedoch gelungen, dass im Roßdörfer Forstrevier Waldgebiete wegen ihres naturnahen wertvollen Baumbestandes die Zertifizierung als Flora-Fauna Habitat erhalten haben. Hierin befinden sich altehrwürdige, unter FFH-Schutz gestellte Bäume, die nicht gefällt werden dürfen.

Förster Menzel erläuterte seine Arbeit in dem seit der letzten Forstreform erweiterten Forstrevier, das seit 2005 auch die Betreuung des Messeler Reviers einschließt und eine erhebliche Ausweitung der forstlichen Aufsicht bedeutet. Allein die Fahrwege im großen Revier addieren sich im Monat auf über 1000 km.

Auf unserem Weg durch den Wald entdeckten wir mit Hilfe von Herrn Menzel interessante Baum-und Pflanzenraritäten wie z.B. die Elsbeere und die Tollkirsche und eine enorm große Esche, die stolz in den Himmel ragt.

Wieder am Ludwigsteich angekommen bedankte sich die Gruppe für die interessante Führung bei Herrn Revierförster Menzel, der temperamentvoll, kenntnisreich und anschaulich den Exkursionsteilnehmern „seinen“ Wald präsentiert hat.

R. Schug

Immer wieder üben der Roßberg und die Führungen des Vereins in den Steinbruch eine große Anziehungskraft aus. Ungefähr hundert Besucher fanden sich am 1. Juni trotz der starken Regenfälle am frühen Morgen an der Schranke des Steinbruchs ein. Viele von ihnen hatten noch nie einen Blick in das Loch im Berg getan, aber auch Stammgäste waren dabei, die Veränderungen im Steinbruch seit der letzten Führung mit ihren Fotoapparaten dokumentieren konnten: u.a. Umbauten an der Fahrstraße in den Steinbruch, weniger Pflanzen an deren Rändern – und als Folge des schlechten Wetters der letzten Zeit Wasserlachen neben der Fahrstraße, kleine Rinnsale an den Tuffwänden, und sogar eine kleine Gerölllawine an der Nordwand des Steinbruchs ereignete sich während der Führung.

Die Erläuterungen von Dr. Schug an verschiedenen Punkten des Geländes und im Steinbruch waren – wie immer – umfangreich und präzise und regten zu Fragen an, besonders bei den geologisch, mineralogisch und technisch interessierten Besuchern, während andere einen weiteren Abstieg vorzogen. Eine besondere Sehenswürdigkeit war die im Eingangsbereich stehende Bohrmaschine, die für die Herstellung der Sprenglöcher eingesetzt wird.

Dankbar verabschiedeten sich die Besucher, die noch die Gelegenheit hatten, Mineralien oder das Roßbergbuch und die neue Roßberg-CD des Vereins mitzunehmen.

U.R.

Die Welt der Kelten

Exkursion nach Stuttgart zur Keltenausstellung am 27.01.2013

Trotz Wetterwarnung wegen Blitzeis und Straßenglätte ließen sich 31 Teilnehmer nicht entmutigen und fuhren um 9 Uhr mit dem Bus nach Stuttgart zur Ausstellung "Die Welt der Kelten".

Wir kamen gut durch den Verkehr und waren rechtzeitig zur Führung um 12 Uhr in der ersten Ausstellung „Zentren der Macht“. Dort wird das Verbreitungsgebiet der Kelten zu den verschiedenen Epochen dokumentiert.

Die erste kulturelle Epoche mit den Befestigungen auf den Höhen (Heuneburg an der Donau und Mont Sassois an der Seine) und den frühen Fürstengräbern war die Hallstattzeit im 7. bis 5. Jahrhundert v. Chr.  Danach wurden die großen Bergsiedlungen wegen des Klimawandels und der sinkenden Bevölkerung aufgegeben.

Die zweite große Kulturepoche war die Latènezeit um 450 bis ca. 300 v. Chr. Es folgte die späte Latènezeit vom 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr.

Exkursion nach Mannheim zur Ausstellung „Benedikt und die Welt der frühen Klöster“
am 06. Oktober 2012

Benedikt19 Teilnehmer fuhren um 10:00 Uhr vom Schwimmbadplatz mit dem Bus nach Mannheim und trafen pünktlich im Reiss-Engelhorn-Museum ein.

Dort empfing uns unser Führer, ein Doktorand der Uni Heidelberg, und führte uns durch die einzelnen Schwerpunkte der Ausstellung. Benedikt wurde in der Zeit des Untergangs des weströmischen Reichs geboren. In dieser Zeit wechselten die Herrscher und ihre Völker in Italien mehrmals. Die Menschen suchten deshalb nach einer geistlichen Autorität, die als Gegenpol zur Völkerwanderung mit seinen Umwälzungen den Menschen Halt bot.