Veranstaltungsberichte

Vorlesenachmittag 2015Er ist schon fester Bestandteil im Jahreskalender des Kulturhistorischen Vereins: der Vorlesenachmittag der Kinder der Grundschulen von Roßdorf und Gundernhausen.

Am 21.11.2015 war es wieder soweit. In einem Kindergedicht heißt es : "Es kommt eine Zeit, da werden die Tage klein und die Nächte groß und jeder Abend hat einen schönen Namen: Sterntaler – Rumpelstilzchen — "

Einen solchen schönen Abend (Nachmittag) bereiteten die 12 Vorlesekinder: Amelie-Cecile Fox, Roman Schicht, Joyce Benton, Mark Szollar, Yasmin Regniai, Valentin Ahrend, Eva Freudenberger, Jonas Schönfeld (Rehberg-Schule), Mikhey Adonin, Naya Rasch, Jannik Föst, Svea Zimmer (Gundernhäuser Schule) allen, die so zahlreich gekommen waren, sich das gelungene Ergebnis ihrer langen Vorbereitung für diesen Vorlesenachmittag anzuhören.

Für eine musikalische Unterbrechung des Vorleseprogramms sorgten die Gundernhäuser Schulkinder mit heiteren Stücken der Flötengruppe - Hanna war eine fingerfertige Solistin auf der Geige und Svea Zimmer auf dem Akkordeon.

Ein dickes Dankeschön allen Beteiligten sprachen die Rektoren der beiden Schulen aus. B. Pokinskyj und G. Lörincz als Mitglieder des Kulturhistorischen Vereins moderierten den Vorleseablauf.

G. Lörincz

Abschriften mittelalterlicher Handschriften durch Wilhelm Richter

In der heutigen Zeit, in der Texte per Computertastatur erstellt und immer seltener mit der Hand geschrieben werden, steht Wilhelm Richter als ein Mensch, den das harmonische, ästhetische Schriftbild einer kunstvollen Handschrift von Jugend an tief beeindruckt hat.

Besonders begeistert ist Wilhelm Richter von der Pracht mittelalterlicher Handschriften mit ihrem gleichmäßigen Schriftsatz, aufwendig ornamentierten Initial-Buchstaben , den Randverzierungen der Blätter und der Formensprache der kolorierten Miniaturen in den Codices.

Früh zeigte sich aber auch schon im Kunstunterricht während seiner Schulzeit sein ausgesprochenes Talent für die kalligraphische Darstellung von Texten, die weit mehr ist als Schönschrift. Zur Begeisterung für schöne Handschriften kam also auch das individuelle Können. Diese Fähigkeit wurde zu seinem Hobby, dem er ausgiebig in seinen Mußestunden und als Ausgleich zu seinem Berufsalltag als Elektroingenieur nachging. Insgesamt entstanden so neben kleineren Arbeiten 15 Abschriften berühmter mittelalterlicher Handschriften, von denen 9 Werke in der Ausstellung gezeigt werden. Darunter befinden sich der Codex Manesse, die Handschrift über die Jagd mit Falken des Verfassers Kaiser Friedrich II., die Prachtbibel König Wenzels von Böhmen, aber auch eigene Schöpfungen wie das ökumenische Evangeliar des Neuen Testaments mit den vier Evangelisten in jeweils eigener Sprache und Schrift in Hebräisch, Griechisch, Lateinisch und Althochdeutsch und mit Illustrierung durch eigene Miniaturen in mittelalterlicher Manier.

Welche staunenswerten Fertigkeiten Wilhelm Richter mit seinen Abschriften mittelalterlicher Handschriften erreicht hat, kann der Besucher der Ausstellung bewundern. Leider konnte Herr Wilhelm Richter an der Eröffnung der Ausstellung wegen einer Erkrankung nicht persönlich teilnehmen, ansonsten hätten die Besucher sicherlich zahlreiche Fragen zu der Art und Weise, wie er solche kalligraphischen Werke geschaffen hat, an Herrn Richter gestellt.

Zur Ausstellungseröffnung waren leider nur wenige Besucher erschienen. Dies lag vermutlich an dem sonnigen Oktoberwetter an dem Samstagnachmittag.

Ein ausführlicher Bericht über die Ausstellung findet sich im Landkreis Darmstadt-Dieburg-Teil des Darmstädter Echos vom 03.11.2015 auf Seite 19 sowie im Echo-Online.

Rudolf Schug

Ein gelungener Auftritt mit Studierenden der Klavierklasse Friederike Richter von der Darmstädter Akademie für Tonkunst sorgte für großes Interesse im Roßdörfer Museum. Der Kulturhistorische Verein verwirklichte damit seine Absicht, auch jüngeren Künstlern, die sich noch in der Ausbildung befinden, Gelegenheit zu geben, sich öffentlich einem sachkundigen Publikum zu präsentieren. Es spielten insgesamt sechs Studenten der Akademie, überwiegend koreanischer Herkunft, aber auch je eine/einer aus China und Indonesien. Die Pianisten sind fortgeschrittene Schüler der Klavierpädagogin Friederike Richter, einer gefragten Künstlerin, die ihr umfangreiches Können und Erfahrung mit Erfolg an die jüngere Generation weitergibt. Sie moderierte das Konzert, das unter dem Motto „Musikmetropole Leipzig“ stand, und gab zu allen Stücken ausführliche Hintergrund­informationen. Ergänzt wurde das Programm durch eine Komposition für Klarinette und Klavier von Robert Schumann, wobei die Klarinettistin aus der Klasse Michael Schmidt stammte.

Die Zuhörer erlebten eine Darbietung junger Künstler/innen auf hohem Niveau, wobei vieles, beispielsweise die künstlerische Gestaltung, Artikulation und Anschlagstechnik sehr an den Auftritt der Pädagogin Friederike Richter erinnerte, die vor einem Jahr an gleicher Stelle gastierte. Zwei Kompositionen von Johann Sebastian Bach, ein Präludium mit Fuge sowie eine Toccata bildeten den Rahmen um die Papillons und die Fantasiestücke von Robert Schumann herum, bevor zum Schluss der Matinée die Variations sérieuses von Felix Mendelssohn-Bartholdy erklangen. Alle Komponisten wirkten im 18. bzw. 19. Jahrhundert in der Musikstadt Leipzig.

Mit lang anhaltendem Beifall wurden die Künstler verabschiedet, und es wurde vielfach der Wunsch geäußert, derartige Konzerte in Zukunft zu wiederholen.

FJS

Freitag, den 9. Oktober, der Vortragsraum im Museum füllt sich rasch mit rund fünfzig erwartungsvollen Zuhörern. Die Vorsitzende des KHV führt den Referenten des Abends, Dr. Horst Bathon, ein und teilt mit, dass die „Naturdenkmale des Landkreises Darmstadt-Dieburg“ bereits von 1983 bis 1986 von ihm und Georg Wittenberger erstmals erfasst, aufgesucht, bewertet und der Öffentlichkeit als Buch zugänglich gemacht wurden. Annähernd dreißig Jahre später war es nun an der Zeit, die Naturdenkmale des Landkreises erneut aufzusuchen.

Einleitend zeigte der Referent, dass durch den steigenden Flächenverbrauch für Wohn-, Industrie- und Straßenbau, Energiegewinnung u.a.m. viele Biotope vernichtet werden und damit viele Pflanzen und Tiere vom Aussterben bedroht sind. Daher ist ein behördlicher Schutz gerade der bedrohten Lebensräume vonnöten. Zu deren Erhalt wurden und werden verschieden große Gebiete unter Schutz gestellt als Naturschutzgebiete, Nationalparke, Biosphärenreservate oder auch als Naturdenkmale. Letztere sind Einzelschöpfungen der Natur, wie sehr alte Bäume und Felsgruppen aber auch Gebiete bis zu 5 ha Grundfläche.

Die meisten der 50 aktuellen Naturdenkmale im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden in Wort und Bild vorgestellt, so die annähernd 800-jährige Centlinde auf dem Heiligenberg, die etwa 580 Jahre alte Pyramiden-Eiche („Schöne Eiche“) im Harreshausener Feld, Mutter aller Pyramideneichen, oder die „Magnetfelsen“ in der Nähe der Ruine Frankenstein. Flächige Naturdenkmale sind die verschiedenen Flugsanddünen mit ihrer Pflanzenwelt aus den Steppen Osteuropas im Westen des Landkreises und die tief in den Löß eingeschnittenen Hohlen im Osten. Das flache Wiesental („Fuchswiese“) bei Stettbach wurde wegen der vom Aussterben bedrohnten beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, die hier noch in Anzahl vorkommen, als Naturdenkmal unter Schutz gestellt.

Die Zuhörer dankten dem Referenten mit heftigem Applaus für seine Darstellung und die vielen tollen Farbfotos von den Naturdenkmalen, deren Flora und einigen Insektenarten. - Ein Manuskript über die Naturdenkmale des Landkreises liegt vor und soll Ende 2015 / Anfang 2016 als Buch erscheinen.

U. B.

Ausstellung: Fekete – und seine Künstlerfreunde

Foto: Horst BathonFoto: Horst BathonAm 19. Juli um 11.00 Uhr wurde die neue Ausstellung „Fekete – und seine Künstlerfreunde“ im Museum Roßdorf eröffnet. Noch wenige Minuten vor Beginn der Vernissage waren erst wenige Besucher da. Doch dann strömte es, und es fanden sich rasch über 50 Kunstinteressierte ein, um zu sehen und zu hören.

Zu hören war Dr. Roland Held mit seiner ausführlichen Eröffnungsrede, in der er die Frage stellte „Wie kommt man nur dazu, sich einen anderen Maler ins Atelier zu holen!“ Er fing mit Pablo Picasso an, der schon in seinen frühen Jahren Kunst von anderen Künstlern kaufte.

Held fragte sich wie kommt Esteban Fekete dazu, sich einen anderen Maler ins Atelier zu holen. Denn einige der Arbeiten, die in der jetzigen Ausstellung erstmals gemeinsam präsentiert sind, hingen tatsächlich, teils angepinnt, teils mit Klammern an Schnüren, in dem Kellerraum auf dem Stetteritz, wo Fekete seine Druckwerkstatt hatte, Seite an Seite mit vielen Plakaten zu eigenen und fremden Ausstellungen und ihnen offenbar gleichwertig, weil ebenfalls ungerahmt, ungeschützt dem Licht, den Temperaturschwankungen, Staub und Spinnweben ausgesetzt. Ob Fekete nach dem Erwerb gelegentlich noch einen Blick darauf warf, ist nicht zu beantworten. Seines war das Talent eines Künstlers, nicht das eines Archivars.

Picasso hat immer dazugekauft, wenn auch nicht unbedingt systematisch, eher gelegenheitsorientiert und geschmacklich sehr breit aufgestellt, was seine Sammlung letztendlich publik machte. Bei Fekete sind Zukäufe eher zu bezweifeln. Die „Sammlung Fekete“ ist ebenfalls breit aufgestellt, weil sie das ganze Spektrum dessen umfasst, was Künstlerfreunde, Schüler und Verehrer seines Werkes, wie Bruno Müller-Linow, Barbara Beisinghoff, Eich Stahl, Szalay Lajòs, Alfred Pohl, Karl-Heinz Hansen-Bahia, Barbara Steinbach u.a. ihm über Jahrzehnte in die Hand drückten oder postalisch zuschickten, oft als Geburtstag- oder Neujahrsgruß. Meistens Graphisches, ob gezeichnet oder gedruckt, was bei einem bekannten Farbholzschneider ja passend ist.

Sehr schön war, dass einer von Feketes Künstlerfreunden anwesend war, Erich Stahl. Er erzählte uns wie er Esteban Fekete kennengelernt hat und wie der erste Fekete-Holzschnitt in seinen Besitz kam. Er bekam ihn von Fekete höchst persönlich geschenkt.

Erich Stahls Markenzeichen ist den Kupferstich immer wieder zu kombinieren mit anderen Drucktechniken. Bildhaftes, Text und Kalligraphie verschmelzen bei ihm tendenziell zur Einheit, was mehrere ausgestellte Blätter und ein Künstlerbuch eindrücklich zeigten.

Esteban Fekete tritt bei dieser Ausstellung in den Hintergrund; es sind nur sechs Tuschzeichnungen und 2 Holzschnitte von ihm zu sehen. Aber ich denke, Esteban Fekete würde diese Ausstellung gefallen.

U.B.

FlutEmotionSechs Musikerinnen mit Flöten, angefangen von der Piccoloflöte über die normale Querflöte, Altflöte, Bassflöte bis zur Kontrabassflöte, präsentierten am 5. Juli im Roßdörfer Museum ein anspruchvolles Programm mit Werken aus dem Barock bis hin zu moderne Rhythmen wie Tango und Jazz. Die Mitglieder des Ensembles FlutEmotion, Judith Aporta-Ullenboom, Karin Büchler, Nina Groschup, Beate Petri, Natalie Porth und Karoline Schaeferdick kommen weitgehend aus dem Rhein-Main-Gebiet und sind bereits im Rahmen der Aktion Theaterfoyer im Darmstädter Staatstheater aufgetreten.

Der in der Homepage des Ensembles versprochenen Verführung zur Emotion erlagen die Zuhörer gerne. Die glasklaren Klänge der Flöten waren gut aufeinander abgestimmt, wohltuend die professionelle Intonation trotz der an diesem Tag herrschenden schweißtreibenden Extremtemperaturen.

Die Moderation zu den einzelnen Stücken erfolgte abwechselnd jeweils durch eine der Künstlerinnen. Die meisten der aufgeführten Stücke waren nicht in der jeweiligen Originalfassung, wie das Adagio von Mozart für Klarinetten und Bassetthörmer, sondern für das aktuelle Flötenensemble umgeschrieben worden. Zu Beginn erklangen gefällige Kompositionen von Boismortier und Mozart. Es folgte ein Werk der zeitgenössischen amerikanischen Koponistin Catherine McMichael, The Mayflower Suite, das nachträglich in das Programm hineingenommen wurde und eine willkommene Bereicherung des Programms darstellte.

Nach der Pause wurde die Ankunft der Königin von Saba aus dem Händelschen Oratorium Salomon beschworen, und anschließend hörte man 3 Sätze aus der Petite Suite von Claude Debussy, ein rhythmisch und melodisch sehr anspruchvolles Musikstück, das mit großer Professionalität präsentiert wurde. Gegen Ende brachte man eine Bamburina, - einer japanischen Bambusflöten¬musik nachempfunden - des niederländischen Komponisten Wil Offermans zu Gehör. Dieser Komponist hatte übrigens für den Namen des Ensembles „FlutEmotion“ Pate gestanden. Eine Jazz-Suite des Amerikaners Bill Holcombe mit fetzigen Rhythmen rundete das Konzert ab. Der kräftige Applaus aus dem vollbesetzen Museumssaal veranlasste das Ensemble zu einem „Rausschmeißer, wie man hörte, das „Tico Tico“ des Brasilianers Zequinha deAbreu, umgeschrieben auf Flötensextett, ein kurzer krönender Abschluss.

FJS

Vortrag „Die Farbe der Sterne“ am 26.06. 2015

40 Teilnehmer besuchten den Powerpoint-Vortrag von Dr. Lehmann im Museum, um zu erfahren, welche Erkenntnisse man aus der Spektralanalyse des von den Sternen ausgestrahlten Lichts gewinnen kann.

Auf Grund physikalischer Gesetzmäßigkeiten der Emissions-und Absorptionsspektren lassen sich erstaunlich viele Geheimnisse der Sterne entschlüsseln wie zum Beispiel die Temperatur, die Größe, Masse und die chemische Zusammensetzung, die Art der im Stern ablaufenden Kernfusionsprozesse und daraus schließend das Alter des Sterns zwischen seinem Entstehen aus einer galaktischen Staubwolke und seinem Ende als weißer Zwerg. Die Möglichkeiten der Spektren-Auswertung verdeutlichte Dr. Lehmann am Beispiel unseres Heimatsterns Sonne.

Besonders interessant waren die Beschreibungen von Dr. Lehmann über seine technische Geräteausstattung für seinen astronomischen Arbeitsplatz zur Astrospektroskopie, die auch für einen Amateur-Astronomen gut verwertbare Ergebnisse erbringt.

R. Schug

AusstellungseröffnungAusstellungseröffnungDie neue Wechselausstellung im Alten Bahnhof zeigt Holzobjekte von Klaus Herzberger und farbenfrohe Quiltarbeiten von Gabriele Schultz-Herzberger. Die modernen Arbeiten setzen einen interessanten Gegenpol zu den vielfältigen antiken Werkzeugen für Holz- und Textilbearbeitung, die in den Handwerksabteilungen der beiden Häuser des Südhessischen Handwerksmuseums zu sehen sind.

Bei der gut besuchten Eröffnung der Veranstaltung begrüßte die Museumsleiterin Barbara Hechler die Gäste, unter die sich auch Bürgermeisterin Christel Sprößler gemischt hatte. Hans-Peter Jung, ein langjähriger Freund des Künstler-Ehepaars, führte in die Arbeiten ein. Begleitet wurde die Vernissage durch den Jazz-Musiker Thomas Beckmann, der die Exponate auf dem Saxophon und weiteren Instrumenten musikalisch interpretierte.

Sondertermine:

Am 26.04.2015 findet um 15 Uhr ein Vortrag statt: „Vom traditionellen Patchwork zur modernen Textilkunst"

Am 10.05.2015 wird ab 15 Uhr demonstriert: „Der Weg vom Baumstamm zur Skulptur"

Die Ausstellung ist bis zum 10.05.2015 im Museum und in der Remise in Roßdorf, Holzgasse 7, geöffnet, sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 06151 917108

Rückfragen: Barbara Hechler Tel. 06071 71138

Zauberin Christella war am 22.03.2015 mit ihrer Zaubershow im voll besetzten Museum zu Gast. Gespannt verfolgten die Kinder und ihre Eltern und Großeltern, was vor ihren Augen Unglaubliches geschah. Dabei unterstützten sie die Zauberin mit dem Zauberspruch „ene ,mene ,mex - hex-hex " während sie ihren Zauberstab kreisen ließ. So wurden Farben in ein Malbuch gezaubert, wo vorher nur Ausmalbilder waren, dann war plötzlich alles verschwunden bis die bunten Bilder wieder da waren und sich in den Erstzustand verwandelten. Christella riss eine Zeitung in kleine Stücke und mit Abrakadabra war die Zeitung wieder ganz. In ein Glas schüttete sie Zauberquellwasser, in das aus einem Ring Gift hineinkam, so dass sich das Wasser lila färbte. Die Zeitung wurde einmal gefaltet und das Wasser wurde hineingegossen wie in einen Behälter. Kein Tropfen Wasser war beim Auffalten zu sehen! Aber nachdem sie wieder gefaltet war, konnte Christella das Wasser in das Glas zurückgießen. Da haben alle nur gestaunt.

Im Märchen Schneewittchen kamen aber zehn Zwerge vor, wie die Zuschauer auf dem gezeigten Bild richtig zählten. Dann aber waren es plötzlich nur noch neun, eben Zauberei.

Carolina half beim Kartentrick. Die Zauberin faltete ein Tüchlein auseinander, es war weiß mit einem blauen Rand. Carolina nahm eine Karte aus einem Spiel und steckte sie verkehrt herum in das Spiel zurück. Keiner hatte die Karte gesehen. Mit ene, mene, mex,-hex -hex und dem kreisenden Zauberstab war das Bild der Karte, die Carolina ausgesucht hatte, auf den weißen Teil des Tüchleins gezaubert.

Weiter ging es mit sechs Ringen aus Metall. Christella bewegte sie hin und her, blies sanft darauf und mehrere hingen ineinander und dann wieder waren sie einzeln, die reinste Zauberei!

Bei Herrn und Frau Ringelwurm wurde das rote Bauchwehtüchlein vom einen Bauch auf den des anderen gezaubert. Sie waren nur um einander geringelt und schon war es passiert!

Kira half beim Zaubern mit dem Taschengeld. Da wurden aus sechs Euro neun.

Felix suchte sich aus sechs Bildern, die auf eine Tafel gepinnt waren, eins aus. Wie ein Wunder befand sich das ausgesuchte Tier -eine Ente- als aus Luftballons aufgeblasene Ente in einem Geschenkkarton als Geschenk für Felix.

Leo bekam eine besondere Aufgabe: Über einem kleinen Tisch lag ein Glitzertuch. Als er und Christella die Zipfel des Tuches anhoben, schwebte der Tisch in der Luft und bewegte sich sogar.

Als sich die Zauberin nach diesen vielen Zaubereien aus einem Buch neue Zauberkraft nehmen wollte, da loderte eine Flamme aus dem Buch als sie es öffnete.

Zum Schluss durften sich alle Kinder noch Sternenstaub als kleine goldene Sternchen mit nach Hause nehmen.

B.P.

(Foto: KHVR)(Foto: KHVR)Schmunzeln und Lachen schallte durch den Alten Bahnhof, als „Martha Henkemann" alias Gundula Schneidewind ihr neustes Programm „Marthas Pottpürée" darbot. Die 90 Besucher hatten ihre Freude an den Weisheiten und Anekdoten der Kabarettistin aus Gunderhausen, ob als Navi-Stimme für Autofahrer mittels ihres „Lap-Topfs" oder als Fahrrad-behelmte Sportlerin Jessica, die das Wäschebügeln zur olympiareifen Disziplin weiterentwickelt hatte.

„Mit schelmischem Blick unterm roten Kopftuch spinnt sie plaudernd die Fäden des Lebens zum buntgewirkten Allerlei," so beschrieb das Darmstädter Echo die Autorin und Darstellerin des szenischen Kabaretts (ausführlicher Bericht).

Mit einer Zugabe und großem Applaus endete der gelungene Abend, der auch durch den ausgeschenkten Rossdörfer Wein ein „Heimatabend" der besonderen Art war.

E. Jennewein

Kammerkonzert im Museum am 23.November 2014

Das schon zur Tradition gewordene Totensonntags-Kammerkonzert im Roßdörfer Museum brachte in diesem Jahr ein Duo mit Violoncello und Klavier zu Gehör. Die Pianistin Friederike Richter und ihr Sohn Johann Caspar Wedell begeisterten das Publikum im vollbesetzten Vortragssaal des Kulturhistorischen Vereins. Friederike Richter ist heute eine anerkannte und viel nachgefragte Musikpädagogin und Jurorin vieler Wettbewerbe bei „Jugend musiziert" im In- und Ausland. An der Darmstädter Akademie für Tonkunst leitet sie eine Klavierklasse, deren Schüler in großer Zahl sich das Konzert anhörten. Johan Caspar Wedell, Student an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, war lange Zeit Mitglied des Landesjugend­orchesters Hessen und der Jungen Deutschen Philharmonie und dort auch als Solocellist tätig.

Das Programm erstreckte sich überwiegend über Komponisten des 19. Jahrhunderts. Es begann mit Beethovens Variationen über das bekannte Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen" aus der Oper „Die Zauberflöte" von Mozart, ein sehr schlichtes Thema, das jedoch in der Folge kontrapunktreich ausgestaltet wurde. Schon hier wie im weiteren Verlauf des Abends beeindruckte das nuancenreiche Zusammenspiel der beiden Künstler.

Die Cellosonate B-Dur von Felix Mendelssohn-Bartholdy stellt ein gewichtiges Werk aus der Romantik dar und erwies sich als der erste Höhepunkt des Abends. Die Ausführenden konnten hierbei mit strahlendem Selbstbewusstsein ihr hohes Niveau in der Interpretation zeigen. Kraftvoll in den Fortestellen, dynamisch gut dosiert, zurückgehalten in den Piano­passagen und immer gut aufeinander abgestimmt gelang beiden eine eindrucksvolle Darstellung des Werkes.

Ein in Deutschland weitgehend unbekannter Komponist ist der französische Cellist und Komponist Auguste-Joseph Franchomme, ein Freund Mendelssohns und Chopins. Seine Variationen über ein russisches und ein schottisches Thema sind auch in der gängigen Literatur nicht zu finden. Dem Cellisten Wedell war es gelungen, Noten dieses Werkes ausfindig und es dem interessierten Konzertpublikum zugänglich zu machen. Das Stück ist sehr melodisch, und insbesondere die Melodie der schottischen Variation kam vielen bekannt vor.

Zuletzt spielten die beiden Künstler die Sonate A-Dur von César Franck, die auch als Sonate für Violine und Klavier bekannt ist. Dieses im Sommer 1886 komponierte Werk folgt der Idee eines Themas, das sich zyklisch durch alle Sätze zieht. Im ersten Satz, überschrieben mit Allegretto ben moderato, ist schon der ganze romantische Stil der Sonate vorgegeben. Ein weiterer Teil der Sonate beginnt mit einem 'Recitativo', das in eine lichte, gesanglich fließende 'Fantasia' von charakteristisch weichem, jedoch intensivem Ausdruck mündet. Dann folgt das in Kanon-Form komponierte Finale Allegretto in hellem A-Dur, belebt von Rück­erinnerungen an den zweiten Satz.

Mit einem als Zugabe gespielten Stück von Dvorak bedankten sich die Künstler für den lebhaften und anhaltenden Applaus der Zuhörer.

FJS